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| 16:15 Uhr

Netzwerk Gesunde Kinder
Eine helfende Hand für Familien

Bettina Neumann aus Luckau hilft anderen Familien mit Rat und Tat.
Bettina Neumann aus Luckau hilft anderen Familien mit Rat und Tat. FOTO: Anja Brautschek / LR
Luckau. Bettina Neumann betreut als Familienpatin Familien in Luckau und Umgebung. Von Anja Brautschek

Kündigt sich Familiennachwuchs an, wirft das bei Familien oftmals viele Fragen auf. Wie stille ich richtig? Was mache ich bei Fieber? Welche Anträge müssen ausgefüllt werden? Die Vielzahl an Informationen können werdende oder frischgebackene Eltern schnell überfordern. Genau dabei hilft Bettina Neumann an. Sie hat eine offenes Ohr für Probleme und gibt nützliche Tipps, die den Alltag erleichtern. Denn die Luckauerin ist Familienpatin.

Als Familienpatin hilft sie mit Rat und Tat – ehrenamtlich. „Ich wollte meine Erfahrungen mit anderen Teilen“, erklärt Bettina Neumann. Sie selbst ist vierfache Mutter und hat bis 2014 als Tagesmutter gearbeitet. Kleine oder größere Hürden müssen dabei beinahe täglich bewältigt werden. Als ihr jüngster Sohn eingeschult wurde, war für die heute 45-Jährige klar: „Das kann es noch nicht gewesen ein.“ Ihre Erfahrungen in der Kindererziehung und das Wissen aus vier Schwangerschaften wollte sie einsetzen und sich für andere engagieren. Und dann flog ihr 2013 in einem Wartezimmer ein Flyer über das Angebot des Netzwerkes Gesunde Kinder in die Hand. „Ich glaube nicht an Zufälle. Für mich ist es genau das richtige“, sagt sie.

Derzeit betreut sie eine junge Familie aus Golßen mit ihrem ersten Kind. In der Regel betreuen die Paten nicht mehr als zwei Familien gleichzeitig, um sich intensiv um die Familien kümmern zu können. „Wir waren uns von Anfang an sympathisch. Das ist einfach ein tolles Pärchen“, schwärmt sie. Regelmäßig telefonieren sie und treffen sich ab und an persönlich. Müssen die Eltern Behördengänge erledigen, passt Bettina Neumann auch schon mal auf den Nachwuchs auf. Doch als Babysitter sieht sie sich nicht, betont sie.

Eine Familienpatin ist wie eine Freundin, die auf neutraler Basis den einen oder anderen Tipp weitergibt. Bettina Neumann ist daher zu jeder Tages- und Nachtstunde für die Familie da. Hat das Kind abends mit Fieberschüben zu kämpfen, so hat sie ein paar Hausrezepte parat. Sie hilft aber auch bei Anträgen, spielt mit dem Kind oder ist da, wenn ein offenes Ohr gebraucht wird. „Dasein und Zuhören sind besonders wichtig“, sagt sie. Gerade in neuen Situationen werden Eltern manchmal unsicher, haben Angst, etwas falsch zu machen. Dann ist es Aufgabe der Familienpatin, die Ängste zu erkennen und auf den Grund zu gehen.

Um für alle Aufgaben gerüstet zu sein, erhalten Familienpaten zu Beginn eine kostenlose Schulung. An mehreren Themenabenden werden Informationen zum Thema Erziehung, Gesundheit oder Entwicklung vermittelt. „Allein das ist schon sehr interessant. Ich hätte gern noch weiter gemacht“, sagt Bettina Neumann.

Ans Aufhören denkt die Luckauerin daher nicht. „Ich bin nach wie vor fasziniert von den kleinen Würmchen“, sagt sie. Selbst als sie für eine neue Ausbildung die Patenschaft unterbrochen hat, stand fest: „Sobald es die Zeit wieder zulässt, mache ich damit weiter.“

An ein Ende der Patenschaft mit ihrer Golßener Familie denkt sie deshalb schon jetzt mit Wehmut. In der Regel begleiten Familienpaten ihre Schützlinge von der Schwangerschaft bis zum dritten Geburtstag des Kindes. In dieser Zeit haben Patin und Eltern gemeinsam vieles erlebt und so manche Hürde gemeistert. Das hält zusammen. Das Ende sei allerdings meist fließend. Je älter das Kind werde, desto weniger Fragen tauchen auf. Über gelegentliche Anrufe oder Fotos freut sich Bettina Neumann dennoch.  „Das allein ist schon dank genug für mich. Man spürt, dass man für seine Zeit und Mühe wertgeschätzt wird“, freut sich die 45-Jährige.