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| 14:21 Uhr

Klassenzimmer gegen den Wald
Drittklässler lernen im Wald

Sven Lehmann (r.) zeigt den Kindern ein Arbeitsgerät für die Waldarbeit. Die Drittklässler überlegen, was das sein könnte.
Sven Lehmann (r.) zeigt den Kindern ein Arbeitsgerät für die Waldarbeit. Die Drittklässler überlegen, was das sein könnte. FOTO: Andreas Staindl
Luckau. Von Andreas Staindl

Drittklässler der Grundschule in Luckau haben am Mittwoch ihr Klassenzimmer gegen den Wald getauscht. Die Oberförsterei in der Berstestadt hatte zu Waldjugendspielen eingeladen.

13 Stationen waren im kleinen Waldgebiet auf der Schanze zu absolvieren. Wer erkennt die Säugetiere des Walds? Wie verhält man sich richtig im Wald? Mit welchen Werkzeugen arbeiten die Waldarbeiter? Diese und weitere Aufgaben waren von den Kindern zu lösen. „Sie haben das sehr gut gemacht“, sagt Burkhard Nass, Leiter der Oberförsterei. „Zahlreiche Mädchen und Jungen wissen schon viel über den Wald.“

 Linus Richter ist einer der pfiffigen Jungs. Er kennt fast alle Werkzeuge, die der Revierleiter Sven Lehmann der Gruppe zeigt, weiß auch, wofür sie eingesetzt werden. „Wir haben einen eigenen Wald“, erzählt der Junge. „Ich bin oft mit Opa und Papa dort.“ Das hat offenbar seine Neugier entfacht, denn was er nicht weiß, das lässt er sich von den Betreuern der einzelnen Stationen erklären.

Doch auch die anderen Mädchen und Jungen sind sehr engagiert, kämpfen um möglichst viele Punkte für ihre Gruppe. „Viele Fragen können wir beantworten“, sagt Liam Hausmann. „Einiges ist aber auch neu für uns. Das gefällt mir, denn so lernen wir Neues über den Wald dazu.“ Die Lehrerin Regine Matting ist dankbar für das Angebot der Oberförsterei. „Die Waldjugendspiele ergänzen wunderbar den Sachkundeunterricht. Der Wald war für die Schülerinnen und Schüler schon im vergangenen Schuljahr ein Thema. Jetzt, in Vorbereitung der Veranstaltung der Oberförsterei, haben wir uns erneut mit dem Wald im Unterricht beschäftigt.“

Und das offensichtlich mit Erfolg. Jede Gruppe sammelte fleißig Punkte an den einzelnen Stationen. Mal war ein zersägter Holzstamm in der richtigen Reihenfolge wieder zusammenzusetzen. Dann wieder waren Geräusche des Walds zu erkennen und zuzuordnen, Spuren zu lesen. „Die einzelnen Stücke des Holzstamms so zu stapeln, dass es passt, hat mir am meisten Spaß gemacht“, sagt Carolin Große. „Auch der Stand mit den Ameisen war richtig cool.“

Wissen, Koordination, Konzentration waren ebenso gefragt wie Geschicklichkeit und Gemeinschaftsarbeit. Gruppen, die die Stärken ihrer Mitglieder am besten einsetzten, hatten am Ende die meisten Punkte. Für die Lehrerin Martina Porsche haben die Waldjugendspiele noch einen weiteren Effekt: „Durch die gemischten Gruppen lernen sich die Kinder der einzelnen Klassen noch besser kennen. Und nur wenn sie als Team funktionieren, die Aufgaben gemeinsam lösen, werden sie erfolgreich sein.“

Pfiffige Kinder waren ebenso gefragt wie große, kräftige sowie mutige Mädchen und Jungen. Alle vier dritten Klassen der Grundschule in Luckau haben sich an der Veranstaltung auf der Schanze beteiligt. „Es war ein toller Tag“, sagt Liam Hausmann.

 Die Waldjugendspiele wurden fachlich von Mitarbeitern der Oberförsterei und der Waldschule „Zum Specht“ in Lübben-Börnichen abgesichert. Nora Bremer hatte keine feste Station, half jedoch, wo sie gebraucht wurde. Sie absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Waldschule. „Ich will später im sozialen Bereich arbeiten“, erzählt die junge Frau aus Siegadel (Lieberose-Oberspreewald). „Da helfen mir die hier mit den Kindern gemachten Erfahrungen.“

 Von den Waldjugendspielen ist Nora Bremer begeistert: „Sie sind eine gute Möglichkeit den Kindern zu zeigen, dass man nicht immer nur mit dem Handy spielen muss, sondern auch der Wald spannende Angebote bereit hält. Ich finde es wichtig, dass die Mädchen und Jungen die Natur mal ganz bewusst wahrnehmen.“