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Eine Reise als Hommage an den Cool-Jazz

Einfühlsamen Jazz in der Tradition amerikanischer Musiker der 1950er- und 1960er-Jahre brachte das Trio Malte Schiller (Saxofon), Marie Séférian (Gesang) und Chraris Karantzas (Gitarre) im Gasthof "Zum Hirsch" in Fürstlich Drehna zur Gehör.
Einfühlsamen Jazz in der Tradition amerikanischer Musiker der 1950er- und 1960er-Jahre brachte das Trio Malte Schiller (Saxofon), Marie Séférian (Gesang) und Chraris Karantzas (Gitarre) im Gasthof "Zum Hirsch" in Fürstlich Drehna zur Gehör. FOTO: B. Keilbach/bkh1
Fürstlich Drehna. "Kulturfestspiele Schlösser und Gärten der Mark" heißt eine noch junge Veranstaltungsreihe, die weniger bekannte Herrenhäuser, Schlösser und Gärten kulturell auf hohem Niveau beleben will. Am Sonntag war im Gasthof "Zum Hirsch" in Fürstlich Drehna ein Jazz-Konzert besonderer Art zu erleben. Birgit Keilbach / bkh1

Es ist ein entspannter Sonntagnachmittag mit Jazz-Rhythmen der leisen und sinnlichen Art im Gasthof "Zum Hirsch" in Fürstlich Drehna. Die einzigartige Stimme von Jazzsängerin Marie Séférian wird feinfühlig begleitet von Malte Schiller am Saxofon und atmosphärisch perfekt ergänzt von Charis Karantzas auf der Gitarre.

In seinem Programm "Voyage" (Reise) bringt das Trio Jazz-Klassiker neu aufbereitet, ergänzt um Eigenkompositionen und mit viel Freude an der Improvisation zu Gehör. Musikalisch inspiriert von drei herausragenden Vertretern des Cool-Jazz der 1950er- und 1960er-Jahre: Gerry Mulligan, Stan Getz und Chet Baker, was sich im Namen der Band wiederfindet.

Am Sonntag hat Marie Seferian für das Programm "Voyage" zwei neue Musiker an ihrer Seite. "Es ist heute unsere Premiere", verrät sie dem Publikum. Das sei aber gar nicht zu spüren gewesen, "denn die zwei Musiker haben mit der Sängerin sehr gut harmoniert", schildert Wilfried Büchner aus Rückersdorf seinen Eindruck nach dem Konzert.

"Sie hat eine hervorragende Stimme" ist auch Joachim Posselt begeistert. Seine Frau Gisela hatte zwei Freikarten gewonnen und den Freunden zum Geburtstag geschenkt. "Das war eine sehr gute Idee und wir haben heute zwei Premieren erlebt, die des Trios und unsere Entdeckung des Gasthofs mit dem tollen Saal", fügt Sabine Büchner an.

Zu Entdeckungen dieser Art will die neue Veranstaltungsreihe "Kulturfestspiele Schlösser und Gärten der Mark" anregen. Veranstalter ist der gemeinnützige Verein "Freunde der Residenzstadt Königs Wusterhausen", unterstützt von der Stiftung Schlösser und Gärten der Mark und dem gleichnamigen Freundeskreis. "Es gibt viele wunderschöne alte Schlösser, Herrenhäuser und Ensembles. Wir wollen die Neugier wecken und auf diese Kulturschätze aufmerksam machen, indem wir sie niveauvoll beleben", sagt die künstlerische Leiterin Anna Barbara Kastelewicz. Die Violinistin arbeitet als Solistin, Kammermusikerin und Konzertmeisterin und hat von 2006 bis 2013 das Musikfestival Lüneburger Heide geleitet. "Auch dort waren wir in vielen kleinen Orten mit unseren Programmen zu Gast."

Die neuen Kulturfestspiele in der Mark, die nicht auf Brandenburg beschränkt bleiben, sondern perspektivisch auch die Altmark und Neumark einbeziehen wollen, sollen im kommenden Jahr an 25 besonderen Orten stattfinden. Passend dazu soll die Musik ausgewählt werden. "Wir haben verschiedene Reihen, wie Barock, Romantik, Jazz, Populäres oder auch eine Wiederbelebung der Salonkultur mit Literatur und Musik", zählt Anna Barbara Kastelewicz auf. Zudem will sie mit den Festspielen jungen, hervorragenden Musikern eine Plattform bieten, damit sie bekannter werden.

Am 31. Dezember wird Anna Barbara Kastelewicz auf der Violine gemeinsam mit Alexander Klein am Flügel in der Luckauer Kulturkirche ab 19 Uhr unter dem Titel "Tea for Two" ein Silvesterkonzert geben.