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Tourismus
Eroberer in Luckau willkommen

Marion Hennig, Manuela Hanschick und Carmen Teichelmann präsentieren die neuen Flyer, die seit einigen Tagen in der Luckauer Tourist-Info ausliegen. Auch einheimische Produkte sind hier erhältlich. Die Gartenstadt kommt im Bereich Tourismus voran. Luft nach oben gibt es bei Gästen mit Handicap und Bus-Reisen.
Marion Hennig, Manuela Hanschick und Carmen Teichelmann präsentieren die neuen Flyer, die seit einigen Tagen in der Luckauer Tourist-Info ausliegen. Auch einheimische Produkte sind hier erhältlich. Die Gartenstadt kommt im Bereich Tourismus voran. Luft nach oben gibt es bei Gästen mit Handicap und Bus-Reisen. FOTO: Frank Ratajczak
Luckau. Stadt kommt im Tourismus voran. Luft nach oben bei Gästen mit Handicap und Bus-Reisen. Von Carmen Berg

Mit dem Slogan „Luckau - zum Erobern schön“, der an den Aufenthalt Napoleons erinnert, wirbt die Gartenstadt um Gäste. Ein Tourismuskonzept ist im Aufbau. Auf erste Ergebnisse konnte die Leiterin der Touristinformation, Manuela Hanschick, am Dienstagabend vor dem Fachausschuss für Gewerbe, Tourismus und Stadtmarketing verweisen. So ist das Repertoire thematischer Stadtführungen erweitert worden. Gut angelaufen sei der Verkauf regionaler Produkte am Sitz der Info-Stelle in der Kulturkirche. Weine vom Luckauer Winzer sind dort ebenso zu haben wie Kanonenkugeln aus der Bäckerei Klinkmüller und Biere aus der Fürstlich Drehnaer Schlossbrauerei. Eine Übersicht  „Luckau kulinarisch“ vermittelt, wo Gaststätten  zu finden und wann sie geöffnet sind. Damit reagierten die Touristiker auf Kritik von Besuchern, die vergeblich Einkehrmöglichkeiten suchten.

Mit seinen Offerten will Luckau Spreewaldtouristen sowie Gäste des Tropical Islands locken, die von dort aus die Umgebung erkunden wollen. Ausschuss-Mitglied Mario Hennig brachte Menschen mit Handicap als weitere mögliche Zielgruppe ins Gespräch.  Dass im barrierefreien Tourismus Potenziale liegen, zeige sich dort, wo es dafür schlüssige Konzepte gibt, sagte er. Manuela Hanschick bestätigte, dass vermehrt gehbehinderte Gäste in den Reisegruppen sind, die Führungen in Luckau buchen. Die Gästeführer stellen sich darauf ein, indem beispielsweise Gruppen geteilt werden. Barrierefreier Tourismus sei „ein Markt, den man angehen muss“, räumte sie ein. Konkrete Gedanken dazu gebe es aber noch nicht.

Weitere Reserven sah Ausschuss-Mitglied Marianne Balzer in der Zusammenarbeit mit Veranstaltern von Busreisen. Das Gasthaus Kolkwitz in Goßmar mache vor, wie das funtkionieren kann. Es biete Gästen Rundum-Pakete vom regionaltypischen Essen bis zu interessanten Exkursionen, sagte sie. Wie Manuela Hanschick erklärte, sei Luckau auf gutem Weg. Im Herbst hatte sich die Stadt bei der Jahrestagung der Omnibusunternehmer des Landes Brandenburg vorgestellt. Daraus seien erste Kontakte entstanden. Im Frühjahr werden Busunternehmer eingeladen, die Stadt und die Region bei einem Informationstag näher kennenzulernen. Angebote könnten speziell auf die Nachfragen zugeschnitten werden. „Dabei müssen wir nichts neu erfinden, sondern nur das, was wir haben, besser verkaufen“, so die Leiterin der Touristinformation. Ein Plus dabei: Auch die gastronomische Versorgung der Gruppen könne inzwischen garantiert werden.

Harry Müller (UWG/FDP) mahnte, neben Tropical Islands das Schlosshotel Fürstlich Drehna nicht zu vergessen. „Das ist ein Schatz, mit dem sich Luckau viel mehr schmücken sollte“, sagte er.

Hans Lamich (Die Linke) bemängelte, dass die Touristinformation am Wochenende erst ab 13 Uhr besetzt ist. Die Öffnungszeiten sind denen des Niederlausitz-Museums angepasst. Was für das Museum ausreiche, sei für die Gästebetreuung zu wenig. „Vormittags irren die Leute durch die Stadt“, so der Abgeordnete. Laut Amtsleiter Thomas Schäfer ist eine Erweiterung der Zeiten mit dem vorhandenen Personal nicht leistbar. Eine halbe Stelle mehr wäre nötig. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, Lösungsmöglichkeiten zu prüfen.

Ausschussmitglied Jutta Dzielak sprach von guten Ansätzen. Doch müsse sich zeigen, wie sie sich bei Gastronomen, Herbergen und anderen Anbietern niederschlagen. Der Ausschuss verabredete, in einem Jahr Bilanz zu ziehen. Dann will das Gremium von der Touristinformation  Zahlen hören.