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| 02:54 Uhr

Erinnerung an Mina Witkojc

Die Dozentin Ute Henschel (r.) singt ein sorbisches Volkslied, ihre Schwester Anne-Christine Equitz begleitet sie mit der Gitarre, singt ebenfalls.
Die Dozentin Ute Henschel (r.) singt ein sorbisches Volkslied, ihre Schwester Anne-Christine Equitz begleitet sie mit der Gitarre, singt ebenfalls. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Straupitz. Mina Witkojc bleibt eine der bedeutendsten sorbischen Dichterinnen und auch über die Grenzen der Lausitz und Deutschlands hinaus bekannt. Am 11.November 1975 ist sie in Papitz (Cottbus-Land) gestorben. Ute Henschel erinnerte an die Dichterin und Publizistin mit einem Vortrag im Kornspeicher in Straupitz. Andreas Staindl / asd1

Ute Henschel, Regionalsprecherin Niederlausitz der Domowina und Dozentin der sorbisch-wendischen Sprachschule in Cottbus, hat sich seit dem vergangenen Jahr intensiv mit dem Leben der Mina Witkojc beschäftigt, wie sie sagt. Sie hat Lebensstationen der bekannten niedersorbischen Schriftstellerin und Publizistin recherchiert, neu betrachtet und bildhaft aufgearbeitet. Interessante Details, aber auch Gedichte und Zitate bringen dem Zuhörer das Leben der Mina Witkojc näher.

Witkojc, 1893 in Burg im Spreewald geboren, besuchte die Volksschule in ihrem Heimatort, arbeitete etwa als Dienstmädchen und auch als Tagelöhnerin. Sie lebte in ärmsten Verhältnissen wie Ute Henschel sagt.

Ihren Vortrag bereichert sie mit Gesang. Ihre Schwester Anne-Christine Equitz aus Luckau spielt Gitarre und singt ebenfalls. Etwa zehn Gäste haben sich auf den Vortrag eingelassen. Ute Henschel nahm sie mit in Mina Witkojc´ Leben. Sie gibt Einblicke in deren Kindheit, in die Zeit mit Mutter und Vater, die getrennt lebten, und an das Leben mit ihrer Großmutter, bei sie sich wohler als bei ihren Eltern gefühlt habe. Mit 14 Jahren hatte Mina Witkojc ihre ersten Gedichte verfasst. 150 Gedichte in wendischer Sprache habe sie hinterlassen.

Die Schönheit der Natur und Besonderheit ihrer Heimat dem Spreewald und die Verbundenheit zu ihrem sorbischen Volk spielen eine große Rolle in den Gedichten. Was die Autorin in ihrer Heimat erlebte, hielt sie mit Worten fest. Mina Witkojc war als Redakteurin des Serbski Casnik, dem Vorgänger des heutigen Nowy Casnik, viel in der Lausitz unterwegs. Während der Zeit der Nationalsozialisten erhielt sie Schreib- und Aufenthaltsverbot. Von 1942 bis 1945 lebte sie in Erfurt und übersiedelte 1947 nach einer vorübergehenden Verhaftung in die Tschechoslowakei. Dort blieb sie bis 1954. In der Niederlausitz wurden sämtliche sorbische Aktivitäten während der Nachkriegsjahre durch die Parteiführung der DDR unterdrückt, wie Ute Henschel erzählt. 1954 zog Mina Witkojc wieder nach Burg. Ihre letzten Monate verbrachte sie im Altersheim in Papitz, ist 1975 dann verstorben. Ihr Grab mit dem denkmalgeschützten Grabstein befindet sich auf dem Friedhof in Burg im Spreewald. Für Ute Henschel ist die Dichterin und Publizistin "eine sorbische Bestseller-Autorin". Eine interessante Persönlichkeit ist sie auf jeden Fall.