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| 18:00 Uhr

Ergotherapie in Brandenburg
Ein Kleinod für die Gesundheit

Elisabeth Hartz-Hoffmann hat den Sternenhof in Schlabendorf 1992 gekauft und als Ergotherapiepraxis umgebaut. Therapiehund Frieda darf auf dem Grundstück nicht fehlen.
Elisabeth Hartz-Hoffmann hat den Sternenhof in Schlabendorf 1992 gekauft und als Ergotherapiepraxis umgebaut. Therapiehund Frieda darf auf dem Grundstück nicht fehlen. FOTO: Anja Brautschek / LR
Schlabendorf. Sternenhof in Schlabendorf ist eine der ältesten Ergotherapie-Praxen in Brandenburg.

Der Sternenhof ist ein idyllisches Gehöft inmitten des Ortes. Der Hof ist links und rechts von geweißten Gebäuden eingerahmt. Hinter der Scheune erstreckt sich ein großer Garten. Dort gedeihen im Sommer Obst und Gemüse. Nebenan weiden die Schafe. Doch der Sternenhof ist mehr als ein traditioneller Bauernhof auf dem Land. Denn dort werden Patienten behandelt.

Seit 1998 betreibt Elisabeth Hartz-Hoffmann in Schlabendorf eine Ergotherapiepraxis. Den Bauernhof hat die Ergotherapeutin bereits 1992 erworben und als Praxis umgebaut. Schlabendorf ergänzt damit ihre Praxis in Berlin und eine weitere Zweigstelle in Straupitz. „Meine Praxis war die erste für Ergotherapie in Brandenburg“, sagt Elisabeth Hartz-Hoffmann. Nach mehreren Besichtungen verschiedener Grundstücke hat sie sich in den alten Bauernhof in Schlabendorf sofort verliebt. „Es ist ganz süß hier“, beschreibt sie ihre ersten Gedanken. Alte Holzbrücken über den kleinen Fluß und verwilderte Rosenbüsche strahlten Ruhe und Idylle aus. Für die Ergotherapeutin war es der richtige Platz für ihr Konzept.

Das Domizil dient als Praxis und Ort für Seminare. Mit ihren Patienten hat sie vor der Anschaffung therapeutische Reisen nach Afrika unternommen. Die fremde Umgebung und klare Strukturen halfen unter anderem, Schreibschwächen zu überwinden. Doch mit dem ersten Golfkrieg und der damit verbundenen ansteigenden Terrorgefahr wurden Reisen für sie zu gefährlich. „Ich habe deshalb ein kleines Hexenhäuschen für diese Seminare gesucht und wurde in Schlabendorf fündig“, sagt sie.

Der Anfang in der Lausitz war jedoch nicht leicht. Kontakte zu Ärzten mussten aufgebaut und die Therapiemöglichkeiten erläutert werden. „Für viele war ich die Frau aus dem Westen, die Verrückte behandelt“, beschreibt sie ihre Anfänge. Doch immer mehr patienten aus der Region ließen sich in Schlabendorf behandeln. Damit stieg auch die Akzeptanz. Heute ist der Sternenhof in Schlabendorf ihr zweites Zuhause. Immer an ihrer Seite ist dabei Therapiehund Frieda. Er bewacht Haus und Hof und ist Teil der tiergestützten Therapie.

„Ich bin immer offen für neue Idden, um den menschen besser helfen zu können“, sagt sie. Trotz moderner Methoden gleicht die Praxis aber noch immer einem Bauernhof um 1900. Im Therapieraum steht der alte Kachelofen und schafft bei motorischen oder musikalischen Übungen eine besondere Atmosphäre. In der Küche wird auf einer Kochmaschine gekocht. Für Patienten des Sternenhofs ist es eine kleine Auszeit vom Alltag. „Bedürftige Familien haben wir auch schon für ein paar Tage hier aufgenommen. Das ist wie ein kleiner Urlaub“, sagt Elisabeth Hartz-Hoffmann. Behandelt werden unter anderem Kinder mit Konzentrationstörungen, psychischen Erkrankungen, orthopädische Einschränkungen, aber auch die Folgen von Schlaganfällen. „Ich möchte den Menschen eine Chance geben und gehe darauf ein, was für sie am besten ist“, beschreibt sie ihre Grundeinstellung. Aus diesem Grund gehören trotz kleinem Team von vier Therapeuten Hausbesuche zur Tagesordnung. 

Doch geeignetes Personal für diese Anforderungen zu finden, werde zunehmend schwieriger. Die Schnellebigkeit der Gesellschaft werde auch im beruflichen Alltag deutlich. „Ich glaube, dass der Beruf aussterben wird“, sagt Elisabeth Hartz-Hoffmann. Den Sternenhof aufgeben will sie derzeit dennoch nicht. „Ich habe den Schritt hierher nie bereut“, betont sie.

Die „Banker-Street“ im Garten wurde als Ferienprojekt gemeinsam mit Kidner errichtet. Jede Bank steht unter einem anderem Titel.
Die „Banker-Street“ im Garten wurde als Ferienprojekt gemeinsam mit Kidner errichtet. Jede Bank steht unter einem anderem Titel. FOTO: Anja Brautschek / LR