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Eric aus Luckau braucht Lebensretter

Im April 2016 schenkten Fallschirmspringer aus Neuhausen Eric (l./mit Mike Bryza) einen Tandemsprung zum Abschluss der ersten Therapie.
Im April 2016 schenkten Fallschirmspringer aus Neuhausen Eric (l./mit Mike Bryza) einen Tandemsprung zum Abschluss der ersten Therapie. FOTO: privat
Luckau. Der 17-jährige Eric aus Luckau hat Blutkrebs – schon zum zweiten Mal. Eine Stammzellenspende ist seine einzige Überlebenschance. Carmen Berg / be

Bislang ist die weltweite Suche nach einem "genetischen Zwilling" erfolglos, sagt Annika Schirmacher von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspender-Datei). Deshalb braucht Eric dringend die Hilfe der Menschen aus Luckau und Umgebung. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann sich Mittwoch, 19. Juli, zwischen 11 und 18 Uhr im Atrium des Evangelischen Krankenhauses in Luckau als potenzieller Stammzellenspender registrieren lassen.

Eric ging in die neunte Klasse an der Luckauer Oberschule, als das Schicksal zum ersten Mal zuschlug. Er habe sich schlapp gefühlt, wie bei einer Erkältung, erinnert er sich. Dann erhielt er die Hiobsbotschaft: Leukämie. Mehr als die Hälfte des Knochenmarks hatte der Krebs befallen. Es folgten Chemotherapien in mehreren Blöcken sowie eine langwierige Nachbehandlung. In dieser Zeit schaffte Eric die neunte und zehnte Klasse. Schon im Cottbuser Thiem-Klinikum bekam er Unterricht. Später, zu Hause, waren die Schulfreunde und Klassenlehrer Thomas Neupert für ihn da.

Der junge Luckauer wechselte in der elften Klasse auf das Oberstufenzentrum nach Lübben, um sein Fachabitur zu machen. Der inzwischen 17-Jährige ist Technikfan. "Mein Motorrad ist mein Hobby", sagt er und hat auch den Führerschein fürs Auto gemacht. Nach dem Abi will er an der TH Wildau studieren. Maschinenbau vielleicht oder Luft- und Raumfahrttechnik. Im September, wenn er 18 wird, sollte das erste eigene Auto kommen. "Das wird nun wohl warten müssen", sagt Eric.

Als seine Blutwerte wieder schlechter wurden, habe er geahnt, dass der Krebs zurück sei, erzählt er und lässt sich nicht unterkriegen. . "Beim ersten Mal hat die Behandlung anderthalb Jahre gedauert. Nach einer Transplantation werde ich schneller wieder gesund sein."

Kraft schöpfen Eric und seine Familie aus einer Welle der Solidarität. "Dafür sind wir sehr dankbar", sagt Mutter Heike Gatzke.

Als der Luckauer Thomas Hartmann, der im Krankenhaus arbeitet, in der vergangenen Woche von der erneuten Erkrankung erfuhr, wandte er sich an die DKMS. Mit Kollegen aus dem Krankenhaus und anderen Luckauern gründete er eine Initiativgruppe, um eine Typisierungsaktion vorzubereiten. Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) übernahm die Schirmherrschaft. Unter dem Titel "Eric aus Luckau braucht dich" posteten die Unterstützer einen Hilferuf auf facebook. In diesen Tagen werden in der Region zudem 20 000 Flyer und 10 000 Plakate verteilt. Luckauer Bäcker spendieren Kuchen, der am Mittwoch im Krankenhaus verkauft wird. Allein die Registrierung jedes neuen Spenders kostet 40 Euro, sagt Annika Schirmacher von der DKMS. Um Leben zu retten, sei die gemeinnützige Organisation dringend auch auf jede Spende aus der Bevölkerung angewiesen. Pro Tag werden von der DKMS 19 Stammzellenspenden vermittelt. Durchschnittlich kommt auf 100 Spender ein Erfolg, nennt Annika Schirmacher Zahlen.

Eric erzählt, ihm sei es zunächst unangenehm gewesen, so im Mittelpunkt zu stehen. "Doch die Aktion kann auch anderen Menschen in derselben Lage helfen.."

Ungewissheit, was auf geeignete Spender zukommt, könnte womöglich manchen von einer Registrierung abhalten, so Erics Mutter.

Der 35-jährige Thomas Mierisch aus Luckau war schon Spender und sagt: "Ich würde es wieder tun." Wie er zum Prozedere berichtet, erfolgte nach gründlicher Aufklärung und Voruntersuchungen an zwei aufeinander folgenden Tagen die konkrete Spende, die periphere Stammzellenentnahme aus dem Blut, am Berliner Virchow-Klinikum. Schmerzen habe er kaum gehabt. Etwas unangenehm seien die Spritzen an den Tagen vor der Entnahme gewesen, die die Produktion bestimmter Zellen anregen sollten. Nach sechs Monaten erfuhr Thomas Mierisch, der Empfänger sei auf dem Weg der Besserung. Schnell einen passenden Spender wünscht er jetzt auch Eric.

Zum Thema:
Mehr zur Arbeit der DKMS sowie zum Ablauf einer Registrierung als neuer Spender gibt es im Internet: www.dkms.de .Krankenhausmitarbeiter in ihrer Freizeit sowie andere Freiwillige unterstützen am Mittwoch die Luckauer Aktion. Weiterer Helfer, die Kuchen verkaufen oder Antragstellern zur Hand gehen, können sich noch bei Thomas Hartmann melden: Telefon 0173 3556513, Mail: hartmann.luckau@web.de. Wer die Registrierung finanziell unterstützen möchte, kann dies auf dem DKMS-Spendenkonto tun: IBAN: DE02 1007 0848 0151 2318 00. Wie Thomas Hartmann erklärt, habe Erics erneute Erkrankung auch die Mitschüler am Lübbener Oberstufenzentrum tief berührt. Dort finde am Mittwoch ebenfalls eine Typisierungsaktion mit der DKMS statt. Unter <b>www.facebook.com/Eric-aus-Luckau-braucht-Dich finden Interessierte Infos der Unterstützer im sozialen Netz. (be)