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| 14:07 Uhr

Ausstellungseröffnung
„Eine Schwäche für morbide Flächen entwickelt“

Die Insel heißt das Materialbild von Tinka Scharsich.
Die Insel heißt das Materialbild von Tinka Scharsich. FOTO: Tinka Scharsich / ScharsichTinka
Wünsdorf. Tinka und Jürgen Scharsich stellen Bilder und Collagen in der Neuen Galerie aus.

Wenn die Neue Galerie des Landkreises Teltow-Fläming in Wünsdorf am 3. Februar frisch gemalert wieder öffnet, werden Bilder und Collagen von Tinka und Jürgen Scharsich aus Potsdam zu sehen sein. Die beiden Künstler laden dort zur Besichtigung ihres Schaffens ein und zeigen ein Spektrum an Unterschiedlichkeit und Übereinstimmung.

 „Beide haben als Restauratoren eine Schwäche für morbide Flächen entwickelt und greifen in ihrer Kunst unwillkürlich diese Versehrtheit und die Patina auf, mit der sie es oft zu tun haben. Dennoch sind ihre Arbeiten in Ausrichtung und Material sehr verschieden“, erläutert Kreissprecherin Heike Lehmann.

Gemeinsam aber ist beiden die experimentelle künstlerische Herangehensweise. Sie spüren Dinge, Materialien und Zustände auf, die sie in ihren Arbeiten umsetzen. Fasziniert von der gegebenen Form, der Beschaffenheit von Oberflächen und Farben ihrer Fundstücke versuchen sie, ihren dabei entstehenden Gedanken und Ideen eine bildhafte Form zu geben.

Tinka Scharsich hat Textil- und Flächengestaltung an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und Kunstpädagogik studiert. Die Collage als künstlerische Ausdrucksform hat sich aus dem Studienfach und ihrem Umgang mit Flächen und Stoffen entwickelt. Ihre Arbeiten sind klar im Aufbau, oft verwendet sie nur wenige Elemente. Charakteristisch für ihre Arbeitsweise ist, dass sie unterschiedliches Material auf einem zurückhaltend farblich gestalteten Hintergrund in spannungsvolle Beziehung zueinander setzt.

„Ich finde es spannend, scheinbar wertlose oder vergessene Dinge in einen neuen Zusammenhang zu stellen und ihnen damit wieder einen neuen Sinn zu geben“, sagt Tinka Scharsich zu ihrem Tun.

Ganz anders präsentieren sich die Bilder von Jürgen Scharsich, der ein Studium der Farb- und Oberflächengestaltung und Restaurierung absolvierte. Hinzu kam das Fach Szenographie an der Hochschule für Film und Fernsehen Babelsberg. In seinen Arbeiten wird mit Farbe nicht gespart. Dick und krustig ist teilweise der Auftrag. Eine massive Materialität wohnt ihnen inne.

Auch er hat ein Faible für Materialbilder und Mischtechniken. Im Unterscheid zu seiner Frau verwendet er jedoch nur selten Fundstücke. Die Materialschwere entsteht in seinen Arbeiten aus der Beimischung artfremder Zutaten, wie zum Beispiel Sand. Seine expressiven meist großformatigen Bilder sind überwiegend abstrakt und kraftvoll in den Farben.

Wer mehr erfahren möchte, ist eingeladen, zur Ausstellungseröffnung am Samstag, dem 3. Februar, um 15 Uhr in die Neue Galerie in der Gutenbergstraße 1 zu kommen. „Der Kulturwissenschaftler Thomas Kumlehn wird die Laudatio halten, Panos Voulgaris und Nikos Menegas werden die Vernissage musikalisch begleiten“, sagt die Kreiossprecherin. Schauen kann man auch später noch bis zum 2. April immer von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr, auch an den Feiertagen.