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"Eine Große Leistung für ein so kleines Dorf"

Mit einem Festumzug eröffneten die Falkenberger ihre Feier. An der Spitze Ortsvorsteherin Cornelia Seyfert (Mitte), Kai Eggers in der Figur des Ortsvorstehers von 1920, Franz Kopsch, und Peggy Eggers in Flämingtracht.
Mit einem Festumzug eröffneten die Falkenberger ihre Feier. An der Spitze Ortsvorsteherin Cornelia Seyfert (Mitte), Kai Eggers in der Figur des Ortsvorstehers von 1920, Franz Kopsch, und Peggy Eggers in Flämingtracht. FOTO: Keilbach/bkh1
Falkenberg. Schon von Weitem waren die Klänge des Calauer Fanfarenzuges am Samstagvormittag deutlich zu hören. Er kündigte den ersten Höhepunkt des Jubiläumsfestes an – den großen Festumzug. bkh1

Insgesamt 30 Bilder zeichneten ein anschauliches Bild Falkenberger Geschichte. Angeführt wurde dieser von Ortsvorsteherin Cornelia Seyfert und der historischen Figur Franz Kopsch, in den 1920er Jahren Gemeindevorsteher von Falkenberg.

In die historische Kleidung seines Urgroßvaters war Kai Eggers geschlüpft. Seine Frau Peggy präsentierte eine ebenso original erhaltene Flämingtracht. Aus dieser Zeit stammen auch die Fahrräder, die der Großvater von Richard Lehmann in seinem "Fahrrad- und Maschinenbau Lehmann" damals herstellte. Sogar einen Radfahrerverein gab es einst in Falkenberg. "Er wurde 1916 gegründet, hat sich aber zehn Jahre später noch mal neu formiert und nannte sich dann ‚Frei-Weg‘", berichtete Richard Lehmann, der die zu diesem Anlass angefertigte Fahne im Umzug präsentierte. Dass die Landwirtschaft in dem knapp 160 Einwohner zählenden Dorf schon immer eine große Rolle spielte, verdeutlichten nachfolgende Schaubilder vom Karren mit Harken und Garbe über Traktoren verschiedener Generationen bis hin zur modernen Agrartechnik. Dorfjugend, Kita, Jäger, Imker und Feuerwehr spiegelten das heutige Dorfleben wider. Vereine aus Nachbardörfern bereicherten den Umzug mit eigenen Schaubildern, darunter aus Pitschen-Pickel, Wehnsdorf und Kemlitz. Letztere feiern Ende August gleichfalls ihr 800-jähriges Ortsjubiläum. Denn in der Urkunde mit der Ersterwähnung von Falkenberg ist auch Kemlitz genannt.

Eine Kopie des historischen Schriftstücks, in dem Markgraf Dietrich von Meißen "den Klosterbrüdern in Dobrilugk" im Jahr 1217 bestätigt, dass Johannes von Groditz "das Dorf Valkenberg mit meiner Zustimmung verkauft hat", war in der kleinen Ausstellung im Festzelt zu betrachten. Diese zeigte auch eine Dokumentation über den Bau des Falkenberger Wasserwerkes 1929. Darauf wies Cornelia Seyfert während der Begrüßung nach dem Festumzug auf dem Dorfplatz hin. Sie dankte allen an der Vorbereitung und Realisierung des Festes Beteiligten aus dem Ort und den Nachbardörfern. "Der ländliche Raum wird auch weiterhin Zukunft haben, denn hier besteht eine Gemeinschaft, die über Jahrhunderte gewachsen ist und von der Solidarität untereinander lebt", sprach Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann allen seine Anerkennung aus.

Seit mehr als einem Jahr hatten die Falkenberger auf diesen Höhepunkt hingearbeitet und schon der Umzug begeisterte auch auswärtige Zuschauer. "Es ist ein sehr schöner Umzug und für dieses kleine Dorf eine große Leistung", sagte Manfred Schneider aus Dahme.

Zu den zahlreichen ehemaligen Falkenbergern unter den Festgästen zählte Kay Fraundörfer, der seit 30 Jahren in Luckau lebt, aber noch immer Verbindung in sein Heimatdorf hält: "Das Dorf ist richtig schmuck geworden, mit den schönen Häusern und Grundstücken", sagte der Luckauer. Auch der Dorfplatz mit dem wieder aufgebauten Backofen und dem Gemeindehaus gefalle ihm gut. Dort wurde bis in den späten Abend hinein gefeiert, nachdem am Nachmittag das Fest mit dem zu einer guten Tradition gewordenen Mühlengottesdienst bereits einen weiteren Höhepunkt erlebt hatte. Die bis heute erhalten gebliebene historische Bockwindmühle aus dem Jahr 1853 ist neben der Kirche und dem Gutshaus das schon von Weitem sichtbare Wahrzeichen von Falkenberg.