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"Ehrenamtler sind unser Reichtum"

Rund 100 Heideblicker waren zum ersten Ehrenamtskonvent auf der Waldbühne eingeladen worden.
Rund 100 Heideblicker waren zum ersten Ehrenamtskonvent auf der Waldbühne eingeladen worden. FOTO: Keilbach/bkh1
Gehren. Sie machen nicht viel Aufhebens um eine Sache, packen selbstverständlich mit an, sind immer zur Stelle – Menschen, die sich ehrenamtlich in Kommunalpolitik, Kultur, Feuerwehr, Sport und anderen Vereinen engagieren. Sie sorgen für Ordnung, sind für andere da, kümmern sich um Nachbarn, Ältere oder Kranke. Birgit Keilbach / bkh1

"Immer kommen wir und fragen: ‚Könntet ihr mal . .‘ Heute wollen wir einmal Danke sagen", erklärte Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos).

Erstmals veranstaltete die Gemeinde deshalb im Juli einen Ehrenamtskonvent auf der Gehrener Waldbühne.

Rund einhundert Bürger seien eingeladen worden, "und wir haben sicher noch den einen oder anderen vergessen, doch das heißt nicht, dass wir deren Engagement weniger wertschätzen ", betonte er. 75 Vereine habe die Gemeinde und alle leisteten ihren Beitrag für ein gut funktionierendes Zusammenleben.

Die Anerkennung für das über viele Jahre hinweg Geleistete könne er auch nicht besser ausdrücken als sein Amtskollege Manfred Hartfelder in der Gemeinde Dahmetal: "Der eigentliche Reichtum unserer Gemeinde sind die vielen Ehrenamtler. Nirgends in Deutschland sind sie so wichtig wie auf dem flachen Land", sagte Frank Deutschmann. Sie sei gern bei den Menschen in der Gemeinde vor Ort, erklärte die Bundestagsabgeordnete Jana Schimke (CDU). "Sie hier vor der Waldbühne gehören jenem Teil ihrer Mitmenschen, die das Leben in den Dörfern lebenswert gestalten", sprach sie ihre Anerkennung aus. Egal, wie klein oder groß der jeweilige Beitrag des Einzelnen sei, er komme immer dem Gemeinwohl zu Gute, würdigte LDS-Landrat Stephan Loge (SPD) die Arbeit der Freiwilligen. Das gewählte Ehrenamt in der Kommunalpolitik sei eines der wichtigsten Standbeine der Gesellschaft. "Das gilt es, auch jungen Menschen zu vermitteln, damit sie den Staffelstab von der äteren Generation übernehmen", sagte Stephan Loge.

Die Idee der Zusammenkunft kam bei den Frauen und Männern aller Generationen gut an. Sie freuten sich über die Anerkennung und die damit verbundene Möglichkeit zum Austausch in entspannter Atmosphäre. Darunter Ilka Mikalo, die sich seit acht Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr Waltersdorf engagiert und seit diesem Jahr als Jugendwartin den Nachwuchs betreut.

"Es ist schon beachtlich, dass gerade das eher unauffällige Ehrenamt auch mal gewürdigt wird", befand der Waltersdorfer Dorfclub-Chef Alexander Nagel. Sie kenne die meisten der Anwesenden, sagte Cornelia Seyfert, Ortsvorsteherin von Falkenberg. "Ich finde es super, dass wir mal Gelegenheit haben, uns über Erfahrungen auszutauschen oder Dinge abzusprechen." Begeistert war auch die ehemalige Ortsvorsteherin von Bornsdorf, Christa Wilks: "Das hat es in den vergangenen 40 Jahren noch nicht gegeben. Eine schöne Art der Anerkennung auch für jene, die immer zur Stelle sind, wenn man sie braucht." Damit meinte sie Elli Richter, die sich in Bornsdorf um viele Dinge kümmert. Sie helfe beispielsweise in der Dorfkirche, schließe beim Seniorennachmittag stets die Türen auf und als Letzte wieder zu. "Alles Selbstverständlichkeiten, deren Fehlen erst bemerkt wird, wenn keiner mehr da ist, der es macht", sagte Christa Wilks.

Die Einladung habe sie überrascht, erklärte Michael Zieke vom Verein "Pro Goßmar". "Wir haben ein gutes Verhältnis zur Gemeinde, bekommen einerseits finanzielle Unterstützung und organisieren andererseits viele Dinge im Dorf. "Vom Frühjahrsputz über kleinere Instandhaltungsmaßnahmen bis zu kulturellen Höhepunkten reiche die Palette. Das Treffen der Ehrenamtler biete eine gute Möglichkeit, den Kontakt zu den Nachbarorten noch weiter zu stärken. "Denn unsere 650-Jahr-Feier im nächsten Jahr wollen wir mit vielen Ortsteilen gemeinsam gestalten und feiern", blickte er voraus.