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| 14:16 Uhr

Investitionen
„Zwerge“ feiern ihr neues Haus

FOTO: LR / Carmen Berg
Dahme. Saniert in sechs Monaten. Dahmer Kinder profitieren von Geldspritze für klamme Städte. Von Carmen Berg

Lecker schmecken die Plinsen mit Apfelmus den Jungen und Mädchen im neuen Kinderrestaurant der ASB-Kita „Zwergenland“. Doch nicht nur essen können sie hier, sondern auch selber in einer kindgerechten Küche kochen und backen. Bausteinplätzchen beispielsweise für ihre Gäste. Mit einem Familienfest wird die Kindereinrichtung am Mittwoch nach mehrmonatiger Komplettsanierung wieder eingeweiht.

Rund 450 000 Euro hat die Stadt Dahme Bauamtsmitarbeiter Frank Herhold zufolge für die „Zwerge“ investiert, 300 000 Euro davon stammen aus einem Förderprogramm für finanzschwache Kommunen, von dem in Dahme daneben auch die im Vorjahr erneuerte Kita Rosenthal sowie die Schulen profitierten.

FOTO: LR / Carmen Berg

Das „Zwergenland“ wurde zur Wendezeit von der damaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft errichtet und im Juni 1990 zunächst als Kinderkrippe für Unter-Drei-Jährige bezogen. Seit Mitte der 1990er-Jahre werden im Haus an der Schellstraße Jungen und Mädschen bis zum Schuleintritt betreut. Nach Durststrecken infolge rückläufiger Geburtenzahlen sei die Kita mit 65 Plätzen jetzt wieder gut ausgelastet, verzeichnet Leiterin Monika Schäfer.

Doch an der Infrastruktur des Hauses hatte in fast 30 Jahren der Zahn der Zeit genagt. Die alten Leitungssysteme mussten erneuert und das Gebäude mit einer Außendämmung versehen werden, blickt Frank Herhold zurück. In dem Zuge bekam die Kita Fußbodenheizung, Zwischenwände wurden verändert, Türen verbreitert und die Räumlich-
keiten modernen Bedürfnissen angepasst. So sorgen jetzt Schallschutzplatten für eine angenehm ruhige Atmosphäre. Die Kita-Leiterin lobt die enge Zusammenarbeit mit der Bauverwaltung: „Wir waren in jeder Phase des Baugeschehens einbezogen und konnten unsere Anregungen einbringen.“

Das Kinderrestaurant ist ein Highlight nach der Sanierung. Neu gestaltet wurden aber auch der Kreativbereich sowie die Sanitäranlagen, von deren DDR-Charme nichts mehr zu sehen ist. Die Garderoben für die Steppkes sind praktischer geworden. Gruppenräume wirken offener, weil ein Wanddurchbruch vergrößert wurde. Aus vielen Mosaiksteinen entstand, wie Frank Herhold sagt, „eine runde Sache“. Monika Schäfer beschreibt es so: „Obwohl sich die Grundfläche kaum verändert hat, entsteht der Eindruck, alles ist jetzt viel größer und einladender.“

Während der sechsmonatigen Bauzeit hatte die Stadt für die Kita-Kinder ein Ausweichdomizil in einem Hofgebäude der Oberschule hergerichtet, die Krippenkinder fanden Obdach in der ASB-Kita „Anne Frank“ im Viktoriastift. Für jede Veränderung waren detaillierte Abstimmungen mit Fachbehörden nötig, und die Umzüge seien eine Herausforderung gewesen, erzählt die Kita-Leiterin. Doch an der Oberschule habe sich die Kita willkommen gefühlt. „Das Zusammenleben auf Zeit verlief viel unproblematischer als ursprünglich gedacht“, so Monika Schäfer.

Jetzt genießen Kinder und Erzieherinnen ihre schmucke Bleibe. Bausteinplätzchen werden die Steppkes aber womöglich bald noch einmal backen. Mit dem geplanten Neubau des benachbarten Rewe-Marktes wird die Trassenführung der Schellstraße verändert. Dann erhält auch die Kita eine neue Anbindung und einen neuen Zaun, kündigt Frank Herhold an.