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| 02:46 Uhr

Ehemalige Kita wird Senioren-WG

Aus der Kita wird eine Wohngemeinschaft mit sieben Einzelzimmern für pflegebedürftige Senioren. Betreiberin Daniela Maurer arbeitet beim Umbau eng mit Vermieter Edgar Kaiser zusammen, der im Hofgebäude selbst bereits Zweiraum-Wohnungen für Senioren eingerichtet hat.
Aus der Kita wird eine Wohngemeinschaft mit sieben Einzelzimmern für pflegebedürftige Senioren. Betreiberin Daniela Maurer arbeitet beim Umbau eng mit Vermieter Edgar Kaiser zusammen, der im Hofgebäude selbst bereits Zweiraum-Wohnungen für Senioren eingerichtet hat. FOTO: be
Kasel-Golzig. Kasel-Golzigs Kita-Kinder sind im Dezember in einen Neubau umgezogen. In ihrer früheren Bleibe sind seither die Handwerker zugange. Eine Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Senioren soll im April eröffnet werden. Carmen Berg

Vor der Tür stehen Baufahrzeuge. Handwerker karren Material heran. Nach dem Auszug der Kinder ist das Haus zur Baustelle geworden. Die Golßenerin Daniela Maurer will dort ab April eine Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Senioren mit sieben Plätzen etablieren. Es ist bereits ihre zweite. Die erste Senioren-WG im Haus "Sommergarten", einem alten Bauernhaus in Golßen, ging noch vor Weihnachten in Betrieb. "Sie ist ausgebucht", sagt Daniela Maurer. Die 43-Jährige betreibt bereits seit 2012 in Golßen erfolgreich eine private Tagespflege. Doch sie wollte mehr tun für alte Menschen, die Hilfe brauchen. Wo in den Familien die Pflege zum Problem wird, sieht sie in den Wohngemeinschaften eine Alternative zum Heim. Der Zuspruch für das Erstprojekt habe zum Weitermachen ermutigt, sagt sie.

"Meine Mutter, mein Vater wollen auf dem Dorf bleiben", höre sie oft von Angehörigen. Dem Wunsch komme das "Haus Eichenallee" in Kasel-Golzig entgegen, es liege ländlich, aber nicht aus der Welt, so Daniela Maurer.

Vermieter Edgar Kaiser, der in Golßen ein Bauplanungsbüro führt, richtet die frühere Kita in enger Abstimmung mit der WG-Betreiberin für die neuen Nutzer her. An dem Haus hänge sein Herzblut, erzählt er. Schon als Junge sei er oft dort in der Zimmererwerkstatt seines Onkels Alfred Lehmann gewesen.

Innen ein neues Gesicht

Zur späteren DDR-Zeit hatte auf dem Gelände der Ingenieurtiefbau Kasel-Golzig seinen Sitz und war auch Edgar Kaisers Arbeitgeber. "Wir haben fast jede zweite Brücke im Spreewald gebaut", blickt er zurück. Im Vorderhaus, das 1996 Kita wurde, seien vorher Büros gewesen. Im Obergeschoss gibt es zwei Wohnungen. In einer verbrachten Edgar Kaiser selbst und seine Frau ihre ersten Ehejahre. Das Objekt sei Teil seiner ganz persönlichen Geschichte, deshalb habe er es im Jahr 2007 gekauft, sagt Edgar Kaiser. Die Wohnungen im Obergeschoss sind vermietet. Im Erdgeschoss richten die Handwerker die früheren Kita-Räume so her, dass sich alte Menschen geborgen fühlen können. Sieben Bewohnerzimmer wird es Daniela Maurer zufolge geben, die die Senioren nach eigenen Wünschen möblieren können. Aus einem Schlafraum für die Kinder wird durch Umbau und Erweiterung ein großer Gemeinschaftsraum mit integrierter Wohnküche. Ein Fenster wird zur Tür, die auf eine Terrasse führt.

Rund um die Uhr werden Betreuungskräfte für die Senioren da sein. Ein separates Personalzimmer allerdings sucht man im "Haus Eichenallee" vergeblich. "Unsere Mitarbeiter leben und arbeiten mit den Senioren zusammen wie in einer Familie, in die auch die Angehörigen eng einbezogen sind", erklärt Daniela Maurer das Konzept. "Gemeinsam statt einsam", beschreibt ein Schild am Eingang das Motto für die Wohngemeinschaft. Angebote vom gemeinsamen Musizieren oder Kuchen backen bis zu altersgerechter Bewegung, Gedächtnistraining und Ausflügen sind geplant.

Zum 1. April soll das Kasel-Golziger Haus bezugsfertig sein. Anfragen sind noch möglich. Bedingung für den Einzug in die Wohngemeinschaft ist eine Pflegestufe, sagt die Betreiberin. Sie will mit dem neuen Objekt auch weiter Personal aufstocken. Gesucht würden Pflegefachkräfte, ausgebildete Pflegehelfer und Betreuungskräfte, so Daniela Maurer.

Alternative für Paare

Die Zimmer im "Haus Eichenallee" sind für eine Person ausgelegt. In einem Nebengebäude hat Edgar Kaiser in eigener Vermietung drei seniorengerechte Appartements mit Wohnküche, Schafzimmer und altersgerechten Bädern eingerichtet. "Sie sind zum Beispiel geeignet für Eheleute, die für die WG noch zu fit sind, aber Betreuung gern in ihrer Nähe wollen", sagt er. "Es gibt immer mehr ältere Menschen in der Region, die passgerechte Lebensformen suchen", so Edgar Kaiser. Auch Daniela Maurer sieht das so. Sie plant in der Spreewald-Region für die Zukunft weitere Senioren-Wohngemeinschaften.

Zum Thema:
Für künftige WG sucht Daniela Maurer geeignete Häuser mit Platz für acht bis zehn geräumige Zimmer sowie für Gemeinschaftsräume, gern auch zur Miete, sagt sie. Auskünfte erhalten potenzielle Vermieter, Nutzer oder Stellenbewerber unter Telefon 035452 121992 im neuen Pflegestützpunkt in Golßen, der für die ambulante medizinische Betreuung der Bewohner ebenfalls gegründet wurde. Mail: Pflegedienst@leben-pflegen.de