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| 01:34 Uhr

Entspannung im Bahn-Streit

Region. Das Spitzentreffen zwischen der Deutschen Bahn und Spreewälder Tourismusfachleuten bringt etwas Entspannung. Denn das Gespräch am gestrigen Montag in Königs Wusterhausen hat gezeigt, dass das Ersatzverkehrskonzept während der einjährigen Sperrung der Bahnstrecke zwischen Lübbenau und Königs Wusterhausen ab Mai steht – und dabei auch den Ansprüchen der Touristiker genüge getan werden soll, die trotzdem mit Einbußen rechnen. Von Peggy Kompalla

So soll es neben dem regulären Schienenersatzverkehr zusätzliche Fahrradbusse geben, wie Renardo Kropp von der DB Regio AG sagte. „Das sind umgebaute Busse, in denen im hinteren Teil Fahrräder untergebracht werden können“, erklärte er. Diese sollen an den Wochenenden und im Sommer vor aussichtlich täglich zwischen Königs Wusterhausen und Lübben verkehren.

Extra Service-Personal

Kritisiert wurde von den Tourismusfachleuten die bisherige schlechte Informationspolitik vonseiten der Bahn. „Wir müssen uns abstimmen, denn auch die Touristinformationen müssen auskunftsfähig sein“, betonte Peter Stephan, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Spreewald. Im Verlauf der Diskussion verabredeten Bahn und Tourismusverband, in puncto Marketing zusammenzuarbeiten.

Was den Service angeht, hatte die Cottbuser Bahnhofsmanagerin Ute Stuhr bereits gute Nachrichten: „Wir werden zusätzliches Personal an den Bahnhöfen in Cottbus, Lübbenau, Lübben, Brand, Königs Wusterhausen und Calau einsetzen.“ Die Servicemitarbeiter sollen an den Umsteige-Bahnhöfen Ansprechpartner für die Fahrgäste sein. Orientiert werde auf eine Einsatzzeit von 5.30 bis 22 Uhr. Damit werde nicht nur den Touristen, sondern insbesondere den Pendlern geholfen.

Genaue Zeiten ab 5. März

Im regulären Schienenersatzverkehr werden Lübbenau, Lübben, Brand und Königs Wusterhausen mit Schnellbussen über die Autobahn verbunden (siehe Grafik). Hinzu kommen zwei weitere Buslinien: die eine soll von Lübbenau in Richtung Brand alle Orte entlang der gesperrten Bahnstrecke anfahren, die andere verbindet die kleineren Orte zwischen Königs Wusterhausen und Brand. Damit können die Fahrgäste in Brand in die Schnellbusse umsteigen. Außerdem bleibt die Zugverbindung zwischen Lübbenau und Senftenberg erhalten. Mit einem Umstieg in Calau können Fahrgäste auch mit dem Zug zum Berliner Hauptbahnhof fahren. Die genauen Fahrzeiten für den Ersatzverkehr will die Bahn am 5. März bekannt geben.

Eine Absage erteilte Renardo Kropp jedoch dem Ansinnen, Lübben wenigstens an den Wochenenden über die Niederlausitzer Eisenbahn per Schiene anzusteuern. Diese Strecke sei zu langsam, betonte er. Auf der stillgelegten Strecke, die nicht mehr der Bahn gehört, können Züge derzeit maximal mit 60 Kilometern in der Stunde fahren.

Als vernünftig bezeichnete Lutz Strohschein, Marketingleiter beim regionalen Busunternehmen RVS, das Ersatzverkehrskonzept. Das Unternehmen beteilige sich an der Ausschreibung für den Ersatzverkehr. „Wir haben unsere Kapazitäten darauf vorbereitet“, erklärte Strohschein.

Probleme in KW

Angesichts des vorgelegten Konzepts sehen die Touristiker das größte Problem auf Königs Wusterhausen zukommen. Denn in Bahnhofsnähe gibt es keine richtige Bushaltestelle, geschweige denn für eine ganze Kolonne von vier bis fünf Bussen, die in Spitzenzeiten zum Einsatz kommen sollen.