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Ein Leben für den Sportverein

Günter Jentsch (l.) vom Landessportbund gratuliert Wilfried Staffe zur Auszeichnung mit dem brandenburgischen Sportadler.
Günter Jentsch (l.) vom Landessportbund gratuliert Wilfried Staffe zur Auszeichnung mit dem brandenburgischen Sportadler. FOTO: Foto-Zahn/fza1
Luckau. Einen Großteil seines Lebens ist Wilfried Staffe mit dem heutigen Sportclub Einheit in Luckau verbunden. Als junger Kegler angefangen, ist er dort seit nunmehr 50 Jahren Mitglied im Vorstand. Der Landessportbund zeichnete ihn dafür mit dem Sport adler aus. Anja Brautschek

Ein Lächeln huscht über sein Gesicht, als sich Wilfried Staffe an Erfolge und Erlebnisse während der Jahrzehnte beim SC Einheit erinnert. Sportlicher Lorbeer als Kegler wie der Sieg bei Kreismeisterschaften, ein Turniersieg im Paarkampf beim Keglerturnier in der damaligen Volksrepublik Polen oder ein dritter Platz beim Werner-Seelenbinder-Gedenkturnier ist dabei nur die eine Seite. Noch wichtiger sei es dem heute 77-Jährigen immer gewesen, andere zu unterstützen und zu helfen, wo es nur geht. "Ich war nie hinter persönlichen Erfolgen her. Es erfreut mich am meisten, wenn ich anderen durch meine Arbeit Glücksgefühle verschaffen kann", sagt Wilfried Staffe.

Besonders die Arbeit mit dem Kegelnachwuchs liegt ihm dabei am Herzen. 1968, sechs Jahre nachdem er dem Verein beitrat, hat Einheit Luckau mit der Jugendarbeit begonnen. Viele Jahre lang setzte sich Wilfried Staffe als Jugendwart für den Nachwuchs ein und bildete bereits zu DDR-Zeiten mehr als 100 Übungsleiter aus. Der Luckauer führte eine neue Spielweise ein, die noch heute landesweit Grundlage für Wettkampfturniere im Kegelsport ist und den Grundstein für Luckauer Spitzenleistungen legte. Im Jahr 1991 waren erstmals Nachwuchskegler des SC Einheit bei den Deutschen Meisterschaften am Start. Seither seien durchgängig mindestens drei Luckauer Kinder und Jugendliche dort vertreten, erzählt Wilfried Staffe stolz.

Sichtbare Spuren

Auch als Vorstandsmitglied versuchte er alles, um den Verein voran zu bringen, denn "ohne den Verein bin ich nichts". So hatte Wilfried Staffe großen Anteil daran, dass Luckau 1968 die erste automatisierte Kegelbahn im Bezirk Cottbus erhielt. 22 Jahre - bis 2012 - war der gelernte Gärtner Vorstandsvorsitzender des SC Einheit. "In so einer Position hat man den Ehrgeiz, etwas daraus zu machen", sagt er. Und das gelang. Unter Wilfried Staffes Leitung konnte der Sportverein die gesamte Sportanlage übernehmen, die Kegelbahnautomatik modernisieren und das Sportgebäude erneuern. Dabei betont er immer wieder: "Ohne die vielen freiwilligen Helfer und die Unterstützung durch ortsansässige Firmen und die Stadt wäre das alles nicht möglich gewesen."

Die ehrenamtliche Arbeit begleitet ihn bis heute. Auch mit 77 Jahren engagiert er sich noch im Vorstand "seines" SC Einheit.

Sich um junge Menschen zu kümmern, lag ihm auch über den Sport hinaus am Herzen. 20 Jahre lang leitete Wilfried Staffe die Station Junger Naturforscher und Techniker in Luckau. 1990 wurde er Leiter des Schwerstbehindertenheimes in Waltersdorf. Dort schaffte er es bis zu seinem Ruhestand 1999 gemeinsam mit den Mitarbeitern, neue, zeitgemäße Wohn- und Betreuungsbedingungen für die 40 Heimbewohner durchzusetzen.

Was sein Herz erfreut

Für seine Leistungen wurde Wilfried Staffe mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt. Er bekam unter anderem die goldene Ehrennadel des Landessportbundes, wurde im Jahr 2006 zum Luckauer Ehrenbürger ernannt und bekam kürzlich den brandenburgischen Sportadler des Landessportbundes für seine langjährige Mitgliedschaft im Vorstand des SC Einheit Luckau verliehen. Doch offizielle Ehrungen seien ihm nicht so wichtig, gesteht er. Gerührt zeigt er Dankesbriefe und Geburtstagswünsche von Sportlern, ehemaligen Kollegen und Bekannten. "Es sind solche persönlichen Dinge, die mein Herz erfreuen", sagt Wilfried Staffe.