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| 02:49 Uhr

Ein sportliches Wiedersehen

Als Familienteam Richter treten die Kinder, Nichten und Neffen von Wolfgang Richter (obere Reihe rechts) seit acht Jahren beim traditionellen Volleyballturnier der Ehemaligen des Bohnstedt-Gymnasiums an.
Als Familienteam Richter treten die Kinder, Nichten und Neffen von Wolfgang Richter (obere Reihe rechts) seit acht Jahren beim traditionellen Volleyballturnier der Ehemaligen des Bohnstedt-Gymnasiums an. FOTO: Keilbach/bkh1
Luckau. Jedes Jahr am 27. Dezember treffen sich die Absolventen des Luckauer Bohnstedt-Gymnasiums am Abend auf dem Luckauer Schlossberg. Seit mehr als zehn Jahren gehört zum Traditionstreffen tagsüber eine sportliche Komponente – das Volleyballturnier. Unter den neun Mannschaften trat auch diesmal wieder eine gut eingespielte an, das Familienteam Richter. Birgit Keilbach / bkh1

"Als Familie treten wir beim Turnier an, seit ich 2007 mein Abi gemacht habe. Denn damit waren wir genügend Leute für eine eigene Mannschaft", erzählt Liesa Richter. Sie ist die jüngste Tochter des Sport- und Biologielehrers Wolfgang Richter, der 1972 die damalige Erweiterte Oberschule in Luckau mit dem Reifezeugnis verließ. Zum Familienteam Richter der Ehemaligen des Bohnstedt-Gymnasiums zählen in diesem Jahr neben Tochter Liesa auch Sohn Robert (Abi 1999), die Nichten Nina (Abi 2005) und Kathrin (Abi 2006), Neffe Michael (Abi 2003) sowie dessen Cousin Hendrik (Abi 2010).

"Wir treffen uns seit acht Jahren immer zum Volleyballturnier, weil alle gern Sport machen. So ist die Tradition des Gymnasiums auch eine Familientradition geworden", resümiert Wolfgang Richter. Denn die erwachsenen Kinder, Nichten und Neffen wohnen inzwischen über ganz Deutschland verteilt, in Dresden, Erfurt, Gießen und Hamburg. Als Fußballer, Hand- und Volleyballer sind sie das ganze Jahr über aktiv. Liesa, die als Sportingenieurin in Hamburg arbeitet, freut sich jedes Jahr auf das Wiedersehen. "Zu Weihnachten kommen alle aus der Familie zu ihren Eltern, die in Luckau und Umgebung wohnen. Und so gibt es beim Volleyball immer ein großes Wiedersehen", sagt sie. Wolfgang Richter freut sich zudem, bei dieser Gelegenheit auch ehemalige Sportlehrer-Kollegen wiederzutreffen. Norbert Hommel und Wolfram Mogk organisieren das jährliche Turnier der Bohnstedt-Absolventen. Bis 16 Uhr wird am Samstag in entspannter Atmosphäre und dennoch mit sportlichem Ehrgeiz in der Turnhalle des Gymnasiums an den Netzen gepunktet. Das Familienteam Richter schafft es am Ende auf Platz vier.

Am Abend füllt sich der Saal auf dem Schlossberg ganz allmählich und es kommen eher die jüngeren Abschlussjahrgänge zusammen. Auch Wolfgang Richters Tochter Liesa ist bei den Eltern geblieben. Ihr Jahrgang organisiere die Zusammenkünfte außerhalb des Ehemaligentreffens zum Jahresende, "wie jeder Zeit hat und es für die meisten passt", erläutert Liesa. Ihr Cousin Michael und seine Frau Verena hingegen sind neugierig, wer von Michaels Abschlussjahrgang 2004 nach zehn Jahren zum abendlichen Wiedersehen kommen wird. Als ersten treffen die zwei in Erfurt arbeitenden Tierärzte Daniel Klawitter. Er habe in diesem Jahr seine Promotion in Mathematik an der TU Dresden abgeschlossen, erzählt er. Ab dem kommenden Jahr wird der ehemalige Bohnstedt-Absolvent in der Softwareentwicklung arbeiten. Frank Leitritz ist nach einigen Jahren Arbeit in Bielefeld wieder in die Heimat zurückgekehrt. Er wohnt jetzt in Golßen und arbeitet als Instandhaltungselektriker im Baruther Sägewerk.

Michaels Cousin Hendrik hat mit Jessica Lehniger, Annemarie Lieske, Anne Deutschmann und Anne Behnke schon eine größere Gruppe Ehemaliger seines Jahrgangs 2010 gefunden und tauscht sich mit ihnen über die Erlebnisse der vergangenen zwölf Monate aus. "Es ist schön, hier Leute zu treffen, die man das ganze Jahr nicht sieht", sagt Anne Behnke. Dazu zählten auch die Lehrer, "die einen durch die Schulzeit geleitet haben", ergänzt Anne Deutschmann.

Zum Thema:
Im Jahr 1953 hob der damalige Schulleiter der Erweiterten Oberschule Luckau (EOS), Siegfried Kühnast, das Ehemaligentreffen aus der Taufe. Seitdem finden die Wiedersehensabende ohne Unterbrechung in jedem Jahr am 27. Dezember statt. Auch als der Saal auf dem Schlossberg ab 1978 eine Zeitlang nicht mehr nutzbar war und die EOS "Karl Liebknecht" 1982 geschlossen wurde, hielten die Organisatoren weiter daran fest. Heute wird das jährliche Wiedersehen vom Förderverein des Gymnasiums organisiert.