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| 18:40 Uhr

Faszination Schiene für alle
Eisenbahn-Enthusiasten in Uckro

 Ein besonderes Erlebnis war für die Besucher des Bahnhofsfestes in Uckro die Fahrt mit der Draisine nach Zöllmersdorf und zurück. Einige erlebten mit, wie das restaurierte Bahnhofsschild am historischen Gebäude angebracht wurde.
Ein besonderes Erlebnis war für die Besucher des Bahnhofsfestes in Uckro die Fahrt mit der Draisine nach Zöllmersdorf und zurück. Einige erlebten mit, wie das restaurierte Bahnhofsschild am historischen Gebäude angebracht wurde. FOTO: Birgit Keilbach
Große Resonanz für erstes Bahnhofsfest des Vereins. Draisine rollt von Uckro bis Zöllmersdorf. Von Birgit Keilbach

Kleine und große Eisenbahnfans sind am Wochenende beim ersten Bahnhofsfest in Uckro auf ihre Kosten gekommen. Bereits am Samstag strömten die Besucher zahlreich herbei. Kaum einer wollte sich die Fahrt mit der Draisine auf dem ersten Stück der wieder frei gelegten Strecke von Uckro bis Zöllmersdorf entgehen lassen. Geduld war gefragt, denn der Andrang war größer als die Zahl der Plätze auf dem Schienenfahrzeug, das der Finsterwalder Verein Niederlausitzer Museumseisenbahn übers Uckroer Gleis rollen ließ.

Ein Pfiff und Ronny Kootz hebt die Kelle. Gemächlich setzt sich die motorgetriebene Draisine in Bewegung. Der 40-jährige Eisenbahn-Enthusiast ist am Samstag Aufsicht am Bahnsteig. „Ich bin schon als Kind ein Eisenbahnfan gewesen, war bei der früheren Pionier- und heutigen Parkeisenbahn in der Berliner Wuhlheide dabei“, erzählt er. Zwischenzeitlich machte der Einzelhandelskaufmann sein Hobby sogar zum Beruf, fuhr bei der ODEG und der Niederbarnimer Eisenbahn als Zugbegleiter. „Das Faszinierende ist die Technik. Viele verschiedene Funktionen greifen ineinander und es funktioniert nur als Ganzes“, beschreibt er seine Leidenschaft.

Für die kleinen Eisenbahnfans ließ der Partnerverein aus Finsterwalde seine Echtdampf-Gartenbahn „Franziska“ am Lokschuppen pfeifend und schnaufend ihre Runden drehen. Bei Lokführer Lars Metzinger konnten die Kinder auf der Miniatur-Eisenbahn nicht nur mitfahren. Sie durften auch beim Nachfüllen von Wasser und Kohle helfen. Für die etwas Jüngeren war die nahe dem Lokschuppen aufgebaute Gartenbahn eine Attraktion. Eifrig legten sie Steine auf die Güterwagen und verfolgten gespannt, wie sich die Modellbahn in Bewegung setzte. Steffen Müller vom Verein „Uckro-Luckauer Eisenbahnfreunde in der Niederlausitz“ hatte sie mitgebracht. Nicht nur das. Der Eisenbahner aus Berlin hat auch das verwitterte, historische Bahnhofsschild restauriert. Matt lackiert strahlt das Schild wieder in voller Schönheit am alten Bahnhofsgebäude.

Darin soll der ehemalige Dienstraum hergerichtet und perspektivisch eine Tourist-Info integriert werden. Wichtigstes Vorhaben für dieses Jahr sind die Anschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom, wie Vize-Vereinschef Ralf Wulf sagt. „Vor allem Strom brauchen wir für die Arbeiten an den Fahrzeugen.“ Denn im Lokschuppen steht neben der vereinseigenen blauen Kleinlok auch ein Arbeitsfahrzeug. Der mit einem Kran ausgestattete Gleiskraftwagen „SKL 25“ ist eine Dauerleihgabe des Partnervereins aus Finsterwalde. „Wir müssen ihn aufarbeiten, damit wir die Strecke weiter Stück für Stück vom Bewuchs frei räumen können“, erläutert Ralf Wulf. Als erstes sollen die Gleise von Zöllmersdorf weiter bis Luckau wieder befahrbar werden.

Auch auf dem Bahnhofsgelände gibt es noch viel zu tun. Dafür werden viele Hände gebraucht. Und bis zur Museumsbahn, die in der Zukunft eine Verbindung zwischen Uckro und dem Spreewald sein soll, ist es noch ein weiter Weg. Die Eisenbahnfans hoffen, dass ihr Bahnhofsfest weiteres Interesse am Mitmachen weckt. 26 Mitglieder zählt der 2017 gegründete Verein aktuell. „Damit hat sich die Zahl inzwischen verdoppelt“, sagt der Vize-Vereinschef. Viele fühlten sich der Eisenbahn allgemein und besonders der einst zwischen Falkenberg/Elster und Beeskow verkehrenden Nebenbahn verbunden. Darunter zwei Mitglieder aus Bielefeld, die ursprünglich aus der Region stammen.

Viel Anerkennung für das bisher Geleistete gab es von den Besuchern. „Was der Verein in nur zwei Jahren auf die Beine gestellt hat, ist eine große Leistung“, sagte Rolf Bollensdorf. „Vor dem Verein kann man nur den Hut ziehen, alle Achtung“, sagte Frank-Peter Spröte. Der Lübbenauer ist Bahnfahrer aus Leidenschaft und die Tour mit der Draisine ließ so manche Erinnerung an frühere Fahrten von Lübben bis Herzberg und von Lübbenau bis Beeskow wieder wach werden. Auch für Rüdiger Schulze aus Luckau ist das Vorhaben der Uckroer Eisenbahnenthusiasten alle Anerkennung wert. „Es ist eine gute Sache, dass sie den Bahnverkehr wieder auf die Beine stellen wollen.“

 Ein besonderes Erlebnis war für die Besucher des Bahnhofsfestes in Uckro die Fahrt mit der Draisine nach Zöllmersdorf und zurück. Einige erlebten mit, wie das restaurierte Bahnhofsschild am historischen Gebäude angebracht wurde.
Ein besonderes Erlebnis war für die Besucher des Bahnhofsfestes in Uckro die Fahrt mit der Draisine nach Zöllmersdorf und zurück. Einige erlebten mit, wie das restaurierte Bahnhofsschild am historischen Gebäude angebracht wurde. FOTO: Birgit Keilbach