Mit verbundenen Augen sitzt die 13-jährige Chantal in einem großen Nest, wie es Singschwäne bauen. 14 weitere Kinder stehen mit etwas Abstand im Kreis um das Nest herum, für das sie vorher Zweige und Schilf zusammengetragen haben. So leise wie möglich sollen sie sich nacheinander nähern und versuchen, ein Ei zu stibizen. Das Mädchen muss seine Ohren spitzen, damit es den herannahenden „Räuber“ hört. Das gelingt nicht immer. Schließlich sind die Eier aus dem Nest verschwunden und das nächste Kind setzt sich hinein. „Das war spannend. Ich habe Rascheln gehört und manchmal auch Schritte“, erzählt Chantal.

Spielerisch erfahren die Kinder im Heinz-Sielmann Natur-Erlebniszentrum Wanninchen an einem Vormittag viel über das Verhalten von Singschwänen und weiterer Tiere. „Wir wollen den Kindern vermitteln, welche Strategien die Tiere im Winter haben, dass sie auch andere Spuren hinterlassen als die ihrer Pfoten oder Füße“, sagt Umweltbildnerin Susanne Schmitt, die das dreistündige Naturerlebnis im Team mit Stiftungs-Mitarbeiterin Katina Schröter und FÖJ-ler Fabius Limpächer gestaltet. Bei weiteren Übungen schulen die Kinder ihre Sinneswahrnehmungen. Mit verbundenen Augen laufen sie über Gras, durch raschelndes Laub und eine Sandgrube, einen Hügel hinauf und wieder hinab. Am Ufer des Schlabendorfer Sees fragt Susanne Schmitt: Aus welcher Richtung kommt der Wind? Wo steht die Sonne? Das ist gar nicht so leicht, wenn man nichts sieht. In die verschiedensten Richtungen zeigen die Mädchen und Jungen. Am Aussichtspunkt hingegen gilt es, mit dem Fernglas Gegenstände zu entdecken, die nicht in die Natur gehören. Den Federball im Strauch, die Gießkanne im Gras sind schnell entdeckt. Der Flugsaurier im Zaun ist hingegen gut getarnt, wird dann aber doch erspäht. Auch im Görlsdorfer Wald gibt es noch viel zu entdecken. Die Schwestern Katleen Dimpka aus Brenitz und Laura Schulze aus Zeckerin schätzen das Programm für die Kinder und Neffen. „Wir waren schon in den Sommerferien hier. Die Kinder können etwas gemeinsam erleben, kommen an die frische Luft und sind abends müde“, sagt Katleen Dimpka. Katja Schneider ist mit den sechs- bis 15-Jährigen ihrer Wohngruppe des ASB in Vetschau nach Wanninchen gekommen. „Sie sollen die Natur draußen erleben und vor allem für die Kleineren ist es sehr abwechslungsreich“, sagt die Erzieherin. Das Angebot in Wanninchen habe sie erstmals genutzt. „Es ist eine Entdeckung für uns, denn wann sieht man schon mal einen Seeadler kreisen“, ergänzt Katja Schneider.

Anliegen der Mitarbeiter des Natur-Erlebniszentrums ist es, die Begeisterung für die Natur zu wecken. „Nur was man kennt, kann man lieben und was man liebt, auch schützen“, zitiert Katina Schröter den berühmten deutschen Naturfilmer Heinz Sielmann. Zunehmend werde es für Eltern wichtiger, ihren Kindern Sinneswahrnehmungen in der Natur zu ermöglichen -Erleben durch Anfassen eben. „Denn das ist etwas Anderes als nur die Knöpfe am PC oder auf dem Smartphone zu drücken“, ergänzt Katina Schröter. Daher sei die Veranstaltungsreihe „Vielfalt erleben“ auch für Familien konzipiert. Am Sonntag, 16. Februar, ab 13 Uhr geht es um das Thema Wölfe. Am Sonntag, 15. März, lautet das Motto ab 10 Uhr „Alle Vögel sind bald da“. Interessierte können sich anmelden unter Tel.: 03544-55 77 55.

Ökofilmtour in Luckau


Mit einem Film zum Thema „Ein Herz für Bienen – Wie stoppen wir das Insektensterben?“ macht die Ökofilmtour am Freitag, 28. Februar, um 19 Uhr in der Luckauer Loge Station.

Der Film zeigt die Bedeutung der Insekten in der Natur auf, beleuchtet wissenschaftlich Hintergründe und gibt Anregungen für eigenes Handeln. Eine Gesprächsrunde mit Insektenexperte Dr. Hannes Petrischak schließt sich an. bkh