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| 17:49 Uhr

Neues Konzept für ehemaliges RVS-Gelände
Aus Gewerbefläche wird Wohnraum

Auf dem ehemaligen RVS-Gelände soll moderner Wohnraum entstehen. In der Gartenanlage zwischen Kernstadt (in rot) und dieser Fläche soll der grüne charakter erhalten bleiben.
Auf dem ehemaligen RVS-Gelände soll moderner Wohnraum entstehen. In der Gartenanlage zwischen Kernstadt (in rot) und dieser Fläche soll der grüne charakter erhalten bleiben. FOTO: Machule/Usadel
Luckau. Städteplaner erstellen Grobkonzept für ehemaliges RVS-Gelände in Luckau. Die Ideen sollen in den kommenden Jahren konkretisiert werden. Von Anja Brautschek

Ein Schandfleck von Luckau könnte in den kommenden Jahren verschwinden. So sieht es zumindest das Konzept von Dittmar Machule und Jens Usadel vor. Die beiden Städteplaner haben ein Konzept für das ehemalige RVS-Gelände am Zaackower Weg entwickelt.

Das Grundstück gleicht derzeit einer Stadtbrache. Es ist ungepflegt und vernachlässigt. „Dennoch hat die Stadt Luckau dort Chancen“, sagt Dittmar Machule, Professor für Stadtentwicklung und Städtebau an der Technischen Universität in Hamburg. Der gebürtige Luckauer hat gemeinsam mit dem Architekten Jens Usadel die Gewerbefläche sowie die benachtbarte Gartenfläche westlich der Berste städtebauhistorisch untersucht. Das Ergebnis: Es ist ein Grundstück mit städtebaulicher Besonderheit. Es sei eines der letzten Zeugnisse der alten Gartenanlagen aus früheren Zeiten. Bis ins 18. Jahrhundert haben sich entlang der Berste Streifen zur intensiven Gartennutzung herausgebildet.

Das Gebiet östlich der Fläche war lange Zeit geprägt von Acker- und Wiesenflächen. Dies wurde anhand historischer Aufzeichnungen deutlich, die die beiden Städteplaner recherchiert und zusammengetragen haben. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts siedelten sich in diesem Bereich die ersten Gewerbetreibenden an. Im Vergleich zu anderen Städten entwickelte sich Luckau in dieser Zeit laut Machule jedoch recht zögerlich. Die östliche Stadtausdehnung schritt nur langsam voran.

„Die Berste ist der Gründungsfluss der Stadt, ähnlich wie die Elbe für Hamburg oder die Spree für Berlin“, sagt Dittmar Machule. Die Planer empfehlen deshalb, die Berste und das grüne Areal besonders zu berücksichtigen. „Ein Zusammenwirken zwischen einer besonderen Nutzung und der Form kann eine Anziehungskraft für das Gebiet entwickeln“, erklärt Dittmar Machule. Die Innenstadt und das darin enthaltene Potenzial dürfe allerdings nicht unter der Entwicklung der Stadtbrache leiden.

Mit dem richtigen Konzept kann eine Entwicklung des Gebietes die Lebendigkeit der Altstadt weiter fördern, sind sich die Stadtplaner einig. Sie schlagen vor, zunächst den Fokus auf das Alt-Gewerbegelände, also das ehemalige RVS-Gelände, zu legen. Das Grundstück besteht aus vier Flurstücken mit einer Fläche von insgesamt rund 29 000 Quadratmetern. Laut dem Konzept könnte dort qualitätvoller Wohnraum in einer offenen Bauweise entstehen. „Um diese Offenheit herzustellen, könnten etwa mehrere Baukörper mit jeweils sechs bis acht Wohnungen, verteilt auf drei Etagen, errichtet werden“, erklärt Jens Usadel.

Im Gegensatz zur bisher gewerblichen Nutzung, fügt sich diese Nutzungsform harmonisch in das Umfeld ein. Denn dass Gelände ist heute umgeben von Wohngebieten. Die vorhandenen Altbauten könnten bestehen bleiben und entsprechend umgenutzt werden, sodass es mit dem Nutzungskonzept zusammenpasst. Sinnvoll wären an diesem Ort beispielsweise eine Kita oder andere öffentliche Einrichtungen. Das Konzept sei keineswegs festgesetzt, sondern flexibel erweiterbar. „Wir hoffen, dass in diese Richtung weitergedacht und gemeinsam mit Luckauern darüber konstruktiv diskutiert wird“, so Jens Usadel.

Die Berste soll außerdem weiter in den Fokus rücken. Eine zusätzliche Brücke über den Fluss kann die Verbindung zwischen den neuen Wohngebieten und der Altstadt schaffen. Der grüne Charakter der Gartenanlage soll erhalten bleiben. Darüber sind sich sowohl Stadtplaner, als auch die Anwesenden einig. Ursula Rothe schlägt vor: „Der Spielplatz dort ist der älteste in Luckau. Das Klettergerüst hat bereits Jahrzehnte überdauert. Vielleicht kann dies durch moderne Geräte ergänzt werden.“ Auch Outdoor-Fitness wäre vorstellbar.

Bis das Konzept konkretisiert und das Quartier fertig gestellt ist, werden jedoch noch Jahre vergehen. Ein entsprechender Bebauungsplan muss aufgestellt und der Baugrund untersucht werden. „Ein aus der Geschichte heraus entwickeltes Konzept für dieses Fläche ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt“, betont Dittmar Machule.