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Erntekönigin will Ausbildung in den Fokus rücken

Die 18-jährige Sarah Rodig wird ein Jahr lang Brandenburgs Landwirtschaft als Erntekönigin repräsentieren.
Die 18-jährige Sarah Rodig wird ein Jahr lang Brandenburgs Landwirtschaft als Erntekönigin repräsentieren. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Golßen. Seit einer guten Woche ist Sarah Rodig Brandenburger Erntekönigin. Am Montag hatte sie ihren ersten offiziellen Termin. bkh1

Gemeinsam mit den Brandenburger Landfrauen übergab sie die drei erstplatzierten Erntekronen an die Landesregierung. "Ich war am Anfang aufgeregt, aber das hat sich dann schnell gelegt. Es hat viel Spaß gemacht und die Leute waren alle sehr nett. Da fiel das Lächeln auch nicht schwer", schildert sie ihren Eindruck.

Ein Jahr lang wird die 18-Jährige aus Jetsch, einem Ortsteil der Gemeinde Kasel-Golzig, die Brandenburger Landwirtschaft bei den verschiedensten Anlässen repräsentieren. Beim 14. Brandenburgischen Dorf- und Erntefest in Raddusch hatte sie sich gegen zwei weitere Bewerberinnen durchgesetzt. "Ich war erst ziemlich überrascht, weil ich nicht damit gerechnet hatte. Aber dann habe ich mich riesig darüber gefreut", blickt sie auf den Ausscheid zurück.

Dem Beruf des Landwirts fühlt sich Sarah Rodig mit Leib und Seele verbunden. Sie lernt im dritten Jahr Landwirt mit Abitur und reiht sich damit in die Familientradition ein. Ihr Opa, Vater und Bruder waren und sind Landwirte. Auch sie habe schon immer etwas mit Tieren machen wollen und absolvierte zunächst ein Praktikum in der Milchgut Görlsdorf GmbH. "Das fand ich super und so habe ich mich dort beworben."

Sarah Rodig gefällt besonders die Vielseitigkeit und Abwechslung, die dieser Beruf bietet. "In der Pflanzenproduktion macht es Spaß, mit den großen, GPS-gesteuerten Fahrzeugen zu fahren. Und in der Tierproduktion ist es schön zu sehen, wie die Kälber aufwachsen", nennt sie Beispiele. Nach der Ausbildung will sie gern studieren und ihren Bachelor im Fachgebiet machen. Ihre Liebe zum Beruf will die angehende Landwirtin als Erntekönigin auch anderen jungen Menschen als eine berufliche Perspektive vermitteln. "Die Ausbildung in der Landwirtschaft ist anspruchsvoll und sehr spannend", sagt Sarah Rodig.

Darüber hinaus will sie dabei mitwirken, dass die Bedingungen für die Lehre noch besser werden. Im Oktober werde sie im Rahmen des Ausbildungsnetzwerkes den anderen Azubis eine Lern-App vorstellen, die derzeit vom Bauernverband Südbrandenburg entwickelt wird. "Damit wird es möglich sein, mit anderen gemeinsam fachliche Fragen zu beantworten, ähnlich wie bei einem Quiz." Aber auch zum Alleine-Lernen werde sich die App eignen. Und darüber hinaus könnten sich die Azubis untereinander Fragen stellen und beantworten.

Die ersten Schritte als Erntekönigin hat sie inzwischen absolviert. Vor ihr liegt ein spannendes Jahr mit vielen interessanten Begegnungen. "Ganz besonders freue ich mich auf die Grüne Woche im Januar", blickt Sarah Rodig voraus.