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| 19:53 Uhr

Eine Stätte für jungen Forschergeist

Die Natur mittels modernster Technik entdecken, wie dieses Angebot Kinder anspricht, wurde während der Eröffnung des Forscherlabors in Schlabendorf deutlich. Birgit Kalz (3.v.r. hintere Reihe) erläuterte die Möglichkeiten.
Die Natur mittels modernster Technik entdecken, wie dieses Angebot Kinder anspricht, wurde während der Eröffnung des Forscherlabors in Schlabendorf deutlich. Birgit Kalz (3.v.r. hintere Reihe) erläuterte die Möglichkeiten. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Schlabendorf am See. Wie sehen Käfer aus der Nähe aus? Welche Tiere leben im Wasser? Wie verändert sich die ehemalige Bergbaulandschaft? Diesen und vielen weiteren Fragen können Kinder jetzt in Schlabendorf am See auf den Grund gehen. Ein Forscherlabor für die naturwissenschaftlich-technische Bildung wurde am Freitag dort eröffnet. Birgit Keilbach

Wasser- und Bodenproben stehen auf einem der Experimentierplätze. Ihre Entnahmeorte sind per GPS bereits registriert. Kinder bestimmen den pH-Wert und können diesen im Tablet-PC auf einer Karte eintragen. So entsteht für sie ein anschauliches Bild, wie der Boden in einem bestimmten Areal beschaffen ist. An einem anderen Arbeitsplatz wartet eine Schale mit Insekten auf die jungen Entdecker. Mit einer Leuchtlupe, die mit dem Tablet verbunden ist, können sie die kleinen Tiere auf dem Bildschirm ganz genau in allen Einzelheiten betrachten. Es sind nur zwei Beispiele aus der Vielzahl von spannenden Experimenten, mit denen sich kleinere Kinder spielerisch, größere schon gezielt naturwissenschaftliche Zusammenhänge erschließen können.

"Der heutige Tag ist für Schlabendorf ein Lichtblick und ein Signal in Richtung Zukunft", sagte Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Hier könnten Kinder eine schöpferische Herangehensweise an die sie umgebenden Dinge lernen und neue Erkenntnisse gewinnen, würdigte er das Vorhaben.

Fachliche Anleitung gibt Birgit Kalz. Die Schlabendorferin betreibt eine Naturschule und kooperiert mit dem Träger des Forscherlabors, der in Berlin ansässigen gemeinnützigen Bildungsgesellschaft für angewandte Betriebswirtschaft (BAB) GmbH. Bis zu acht verschiedene Stationen können Schulklassen oder Kindergruppen im Labor belegen, erläutert Birgit Kalz. Von einfachen Experimenten bis zum wissenschaftlichen Arbeiten reiche die Palette. Exkursionen in die Natur fänden im Experimentiersaal ihre Fortsetzung. "Hier können wir Dinge umsetzen, die sich im Freien nicht realisieren lassen", erläuterte die Naturführerin. Beispielsweise mit dem GPS-Gerät in der Landschaft orientieren und später am Laptop Karten zeichnen und verstehen lernen. "Die Kinder sollen auch Fähigkeiten erwerben, die in der Wirtschaft gebraucht werden", benannte sie ein Anliegen ihrer Kooperation mit dem Forscherlabor.

Eingebettet ist es in das Kinderreich Schlabendorf, das aus einer ehemaligen Wohnung entstand. Zehn Übernachtungsplätze für Kinder wurden geschaffen, zudem ein Lese- und Vortragsraum sowie ein Esszimmer. "Damit können Gruppen auch Projekte über mehrere Tage realisieren", sagt BAB-Projektleiter Hubertus von Manstein. Die Anregung zu dem Projekt habe das Kinderreich im Deutschen Museum in München gegeben. So etwas in kleinerem Format sollte sich doch auch im Spreewald verwirklichen lassen, sei der Gedanke gewesen. "Wir haben Partner und Sponsoren gefunden, die uns beim Vorhaben unterstützten", resümierte der Projektleiter. Der Spreewaldverein als lokale Aktionsgruppe für die LEADER-Region Spreewald zählt dazu, ebenso Nokia.

Den Umbau des alten Wohnhauses sowie des ehemaligen Schlachthauses der seit über 20 Jahren leer stehenden Gaststätte leitete der Luckauer Architekt Gerhard Lungwitz. "Es war eine ganze Reihe von Herausforderungen zu bewältigen, denn beides gehört zum denkmalgeschützten Komplex der Gaststätte", sagte er. Die marode Bausubstanz musste umfangreich saniert und teilweise ersetzt werden. Die Übernachtungsplätze mussten für Mädchen und Jungen getrennt geschaffen werden und auch die Brandschutzauflagen waren zu erfüllen, zählte er auf.

Zum Thema:
In das Gesamtprojekt Kinderreich und Forscherlabor Schlabendorf wurden laut BAB-Projektleiter Hubertus von Manstein rund 300.000 Euro investiert. 75 Prozent davon wurden über das EU-Programm LEADER gefördert. Mit sachlichen Zuwendungen, wie Laptops, Monitoren und Beamern sowie finanziellen Mitteln für die Laborausstattung unterstützte Nokia Networks in Deutschland das Forscherlabor.