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| 02:41 Uhr

"Düsentrieb" überfliegt "Ackerfurche"

Glücklich über das erreichte Ziel und den Wanderpokal waren die Jungs vom "MSV Düsentrieb" aus Lübbenau.
Glücklich über das erreichte Ziel und den Wanderpokal waren die Jungs vom "MSV Düsentrieb" aus Lübbenau. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Luckau. Spannung bis zur letzten Sekunde haben die Aktiven und Zuschauer am Samstag in der Sporthalle des Luckauer Bohnstedt-Gymnasiums erlebt. Das traditionelle Winterturnier der Fußball-Freizeitmannschaften mauserte sich in der Schlussphase zu einem Turnier der Siebenmeter-Entscheidungen. Birgit Keilbach / bkh1 bkh1

Den Wanderpokal errang der "MSV Düsentrieb" Lübbenau, der sich im finalen Toreschießen mit 3:2 gegen das Team "Ackerfurche" aus Calau durchsetzte. Platz drei belegten die "Freestyler" aus Cottbus. Zwölf Mannschaften waren insgesamt zum Turnier angetreten. Sie kamen aus Luckau, Krossen, Golßen, Zützen, Lübbenau, Calau und Walddrehna.

Unter den Spielern befanden sich auch viele junge Geflüchtete, die in ihrer Freizeit oder bereits in Vereinen der Region aktiv Fußball spielen. Hani Kalaji beispielsweise hat in der vergangenen Saison in der B-Jugend von Rot-Weiß Luckau mitgespielt. Der 16-jährige Syrer kam vor einem Jahr aus Aleppo nach Luckau und lebt in der Jugendwohngruppe des ASB in der Berstestadt. "Ich wohne mit anderen Jugendlichen zusammen und habe mich gut eingelebt. Seit ich die deutsche Sprache beherrsche, ist auch das Lernen einfacher", sagt Hani Kalaji, der die 9. Klasse in der Oberschule "An der Schanze" besucht.

In der zur Schule gehörenden Turnhalle treffen sich jetzt im Winter wöchentlich rund 20 junge Geflüchtete zum Fußballtraining. Aufgebaut und organisiert hat den Freizeitsport der Luckauer Stadtverordnete Hans Lamich (Die Linke). "Im Sommer 2016 haben wir mit dem Fußballtraining begonnen, da kamen manchmal bis zu 30 Jungs", erzählt Lamich, der sich seit dessen Gründung im Verein "Mensch Luckau" engagiert. Beim Turnier am Samstag trat dieser mit zwei Teams mit jungen Spielern aus Syrien und dem Iran an. Mit Freizeitfußballern aus dem Tschad hatte sich auch das Team "Freestyler" aus Cottbus verstärkt. Die Freude über den dritten Platz am Ende war groß.

Fußballerisch laufe das Turnier auf hohem Niveau ab, schätzt Schiedsrichter Frank Kaminski ein. "Auch von den Flüchtlingen müssen viele schon vorher in ihren Heimatländern Fußball gespielt haben", vermutet der Unparteiische vom SV Wacker Schönwalde. Seit dem ersten Winterturnier steht er an der Mittellinie, wechselt sich am Samstag mit Mathias Rienas vom RSV Waltersdorf bei Schönefeld ab. "Vom Anfang mit etwa fünf Jugendclubs hat es sich kontinuierlich entwickelt und ist jetzt schon international. Das ist gelebte Integration", betont Frank Kaminski. Die sportliche Begegnung und Fairness stünden im Vordergund. Es sei super organisiert und alles laufe ohne Drogen und Alkohol ab. "Das ist nicht bei allen Turnieren so", stellt der Schiedsrichter fest.

Organisiert und durchgeführt wurde das Traditionsturnier von der Luckauer AWO-Jugendsozialarbeiterin Birgit Neumann, unterstützt von den ASB-Jugendsozialarbeitern Detlef Reinicke und Peter Dahlke sowie Robert Sell vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) in Luckau.

Als Titelverteidiger reiste das Calauer Team "Ackerfurche" an. Jochen Dienel, der sonst beim SV Calau aktiv spielt, glänzte mehrmals als Torwart beim Siebenmeterschießen und sicherte den Calauern den Finaleinzug.

Dennoch reichte es am Ende nicht. Der Lübbenauer Abwehrmann vom "MSV Düsentrieb" bewies am Ende die besseren Nerven und so holten sie die Spreewaldstädter diesmal den Pokal, nachdem sie 2015 nach dem einzigen Gegentor im Turnier im Halbfinale ausschieden. "Das war schon bitter, und wir wollten es dieses Jahr unbedingt besser machen. Das Niveau der Mannschaften war dieses Jahr ausgeglichener und wir hatten es schwerer, ins Finale zu kommen. Aber wir haben es geschafft", resümierte der Lübbenauer Tim Wienholz glücklich.

Zum Thema:
Ein weiteres Turnier für Freizeitmannschaften im Fußball veranstaltet der Verein "Mensch Luckau" am 25. Februar in der Sporthalle der Oberschule "An der Schanze", wie Hans Lamich informiert. Das Training des Vereins finde jeweils samstags von elf bis 13 Uhr in dieser Sporthalle statt. "Bei uns steht jedem die Tür offen", betont er. bkh1