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| 16:35 Uhr

Streit um Zebrastreifen
Neuer Wind für Dubener Zebrastreifen

Wegen der Kurven ist die Dubener Ortsdurchfahrt nur schwer einzusehen. Aus diesem Grund fordern Anwohner seit Jahren einen sicheren Überweg.
Wegen der Kurven ist die Dubener Ortsdurchfahrt nur schwer einzusehen. Aus diesem Grund fordern Anwohner seit Jahren einen sicheren Überweg. FOTO: LR / Anja Brautschek
Duben. Straßenverkehrsamt will Sachverhalt neu prüfen. Verkehrsausschuss Brandenburg berät ebenfalls dazu. Von Anja Brautschek

Im Sekundentakt rollen Lkw und Pkw durch Duben. Vor allem in den Stoßzeiten konzentriert sich der Verkehr auf der B 87. Seit Jahren fordern die Anwohner daher einen Fußgängerüberweg, um das sichere Überqueren der Straße zu ermöglichen – bislang vergeblich. Doch nun steht das Thema erneut im Fokus.

Das Straßenverkehrsamt des Landkreises Dahme-Spreewald will die Sachlage erneut prüfen. Das hat Kreissprecher Bernhard Schulz auf RUNDSCHAU-Nachfrage mitgeteilt. „Wir werden aufgrund der aktuellen Diskussionen das Gefahrenrisiko, welches sich aus einem neu zu errichtenden Fußgängerüberweg ergeben könnte, neu beurteilen“, erklärt er. Sowohl der Durchgangsverkehr als auch das Fußgängeraufkommen sei dabei zu berücksichtigen. Laut einer Richtlinie des Bundes sind mindestens 50 Fußgängerquerungen pro Stunde notwendig, um einen Überweg zu begründen. „Diese werden bei Weitem nicht erreicht“, sagt der Kreissprecher. Daher wurden entsprechende Anträge vom Straßenverkehrsamt bislang abgelehnt.

Ortsvorsteher Hartwig Zingelmann fragt sich jedoch: „Muss erst etwas Schlimmes passieren, damit sich was ändert?“ Täglich müssen Schulkinder die viel befahrene Straße überqueren. Auch die Kinder der erst kürzlich eröffenten Dubener Kita würden sich über so manche Erkundungstour freuen. „Doch die Straße teilt im Prinzip das Dorf“, sagt er. Eine Überquerung sei gerade für Kinder oder Ältere so manche Herausforderung. Denn die Straßenführung in der Ortschaft ist kurvig und schwer einzusehen.

Hartwig Zingelmann fürchtet zudem nach dem geplanten Ausbau der Bundesstraße einen weiteren Zuwachs des Verkehrs. Unterstützung bekommt der Ortsvorsteher unter anderem auch von der bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Heide Schinowsky. Auf ihre Anfrage kündigte Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) an: Es soll neue Zählungen in Duben geben. „Es kann doch nicht sein, dass Einwohnern mangels Anzahl verwehrt wird, sicher über eine vielbefahrene Straße zu kommen“, kritisiert Heide Schinowsky weiter. Seit mehr als 15 Jahren setzen sich die Einwohner daher für einen solchen Fußgängerüberweg ein. Ortsvorsteher Hartwig Zingelmann sieht es als einzige Möglichkeit, um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern zu erhöhen. Eine Tempo-30-Zone wie in Gießmannsdorf lehnt er ab. „Wir wollen eine sichere Querung und sind dafür auch kompromissbereit. Es muss doch eine Lösung geben“, sagt er.

Gerade die Kurvenlage in Duben ist aus Sicht des Straßenverkehrsamtes für einen Zebrastreifen jedoch problematisch. „Dieser muss an einem zentralen, gut sichtbaren Standort installiert werden. In Duben wäre Zentralität nur auf Höhe der Kirche gegeben“, erklärt Bernhard Schulz. Alternativ wäre auch eine Ampel vorstellbar, die jedoch mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen abgesprochen werden müsste.

Ob in dem Luckauer Ortsteil eine Ausnahmegenehmigung greifen könnte, soll auch im Verkehrsausschuss des Landtags diskutiert werden. Dieser tagt am Donnerstag, 6. Dezember.