| 02:41 Uhr

Drittes Taschenlampenkonzert auf der Gehrener Bühne

Begeistert singen und funzeln die Kleinen und Großen beim Taschenlampenlied mit Rumpelstil auf der Gehrener Waldbühne.
Begeistert singen und funzeln die Kleinen und Großen beim Taschenlampenlied mit Rumpelstil auf der Gehrener Waldbühne. FOTO: bkh1
Gehren. "Sieh die Lichter hier im Dunkeln - an und aus - an und aus", singt Blanche auf der Bühne. Vor der Bühne und auf den Rängen stehen begeisterte Kinder, singen, hüpfen und funzeln mit ihren Taschenlampen im Takt. Zum dritten Mal war das Berliner Kinder-Musiktheater "Rumpelstil" mit seinem "Taschenlampenkonzert" auf der Gehrener Waldbühne zu Gast. Birgit Keilbach/bkh1

"Jetzt malen wir mit den Taschenlampen ein Viereck in die Luft", ruft Blanche den Kindern zu. Dann ein Dreieck, einen Kreis und dann steigert sich der Rhythmus. Taschenlampen nach vorn, zur Seite, in den Himmel und auf den Bauch zack, zack, zack. Dazu intonieren die vier Musiker mit ihren Mündern einen ebenso zackigen Schlagzeug-Rhythmus, der nicht nur die Knirpse mitreißt. Herrlich lassen sie später die Scheibenwischer von Dreirad und einem "total kaputten Kinderwagen" quietschen. Die Knirpse kreischen vor Freude.

Kinder schwingen Lampe mit

"Der Eisbär war echt lustig, der hat sich zwei Tassen vor die Augen gehalten", erzählt die sechsjährige Emma Voß aus Görlsdorf. Ihre Schwester Nele hat den erlebnisreichen Abend auf der Gehrener Waldbühne von der Oma zum neunten Geburtstag geschenkt bekommen. Sie hat aber keine Zeit, "ich muss wieder zur Bühne" und schon ist sie weg. Ihre Tante Marie Roth ist mit ihren zwei Töchtern Eva und Johanna mitgekommen zum Funzel-Familienkonzert für Kinder und Erwachsene. "Wir sind zum ersten Mal hier und es ist sehr, sehr schön", sagt die erst vor Kurzem nach Görlsdorf gezogene Marie Roth. Nach dem turbulenten Taschenlampenlied kommen ruhige und stimmungsvolle Klänge von der Bühne. Überall funzeln die Taschenlampenlichter über die Bäume im angrenzenden Wald, in den Himmel oder beleuchten zwischendurch auch mal den Imbiss.

Dann wechselt der Rhythmus wieder und Blanche Elliz, Jörn Brumme, Peter Schenderlein und Max Vonthien entführen ihr Publikum musikalisch nach Afrika. "Musik aus Tansania" hören sie jetzt, kündigt Blanche an und die Kinder hüpfen und tanzen fröhlich vor der Bühne. Unter ihnen auch Zahra und Mohammed Ibrahimi aus Afghanistan. Ihr Vater Baschir freut sich über das "sehr gute Konzert". Die Familie wohnt in der DRK-Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Zützen. 30 Kindern und Eltern habe die Gemeinde Heideblick dieses Erlebnis ermöglicht, "und ihnen einen tollen Abend organisiert, dafür danken wir ihnen sehr", sagt Sozialpädagogin Anke Blobel-Homagk.

Konzert verbindet Kulturen

Auch Flüchtlingsfamilien aus Luckau und Walddrehna hat die Gemeinde die Teilnahme ermöglicht, wie Brigitte Neumann von der Gemeindeverwaltung ergänzt. Zum Abschluss wird es auf der Waldbühne noch einmal besinnlich. "Ich will ans Meer, mehr will ich nicht", singen die Akteure von Rumpelstil und verraten dabei, dass sie sich im kommenden Jahr endlich ihren Traum erfüllen werden - ein Taschenlampenkonzert in Mexiko geben. Und schon geht musikalisch wieder die Post ab - "Wir feiern eine Wald-Strandparty. Ihr macht die Geräusche und wir die Musik", ruft Blanche den Kindern zu. "Das Abschlusslied hat mir am besten gefallen, weil es so schön ruhig war und Max hat viele Geräusche mit dem Mund gemacht, auch die Möwen am Meer", sagt der zwölfjährige Robert Cal aus Lübben. Sein Bruder Theo fand das Taschenlampenschwingen im Rhythmus der Musik gut. Das hat schön gefunkelt", sagt der 13-Jährige. Die ganze Atmosphäre des Konzertes im Dunkeln sei sehr schön, "das Licht, die Kinderstimmen und die Musik, beim Taschenlampenlied war schon ein bisschen Gänsehautgefühl dabei", beschreibt ihre Mutter Carina Cal ihr Empfinden.

Waldbühne in Vereinshand

Aus Bitterfeld waren Linda, Susi und Torsten Müller vom Rumpelstil-Fanclub angereist. "Die Waldbühne hier ist wirklich schön. Sie hat etwas Familiäres an sich und an der ganzen Atmosphäre und der Organisation wir haben gemerkt, dass sie von einem Verein geführt wird", resümierten die Bitterfelder, die schon seit zehn Jahren Konzerte von Rumpelstil besuchen.