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| 02:40 Uhr

Eine Gala für das "Goldene Schwein"

Als Revueballett setzten die Garde-Tänzerinnen am Ende des Programms noch einmal einen besonderen Glanzpunkt.
Als Revueballett setzten die Garde-Tänzerinnen am Ende des Programms noch einmal einen besonderen Glanzpunkt. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Golßen. Seit Samstag haben auch in Golßen die Narren das Zepter in ihrer Stadt fest in der Hand. Bürgermeister Hartmut Laubisch übergab den Rathausschlüssel und die Stadtkasse. Den "sagenumwobenen letzten Cent" daraus nahm er allerdings wieder mit. Denn ganz so arm scheint das närrische Volk in Golßen nicht zu sein. Am Samstag ehrte es zahlreiche Akteure für ihre Darbietungen mit einem "goldenen" Schweinepokal. Birgit Keilbach

Bevor das derart glänzende Wappentier der Stadt in den verschiedenen Kategorien vergeben wurde, lüftete sich erst einmal der Schleier des selbst im Verein bestens gehüteten Geheimnisses: Das neue Prinzenpaar zog in den Saal ein. Maria I. und Sandro I. werden bis zum Aschermittwoch ihr närrisches Volk regieren. Die 25-jährige Maria Wessel ist als Gardetänzerin und Tanzmariechen den Golßenern bestens bekannt. Sie ist mit ihrem Prinzen bereits seit zwei Jahren fest verbandelt, ließen die Hoheiten in ihrer Antrittsrede verlauten. Der 27-jährige Sandro Kaping stammt aus dem hessischen Fulda, kennt sich mit karnevalistischen Traditionen gleichfalls gut aus und kündigte den Golßenern schon mal an: "Mein Gastspiel als Prinz im närrischen Verein wird nicht ohne Folgen sein", was Vereinsakteure und Publikum mit erwartungsvollem Beifall quittierten. Zunächst jedoch verkündeten die Hoheiten das Motto der 42. Saison: "Bunte Show und Varieté - präsentiert vom GCC".

Einen stimmungsvollen Einstieg erlebte das Publikum mit der Auftaktveranstaltung, bei der verschiedene Laudatoren in den Rollen bekannter Promis die jeweiligen Preisträger des "Goldenen Schweins" ankündigten. Ob Ronald Krüger als Luciano Pavarotti, der mit "Figaro, Figaro" und "O sole mio" die GCC-Kammersänger würdigte, Gernot Klein als Benny Andersson, der die schwungvolle Musical-Showgruppe "Mamma Mia" als eine "Gruppe wie ein Atomkraftwerk, energiegeladen, strahlend aber störanfällig" ankündigte; oder Steffen Glombitza, der Albert Einstein originell wieder auferstehen ließ - alle strapazierten ordentlich die Lachmuskeln des Publikums. Mit spitzer Zunge gelang dies auch den Preisträgern der Kategorie Quatsch-Comedy. Schweinehirt Gernot Klein und Schwein Quiecki alias Carola Guckel spießten lokale Begebenheiten auf. So sinnierten sie darüber, ob das neue Bürgerbüro der Einstieg ins gläserne Rathaus sein könnte, "denn man kann alles mithören, sogar die dienstlichen Gespräche am Nachbartisch." Auch für die neuen Fahnenmasten auf dem Markt bekam die Amtsverwaltung ihr Fett weg und ebenso dafür, dass Ortsfremde noch immer mit "Willkommen im Amt Golßener Land" begrüßt werden.

Lustvoll kommentierten die Narren auch die Selbstbedienungsmentalität der Golßener beim Abriss des Penny-Marktes. Dazwischen erlebten die Zuschauer weitere unterhaltsame Sketche, Slapstick, Break-Dance und ideenreiche Showtänze mit Akrobatik-Elementen und Varieté-Charakter.

Zum Thema:
Am 30. Januar 2016 findet die erste Abendveranstaltung des GCC statt, am 6. sowie am 13. Februar die zwei folgenden. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr im "Treffpunkt bei Aldin". Karten unter Tel.: 035452/1 56 64. Seniorenkarneval ist am 24. Januar um 15 Uhr. Am Tag davor, dem 23. Januar, können alle Fans die Golßener "Dreamboys" beim Lausitz-Ausscheid der Männerballetts in Kolkwitz anfeuern. Am 7. Februar ist der GCC zum großen Umzug in Cottbus.