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| 02:50 Uhr

Einbruchserie verunsichert Lübbener

Lübben. Eine Einbruchserie bestimmt seit Wochen das Stadtgespräch in Lübben. Anfang dieser Woche wurden zwei mutmaßliche Diebe erwischt und festgenommen. Doch die Sorgen in der Spreewaldstadt sind nach wie vor groß. Ingvil Schirling

Wer in den vergangenen Wochen den Polizeibericht in der Lausitzer Rundschau las, erfuhr annähernd täglich von einem Einbruch in der Spreewaldstadt. Am 30. Januar meldet die Polizei einen Einbruch in ein Restaurant, am 3. Februar Kabeldiebstahl vom Bahnhof, am 13. Februar Buntmetallklau vom Friedhof, am 14. Februar einen Einbruch bei der Caritas. Am 17. Februar geht es mit Kellereinbrüchen am Ostergrund weiter, am 18. folgt ein Versuch, in eine Kita an der Berliner Chaussee einzudringen, indem die Fensterscheibe zerstört wurde. Weitere Kellereinbrüche notiert die Polizei am 25. Februar an der Berliner Chaussee und am 3. März an der Lindenstraße. Am 5. März werden gleich drei ähnliche Taten gemeldet: Einbruch in eine Firma an der Majoransheide, ein zerstörtes Münztelefon und daraus geklautes Bargeld, beinahe erwischte Einbrecher an der Akazienstraße. Zu Wochenbeginn wird schließlich ein Einbrecher festgenommen, am Mittwoch ein zweiter.

Die - unvollständige - Aufzählung spiegelt das Gefühl von Lübbenern, dass sich die Einbrüche häufen. Bargeld, Schlüssel, Geldkarten, Familienschmuck, Wertgegenstände verschwanden. Von Beschaffungskriminalität ist die Rede. Doch die Polizei will keine Zahlen herausgeben, weil sie Ende März ihre Kriminalitätsstatistik von 2013 allen Pressevertretern präsentieren möchte. Da sollen einzelne auch auf eigene Nachfrage nicht bevorzugt werden, hieß es aus der Pressestelle.

Die Lübbener machen sich unterdessen Sorgen, was erst in der nahenden Gartensaison passieren soll. "Viele Leute lassen doch nach wie vor die Hintertür offen, wenn sie in den Garten gehen", sagt beispielsweise Susann Lehmann. Nicht wenige müssten sich erst noch darauf einstellen, ihre Häuser besser zu schützen. "Und dabei werden sie jetzt schon ausgekundschaftet", hat nicht nur sie beobachtet.

Betroffen von Einbrüchen und Einbruchsversuchen waren auch die Häuser der Lübbener Wohnungsbau GmbH (LWG). Geschäftsführer Hartmut Kohlmann spricht von mehreren Versuchen in jeder der vergangenen Wochen. Die Mieter seien verunsichert. Den Schaden zahle zwar zunächst die Versicherung, doch nach wenigen Jahren würden die Beiträge steigen - was letztlich zu Lasten der Allgemeinheit geht.

Egal, wer sich äußert zur Häufung von Haus- und Wohnungseinbrüchen in Lübben, fast alle sagen dies: "Die Polizei hat einfach nicht mehr genug Leute." Dennoch gelang es, zwei Diebe zu fassen.

Vor allem aber setzt die Polizei auf Prävention. In Königs Wusterhausen gibt es eine extra Abteilung dafür. Olaf Schulze aus Cahnsdorf bei Luckau arbeitet dort. "Wir kommen vor Ort, auch zu Privatpersonen oder in Kleingärten, und geben Hinweise auf Sicherheitsmängel." Er hat zehn goldene Sicherheitsregeln parat und viele Tipps, wie sich Eigenheimbesitzer, Mieter und Kleingartenpächter schützen können.

Erreichbar sind Olaf Schulze und seine Kollegen unter Tel. 03375 2701080 und -2701083.