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| 01:31 Uhr

Energieregion will zur Marke werden

Lübben. Die Energieregion Lausitz will sich ein Gesicht geben: Dazu haben der Rat der Energieregion und der Aufsichtsrat der Energieregion Lausitz-Spreewald GmbH erste Entwürfe für ein Logo diskutiert. Von Jan Gloßmann

Diese werden nun auch den Abgeordneten in den Kreistagen sowie der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt - und sie stoßen nicht überall auf Gegenliebe.

“Die fünf Entwürfe reißen mich nicht vom Hocker„, sagt Anne Böttcher, für die SPD Abgeordnete im Kreistag Dahme-Spreewald. Sie wünscht sich daher einen Wettbewerb, der ein Logo hervorbringt, “das Identität stiftet„. Außerdem sollten die Marketingkapazitäten der Universität und der Fachhochschulen aus der Region genutzt werden.

Vor gut zwei Jahren hatte die Stadt Cottbus leidvolle Erfahrungen mit der Suche nach einem Logo für die Vermarktung gemacht. Erst ein Wettbewerb unter Grafikern brachte akzeptable Ergebnisse.

Der Fraktionschef der CDU im Kreistag Dahme-Spreewald, Michael Kuttner, sieht bei den jetzigen Entwurfstexten mögliche rechtliche Probleme: “Darf denn die GmbH unter dem Namen Energieregion Lausitz werben?„ Er bezweifle das und er warne davor, Abmahn-Vereinen damit Türen zu öffnen. Hintergrund ist der Umstand, dass sich Spreewälder Touristiker dagegen wehrten, mit der Energieregion im Namen vermengt zu werden. Sie befürchteten Nachteile in der touristischen Vermarktung durch eine Vermischung von Natur-Offerten im Spreewald und dem von Braunkohle und Umweltschmutz bestimmten Ruf einer Energieregion. Daraus entstand der Kompromiss, die GmbH zwar Energieregion Lausitz-Spreewald zu nennen, nach außen aber als Energieregion Lausitz zu werben. Kuttner favorisiert das Logo mit den Schriftzügen zu Tourismus, Wirtschaft, Forschung und Kooperation (im Bild das zweite von rechts) - allerdings wünsche er sich einen stilisierten Spreeverlauf anstelle der Striche.

Zumindest in einer Hinsicht herrscht in Dahme-Spreewald Einigkeit - das Logo sollte blau-gelb gehalten sein. Das sind die traditionellen Farben des Kreises zwischen Schönefeld und Lübben.

In der Energieregion Lausitz-Spreewald haben sich die Landkreise Spree-Neiße, Elbe-Elster, Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz sowie die Stadt Cottbus zusammengeschlossen, um die Entwicklung des Landessüdens voranzutreiben. Im ersten Geschäftsjahr der GmbH 2010 sind vier größere Vorhaben in Angriff genommen worden, die vom Land Brandenburg mit insgesamt zwei Millionen Euro gefördert wurden. Das sind der Bau eines Technologie- und Forschungszentrums in Cottbus sowie drei Pilot- und Versuchsanlagen in Wildau (erneuerbare Energien), an der Hochschule Lausitz in Senftenberg (energetische Verwendung von Algen und Biomasse) und in Lauchhammer (Energiepflanzen und Wasserhaushalt) mit dem Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften in Finsterwalde.