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Ergebnisse der Dahmer U18-Wahl in der Diskussion

Dahme. Das starke Abschneiden der AfD bei der U18-Bundestagswahl in Dahme hat den Schulleiter der Dahmer Otto-Unverdorben-Oberschule, Henri Kuhl, auf den Plan gerufen. "Auch wenn das Ergebnis nicht so erfreulich ist, haben lange nicht alle Schüler der AfD ihre Stimme gegeben", stellt Kuhl am RUNDSCHAU-Telefon klar. Daniel Friedrich

Das Wahlergebnis bezeichnet er als "in sich heterogen". "Einzelne Gespräche mit Schülern und Schülerinnen unserer Oberschule haben gezeigt, dass sie diese eine Wählergruppe weniger gern im Vordergrund der Berichterstattung gesehen hätten", fügt er an.

Fakt ist dennoch: 28,6 Prozent, und damit mehr als jeder Vierte der Jungwähler aus Dahme und Umgebung, stimmten bei der U18-Wahl am vergangenen Freitag für die rechtspopulistische AfD. Sie war damit die meistgewählte Partei. Bundesweit kam die AfD lediglich auf 6,8 Prozent. Die CDU, die im Bundesschnitt als Sieger hervorging, kam in Dahme auf 23,1 Prozent, gefolgt von der SPD (21,6 Prozent). Besonders stark schnitt bei den Kindern und Jugendlichen bundesweit auch Bündnis 90/Die Grünen mit über 16 Prozent der Stimmen ab.

Henri Kuhl und die Schulsozialarbeiterin Elissa Helmke vermuten, dass viele Schüler die Haltung ihrer Eltern und aus den sozialen Medien übernommen hätten: "Sie hinterfragen dann nicht, wofür einzelne Parteien genau stehen, sondern wählen aus dem Bauch heraus das, was sie kennen."

Das Dahmer Wahlergebnis reiht sich ein in die Diskussion um die Beibehaltung des Bundeswahlrechts ab 18 Jahren. Die Befürworter argumentieren, dass sich pubertierende Jugendliche leichter von den unterschiedlichsten Meinungen manipulieren ließen. Für Volksbegehren, Landtags- oder Bürgermeisterwahlen gilt in Brandenburg seit Ende 2011 ein aktives Wahlrecht ab 16 Jahren.