Der grundsätzliche Umgang mit Anträgen auf die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen spaltet in Luckau die Gemüter. Das hat die Stadtverordnetenversammlung in der Vorwoche deutlich gemacht. Ende Oktober soll eine Entscheidung fallen.
Beantragt sind aktuell Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf weiteren rund 285 Hektar. So will etwa die Firma Solcare 40 bis 50 Hektar in der Gemarkung Zaacko bebauen. Parallel zur Bahnstrecke in Uckro plant das Unternehmen Solarfaktor Anlagen auf sechs Hektar. Beide Firmen hatten ihre Projekte im Fachausschuss und in Ortsbeiräten vorgestellt. Ihre Anträge wurden mit Verweis auf ein noch fehlendes Gesamtkonzept zur Steuerung der Solarparkansiedlung zurückgestellt.

Gesamtkonzept für Luckau könnte drei bis fünf Jahre dauern

Hans Lamich (Die Linke) forderte, diese beiden Anträge in Einzelfallentscheidungen zu berücksichtigen. „Ich finde es bemerkenswert, wenn wir als ehemaliger Energiebezirk uns dem Fortschritt verweigern wollen“, wetterte er. Rückendeckung kam von Lars Hartfelder (LL/UWG/FDP). Er sei für ein Gesamtkonzept, doch das könne drei bis fünf Jahre dauern. Solange könne man die beiden Firmen nicht hinhalten. Das schade Luckaus wirtschaftlicher Reputation. Schließlich gehe es um Investitionen von zehn und fünf Millionen Euro und um entsprechende Gewerbesteuern für die Region, sagte er.
„Wir wollen niemanden hinhalten“, entgegnete Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos), warnte aber vor Willkürentscheidungen. „Zwei winken wir durch, für alle anderen gelten Regeln - das funktioniert nicht“, ist er überzeugt. Uta Tölpe (SPD/Grüne) regte an zu prüfen, ob Luckau von Lübbener Erfahrungen profitieren könne, wo bereits ein Konzept in Auftrag gegeben sei. Der Umgang mit Solarpark-Anträgen wird jetzt Gegenstand von Beratungen in den Fraktionen sein.