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| 12:53 Uhr

Buntes Treiben
Erlebnisreiches Osterfest auf dem historischen Bauernhof

 Wie Schafwolle mit einer Handspindel gesponnen wird, erklärte Sylvia Persch aus Gebersdorf Evelin Schönknecht und ihrer Tochter Antje (v.l.).
Wie Schafwolle mit einer Handspindel gesponnen wird, erklärte Sylvia Persch aus Gebersdorf Evelin Schönknecht und ihrer Tochter Antje (v.l.). FOTO: Birgit Keilbach
Viel Abwechslung im Land- und Erlebnismuseum Uckro und die 17. Museumsmeisterschaft im Ostereierwalen. Von Birgit Keilbach

 Liebevoll geschmückt präsentiert sich der Innenhof des Land- und Erlebnismuseums. Viele kleine Osternester haben die Mitglieder des gleichnmigen Vereins auf dem Gelände versteckt. Emil Lehmann hat einige davon gefunden. „Eins haben wir mitgenommen“, erzählt Mutter Michaela, die mit Sohn und Lebensgefährten Oliver Haberland von Luckau nach Uckro geradelt ist. „Wir sind zu Ostern immer hier, und der Ausflug passt vom Zeitpunkt her prima zwischen Mittagessen und Kaffetrinken“, ergänzt sie.

Für Kinder und Erwachsene gibt es viel zu entdecken. Kaninchen füttern und streicheln, einen Flechtzaun für den Blumenkasten gestalten oder bei einem Rundgang durchs kleine Museum vom einstigen „Wehles Laden“ in Luckau Erinnerungen an die eigene Kindheit wach werden lassen. Reger Betrieb herrscht am Basteltisch. Daneben zieht ein junger Uhu mit seinen orangerot leuchtenden Augen auf dem Arm von Falkner Ronny Naumann viele Blicke auf sich. Fasziniert beobachten kleine und große Besucher den stattlichen Vogel, der seinen Kopf immer wieder neugierig um 180 Grad wendet. Er darf auch gestreichelt werden. Ebenso der Mexikanische Wüstenbussard, den Tochter Cindy auf ihrem Arm trägt und der gerade aufgeregt ruft. „Das macht er, weil ein Hund in der Nähe ist“, erklärt sie.

Entspannt an den Tischen im Hof sitzen viele Gäste und lassen sich Kaffee und selbst gebackenen Kuchen der Vereinsmitglieder schmecken. Unter ihnen die Uckroerin Bärbel Schönfelder. „Für uns ist Ostern immer ein Familientreffen. Die Kinder wollen jedes Jahr hierher“, sagt Nichte Manuela, die mit ihrer Familie aus Moritzburg gekommen ist. Sohn Jonas „will mit den Seifenkisten herumfahren“, und Tochter Luisa schiebt ihren Bruder dabei an. „Uns gefällt es hier, wir können gemütlich zusammensitzen, Kaffeetrinken, die Atmosphäre genießen und Bekannte treffen“, erzählt Bärbel Schönfelders Tochter Antje aus Spremberg. „Den Uhu möchte ich jedes Mal streicheln, diese orangenen, stechenden Augen und das Anmutige an dem Vogel gefallen mir sehr“, ergänzt sie.

Am anderen Ende des Hofes lassen sich Evelin Schönknecht aus Pitschen-Pickel und ihre Tochter Antje von Sylvia Paersch erklären, wie Schafwolle erst gewaschen, gekämmt und dann daraus ein Faden gesponnen wird. „Das Spinnen ist sehr interessant, und sie hat es uns gut erklärt“, sagt Evelin Schönknecht. Auch zum Advent komme sie gern auf den Erlebnishof. „Uns gefällt die Ruhe und es ist alles so schön natürlich“, fügt sie an. Der Osterausflug wecke viele Erinnerungen an die Kindheit „und man kann hier Landluft schnuppern, bekannte Gesichter sehen und Köstlichkeiten genießen, wie die frischen Hefeplinse“, ergänzt Tochter Antje, die inzwischen in Berlin wohnt.

Aus der Hauptstadt aufs Land nach Gebersdorf gezogen ist Sylvia Paersch. Sie präsentiert sich erstmals zum Osterfest mit ihrem Stand in Uckro. Das Spinnen mit einer Handspindel habe sie in der Reha erklärt bekommen, und dieses Wissen gebe sie nun weiter. „Früher konnten sich nicht alle ein Spinnrad leisten“, sagt Sylvia Paersch. Auch Aufbaukeramik und aus Stricksachen Gefilztes zeigt sie an ihrem Stand. „Stricken und Häkeln sind schon immer mein Hobby.“

Vor dem Museumshof herrscht indes bereits Wettkampffieber bei der 17. Museumsmeisterschaft im Eierwalen. Leonie, Yannik, Mats, Lara, Lusian und viele weitere Kinder rollen ihre Eier hinab. Gewinner ist, wer am Ende kein angeknackstes Ei hat. Diesmal erhält Emma Walter aus Radebeul den Pokal. Sie hat den Wettbewerb schon zum dritten Mal gewonnen. „Man sollte die Eier nicht gerade hinunter werfen, nicht auf die Lücke zwischen den Steinen zu, sondern eher von der Seite her“, verrät die Zwölfjährige. „Man muss aber auch Glück haben“, fügt sie an.