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| 19:14 Uhr

World Ranger Day
Ein Ranger für alle Fälle

  Ranger Ulf Bollack (4.v.r.) erklärt  Naturfreunden Zusammenhänge der  Ökosysteme. Die Umweltbildung ist eine Säule bei der Arbeit der Ranger.
Ranger Ulf Bollack (4.v.r.) erklärt Naturfreunden Zusammenhänge der Ökosysteme. Die Umweltbildung ist eine Säule bei der Arbeit der Ranger. FOTO: Naturwacht
Zum World Ranger Day: Ulf Bollack erklärt, welche Aufgaben im Naturpark anstehen. Von Anja Brautschek

Der Arbeitsplatz von Ulf Bollack befindet sich in der Natur. Zwischen Bäumen, an Teichen, in Mooren und auf Wiesen gilt es, die Bestände heimischer Tier- und Pflanzenarten genau im Blick zu behalten. Der Beruf des Rangers klingt zunächst einfach. Doch die Tücken stecken im Detail.

„Wir sind die Augen und Ohren der Verwaltung“, fasst Ulf Bollack, Gebietsleiter der Naturwacht Niederlausitzer Landrücken, seine Aufgabe als Ranger zusammen. Drei wesentliche Schwerpunkte behalten die Ranger im Blick: Umweltbeobachtung, Umweltbildung und die Gebietskontrolle. Mit diesem Aufgaben-Portfolio bietet der Beruf des Rangers jede Menge Abwechslung. Im Naturpark Niederlausitzer Landrücken mit einer Fläche von rund 58 000 Hektar kümmern sich neben Ulf Bollack auch Monika Gierach, Jörg Nevoigt und Hans-Christian Funk darum.

Oberstes Ziel der Ranger ist es, die heimische Vielfalt zu bewahren und im besten Fall weiter zu verbessern. Um den Zustand der Ökosysteme feststellen zu können, müssen Populationen und abiotische Umweltfaktoren wie Pegelstände und Wasserqualitäten regelmäßig gezählt beziehungsweise überprüft werden. Dazu ist mitunter Fingerspitzengefühl und ein wachsames Auge gefragt. Jeder einzelne Naturwächter kann Hunderte heimische Tier- und Pflanzenarten unterscheiden. „Wir kennen allein bestimmt 100 Vogelstimmen“, verdeutlicht Ulf Bollack das umfangreiche Wissen der Ranger. Bei den Erfassungen der Populationen konzentrieren sie sich auf Leitarten wie Fischotter, Wolf oder Hirschkäfer. „Das bedeutet nicht, dass andere Arten nicht wichtig sind. Aber Leitarten sind ein wichtiger Indikator für ein Ökosystem“, erklärt der Ranger. Geht es ihnen nicht gut, hat das Auswirkungen auf die gesamte Nahrungskette. So beispielsweise auf den Wolf. Dass er sich in Brandenburg so rasant ausbreiten konnte, sei ein Zeichen für eine sehr hohe Wilddichte in den Wäldern.

Solche Zusammenhänge in der Natur zu erläutern, ist ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Ranger. „Wir wollen zeigen, dass so ein Naturpark vor der eigenen Haustür auch Vorteile bringt“, sagt Ulf Bollack. Die Mitarbeiter der Naturwacht sehen sich dabei als Mittler zwischen Mensch und Natur. Mit Führungen, Projekten oder Vorträgen sind sie Ansprechpartner für Einheimische, Landnutzer und Touristen. Vor allem die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt ihnen am Herzen. „Unser Anliegen ist es, dass die Kinder die lebende Natur kennenlernen. Deshalb sind wir mit ihnen fast immer draußen. So können sie alles mit allen Sinnen wahrnehmen“, sagt der Ranger. Der Geruch der Natur nach einem Regenguss, das Rufen von Kuckuck oder Uhu sowie die Fährten von Tieren auf dem Waldboden. Schlüsselerlebnisse, die bei den Kindern unvergessliche Erinnerungen schaffen können. „Wir wollen Kinder emotional berühren. So entwickelt sich ein ganz anderes Verständnis für die Natur“, erzählt er.

So ein Verständnis führt zu einem  bedachteren Verhalten in der Natur. Bei regelmäßigen Rundgängen kontrollieren die Ranger auch die Durchsetzung naturschutzfachlicher Planungen sowie Rechtsverordnungen. In erster Linie treten sie dabei belehrend auf. Bei Verstößen haben sie aber auch die Möglichkeit, Anzeigen zu verfassen. „Jeder macht alles im Gebiet. So gleicht kein Tag dem anderen. Und genau das macht die Arbeit in der Naturwacht so spannend“, fasst Ulf Bollack zusammen.