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| 02:33 Uhr

Elixiere für die Gesundheit nach Hildegard von Bingen

Kostproben verschiedener Elixiere und Gewürze, die Hildegard von Bingen in ihrer Naturheilkunde beschrieb, bereicherten den anschaulichen Vortrag von Heilpraktikerin Ellen Block (2. von rechts).
Kostproben verschiedener Elixiere und Gewürze, die Hildegard von Bingen in ihrer Naturheilkunde beschrieb, bereicherten den anschaulichen Vortrag von Heilpraktikerin Ellen Block (2. von rechts). FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. "Gegen alle Krankheiten und Beschwerden ist ein Kraut gewachsen", diesen Leitspruch der Kräutermedizin hat man schon oft gehört. Doch welche Pflanze hilft bei welchen Beschwerden? Wie wird sie richtig verarbeitet? Auskunft gab Heilpraktikerin Ellen Block in der Luckauer Kulturkirche. Birgit Keilbach

Sie bringt die mittelalterliche Heilkunde der Hildegard von Bingen nicht nur theoretisch nahe. Verschiedene Gewürze in Pulver- und Tablettenform zum Probieren hat sie mitgebracht und bereitet heilsame Getränke nach den Rezepten der Äbtissin zu, die wohl als erste Frau überhaupt die positive Wirkung verschiedenster Pflanzen im Organismus ausführlich beschrieb.

Eine davon ist der Galgant. Diesen Namen hören die meisten der rund 50 interessierten Zuhörer im Klostersaal der Kulturkirche zum ersten Mal. "Es ist ein Universalgewürz, das als Pulver oder als Tabs verwendet werden kann", erläutert Ellen Block. Verwendet werde die Wurzel, die ähnlich scharf wie die des Ingwers sei. Die Anwendung sei vielfältig, vor allem bei Fieber, aber auch zur Stärkung des Herzens, zur Förderung der Durchblutung und Verdauung sowie bei Stress könne der Galgant hilfreich sein. Eine kleine Schale mit Galgantpulver steht zum Probieren bereit, während Ellen Block vorführt, wie ein Himbeer-Galgant-Wasser hergestellt wird. Denn auch die Himbeere ist laut Hildegard von Bingen hilfreich gegen Fieber. Als Erfrischungsgetränk im Sommer, im Herbst und Winter zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten, lasse sich das Himbeer-Galgant-Wasser das ganze Jahr über verwenden, erläutert Ellen Block.

Auch bekannte Kräuter, wie Schafgarbe und Petersilie haben heilsame Wirkungen, erfahren die Zuhörer. So könne fachkundig hergestellte Schafgarbensalbe offene Wunden heilen und ein Petersilien-Elixier biete ein ähnlich breites Wirkungsspektrum wie der Galgant. Es sei insbesondere ein Universalheilmittel für das Herz, könne auch nach einer Grippe oder anderen Erkrankungen die Genesung unterstützen. Zubereitet werde das Elixier mit Wein, in den Petersilienstängel gegeben und aufgekocht werden. "Hildegard von Bingen hat viel mit Wein zubereitet", sagt die Heilpraktikerin, während sie den Wein auf ihrer kleinen Kochplatte zum Sieden bringt. Ergänzt mit Balsamico-Essig und Honig wird der Wein nochmals aufgekocht. Auch, warum der Honig kochen muss, sagt die Heilpraktikerin: "Erst in der Siedehitze entsteht die herzwirksame Verbindung." Eine Kostprobe des wohlschmeckenden Elixiers verbindet sie mit dem Hinweis, dass nur jeweils ein Likörglas nach dem Essen davon den gewünschten Nutzen bringen würde. "Wenn sie zu viel davon trinken, wird ihnen schlecht", erklärt sie auf Nachfrage.

Dass Hildegard von Bingen nicht nur Kräuter bei Krankheiten einsetzte, sondern auch heilsame Wirkungen von Edelsteinen nutzte, erfahren die Zuhörer ebenso. So werde der Jaspis in der Naturheilkunde als Schmerzstiller eingesetzt, während ein Calcedon als "Stress- oder Redestein" bezeichnet werde. "Heilmittel Nummer eins der Hildegard von Bingen ist allerdings der Dinkel", sagt die Heilpraktikerin. Dessen Mehl könne eingesetzt werden wie Weizen - für Brot, Brötchen, Kuchen. Nur noch fünf ungekreuzte Sorten gebe es in Deutschland. In der Mühle in Burg werde das "Frankenkorn", eine der fünf nicht mit Weizen gekreuzten Dinkelsorten, gemahlen, gibt sie einen praktischen Tipp.