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| 18:43 Uhr

Insek wird weiter entwickelt
Runde zwei für Luckauer INSEK

 Am Donnerstagabend wurde der erste Entwurf des Inseks Luckau vorgestellt. Einwohner nutzten den Bürgerworkshop, um weitere Aspekte zur Verfeinerung des Konzepts auf den Tisch zu bringen.
Am Donnerstagabend wurde der erste Entwurf des Inseks Luckau vorgestellt. Einwohner nutzten den Bürgerworkshop, um weitere Aspekte zur Verfeinerung des Konzepts auf den Tisch zu bringen. FOTO: LR / Anja Brautschek
Während der zweiten Denkwerkstatt wurde der erste Entwurf des Luckauer Inseks diskutiert. Schon Ende April soll das fertige Konzept beschlossen werden. Von Anja Brautschek

10 000 Einwohner bis 2030. An diesem ehrgeizigen Ziel hält die Stadt Luckau fest. „Das ist jedoch kein Selbstläufer. Dafür müssen entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden“, erklärt Katrin Heinz von EBP. Das Unternehmen unterstützt die Stadt bei der Entwicklung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Insek). Darin festgehalten werden die Leitlinien der Stadt für die kommenden Jahre. Am Donnerstagabend wurde ein erster Entwurf vorgestellt und gemeinsam mit Bürgern, Stadtverordneten, Ortsvorstehern und Verwaltungsmitarbeitern diskutiert.

Auch erste, konkrete Projekte wurden bereits deutlich. So ist Wohnraum in der Stadt und den Ortsteilen gefragt, aber derzeit rar. In einem neuen Wohngebiet in der Herzberger Straße waren innerhalb kürzester Zeit fast die Hälfte der Flächen reserviert, erzählt Bauamtsleiter Michael Krüger. Aber auch weitere Wohnformen sollen künftig berücksichtigt werden, um Jung und Alt, Familien und Singles gleichermaßen ansprechen zu können. Aus diesem Grund soll im Zaackoer Weg, auf dem ehemaligen RVS-Gelände, ein weiteres Wohngebiet entstehen – vornehmlich für Mehrfamilienhäuser.

In Bildung soll in diesem Zusammenhang ebenfalls weiter investiert werden. Kita, Hort und Schule sollen weiter ausgebaut werden. Verschiedene Varianten dazu sind bereits im Gespräch (die RUNDSCHAU berichtete). Aber auch die Jugend darfnicht außer Acht gelassen werden, werfen einige Luckauer ein. Ihnen fehlt beispielsweise ein Jugendclub in der Kernstadt. „Vielleicht könnte dazu der Wasserturm genutzt werden“, lautet ein Vorschlag. Auch ein Partybus, der zwischen Luckau-Lübben-Calau pendelt, könnte zusätzliche Pluspunkte bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sammeln.

Insgesamt sehen die Luckauer insbesondere den Ausbau an öffentlichen Verkehrsmitteln als ein weiteres, vorrangiges Ziel. Sowohl eine kürzere Taktung des Bahnverkehrs, als auch eine bessere Anbindung zum Bahnhof in Uckro und zu den Ortsteilen wünschen sie sich. Die Stadt sehen sie vor allem beim Ausbau des Radwegenetzes in der Pflicht. Gleich mehrfach wurde während des Bürgerworkshops der Wunsch deutlich, dass vor allem die Ortsteile besser angebunden werden sollten. Wichtig sei das nicht nur, um den Tourismus weiter zu stärken, sondern sich auch für den Klimaschutz künftig mehr einzusetzen. „Sowohl in der Stadt als auch in den Ortsteilen soll dafür mehr getan werden. Das fängt mit Blumenkübeln an und geht bis hin zu E-Tankstellen und eben dem Radwegenetz“, fasst Bürgeramtsleiter Thomas Schäfer die Erkenntnisse zusammen. Gleich mehrfach wurde in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, die Innenstadt zur autofreien Zone zu erklären.

Um die Lebensqualität in Luckau weiter zu steigern, wird laut Insek-Entwurf zudem Wert auf ein barrierefreies Luckau gelegt. Das ist sowohl für junge Familien mit Kinderwagen, als auch für Senioren von Bedeutung. Zusätzlich muss der Ärztemangel angegangen werden. Für ein mögliches Medizininsches Versorgungszentrum in der Stadt sollen vertiefende Untersuchungen veranlasst werden.

Und auch der wirtschaftliche Faktor wird weiter ausgebaut. Dazu soll in erster Linie die flächendeckende Internetversorgung vorangetrieben werden. Auch ein Nahversorgungsstandort in Luckau-Ost wird angestrebt.

Zuletzt soll natürlich der Tourismus  weiter angekurbelt werden. Die Gästezahlen sind schon jetzt im moderaten Wachstum. Eine Broschüre könnte Ortsfremden, aber auch Zuzüglern schnelle Orientierung geben. Was fehlt, sind weitere Cafés und Restaurants in der Kernstadt sowie ein Hotel, bemängeln die Luckauer.

Die in dem Bürgerworkshop eingereichten Vorschläge sollen nun ausgewertet und in den ersten Entwurf des Inseks eingearbeitet werden. Ab Mitte März sind die Ergebnisse laut Katrin Heinz auf der Webseite der Stadt Luckau einsehbar.

Über den entsprechenden Beschluss will die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am 25. April entscheiden.

 Am Donnerstagabend wurde der erste Entwurf des Inseks Luckau vorgestellt. Einwohner nutzten den Bürgerworkshop, um weitere Aspekte zur Verfeinerung des Konzepts auf den Tisch zu bringen.
Am Donnerstagabend wurde der erste Entwurf des Inseks Luckau vorgestellt. Einwohner nutzten den Bürgerworkshop, um weitere Aspekte zur Verfeinerung des Konzepts auf den Tisch zu bringen. FOTO: LR / Anja Brautschek