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| 12:20 Uhr

„Grüne Woche“
Erntekönigin freut sich auf Berlin

Sarah Rodig bei der Arbeit im neuen Abkalbestall der Milchgut Görlsdorf GmbH, wo die Kühe viel Platz und Ruhe haben. In den nächsten Tagen wechselt die 18-Jährige Arbeitssachen und Gummistiefel gegen schickes Dirndl und Pumps. Sie präsentiert als Erntekönigin Brandenburgs Landwirtschaft auf der Grünen Woche.
Sarah Rodig bei der Arbeit im neuen Abkalbestall der Milchgut Görlsdorf GmbH, wo die Kühe viel Platz und Ruhe haben. In den nächsten Tagen wechselt die 18-Jährige Arbeitssachen und Gummistiefel gegen schickes Dirndl und Pumps. Sie präsentiert als Erntekönigin Brandenburgs Landwirtschaft auf der Grünen Woche. FOTO: Birgit Keilbach
Görlsdorf. Sarah Rodig will in Berlin vor allem jungen Besuchern berufliche Perspektiven in der Landwirtschaft nahe bringen.

Mindestens vier Tage lang wird Sarah Rodig auf der weltgrößten Verbrauchermesse im schmucken Dirndl die Brandenburger Landwirtschaft repräsentieren. „Ich bin aufgeregt, aber ich freue mich schon sehr auf die Grüne Woche“, sagt die Brandenburger Erntekönigin. Es ist ihr zweiter großer offizieller Termin seit Beginn ihrer Amtszeit im September des vergangenen Jahres.

Viel Neues werde sie bei den Rundgängen durch die verschiedenen Ausstellungshallen über Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau erfahren, ist sie überzeugt. „Neugierig bin ich auf das Partnerland Bulgarien und was von ihm auf der Messe gezeigt wird, auch als kulturelles Programm. Besonders gespannt bin ich auf den Erfahrungsaustausch mit den vielen Landwirten.“ Dazu kann die 18-Jährige, die im dritten Lehrjahr zur Landwirtin mit Abitur steht, selbst viel einbringen.

In ihrem Ausbildungsbetrieb, der Milchgut Görlsdorf GmbH, steht aktuell die weltweit modernste Stallanlage inklusive einem Melkroboter-Karussell. „Die Bedingungen für die Tiere haben sich damit sehr verbessert, aber auch unsere Arbeit ist einfacher geworden“, erläutert Sarah Rodig. Beispielsweise auf dem Melkroboter-Karussell. „Daran haben sich die Kühe sehr schnell gewöhnt und es ist auch viel ruhiger als das alte Melkkarussell. Wir können uns jetzt mehr auf die Tiergesundheit konzentrieren, weil das Melken automatisch läuft“, nennt sie einen Aspekt. Die Klauen der im neuen Stall gehaltenen Tiere seien jetzt trockener und im Abkalbestall hätten die Kühe deutlich mehr Platz als zuvor, fügt sie weitere Punkte an.

Darüber hinaus hat die 18-jährige künftige Landwirtin vor allem das junge Publikum im Fokus und will Interesse für die grünen Berufe wecken. Moderne Medien können die Auszubildenden im Ausbildungsnetzwerk des Bauernverbandes Südbrandenburg zum Lernen nutzen. Die neu entwickelte Lern-App will Sarah Rodig ganz konkret vorstellen. Zwei Tablets nimmt sie mit nach Berlin, an denen die Besucher ihr Wissen einmal testen und fachbezogene Fragen beantworten können. „Zum Beispiel, dass eine Färse mindestens zwei Jahre alt und 400 Kilogramm schwer sein muss, bevor sie ihr erstes Kalb gebären darf. Oder anhand einer Liste herausfinden, welche der dort aufgeführten Kulturen Getreidearten sind“, nennt Sarah Rodig Beispiele.

Die App komme bei den Azubis gut an. „Sogar die Jungs aus meiner Klasse lernen damit, da habe ich schon ein bisschen gestaunt“, sagt die angehende Landwirtin. Es sei während der Fahrt mit Bus und Bahn oder in Pausen eben einfacher, das Handy zu nehmen und gleich anzufangen, statt erst ein Buch herausholen zu müssen, weiß sie auch den Grund dafür. „Außerdem kann man mit der App zu jeder Tages- und Nachtzeit lernen“, nennt sie einen weiteren Vorteil.

Längster und intensivster Tag wird für die Erntekönigin der Brandenburgtag sein. Am Montag, dem 22. Januar, wird sie von frühmorgens bis in den späten Abend sehr gefragt sein. Auf den Rundgang durch die Messehalle freut sie sich schon jetzt: „Ich bin sehr gespannt darauf, viele Hersteller aus dem Land kennenzulernen und mit welchen neuen Produkten sie sich auf der Messe präsentieren werden.“ Am Stand der Landfrauen werde sie bei der Aktion „Vom Korn zum Brot“ mitwirken, auf der Bühne bei Auszeichnungen und Ehrungen dabei sein, zählt sie auf, was für diesen Tag auf ihrem Programmzettel steht. Da heißt es Durchhalten: „Ein Paar Schuhe zum Wechseln sind schon eingepackt“, verrät sie und schmunzelt voller Vorfreude auf die Tage in Berlin.