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| 16:41 Uhr

Waldbühne Gehren
Die „reife“ Jugend rockt im Wald

 Während die einen vor der Bühne tanzen, schauen die anderen zu. „Rock im Wald“ fand am Wochenende zum 15. Mal in Gehren statt. Vor allem die reifere Jugend ist zur Waldbühne gepilgert.
Während die einen vor der Bühne tanzen, schauen die anderen zu. „Rock im Wald“ fand am Wochenende zum 15. Mal in Gehren statt. Vor allem die reifere Jugend ist zur Waldbühne gepilgert. FOTO: Andreas Staindl
Gehren. Wenn Großeltern tanzen, ist Festival in Gehren. Shawue und Co. sorgten zum 15. Mal für unvergleichliches Flair. Von Andreas Staindl

Rock im Wald ist eine Institution. Die Veranstaltung auf der Waldbühne in Gehren (Heideblick) lockt überwiegend die „reifere“ Jugend an. Wer dabei ist, verfügt meist schon über reichlich Lebenserfahrung. Nicht wenige der Besucher dürften längst Großeltern sein. Und doch lassen sie sich den Spaß an der Musik, am Tanzen und Feiern nicht nehmen. Seit 15 Jahren gibt es Rock im Wald in Gehren. Am Wochenende wurde das kleine Jubiläum gefeiert.

Man sieht sich, man kennt sich, man freut sich

Nicht gerade in Scharen, jedoch recht zahlreich sind die Besucher zur Naturbühne in den Gehrener Bergen gepilgert. Traditionell waren auch diesmal wieder zahlreiche Sachsen dabei. Leute aus der Region nutzen das Angebot ohnehin seit Jahren. Marlies Raunigk kennt viele der Gäste persönlich, das Gros zumindest von kurzen Begegnungen. Hier ein kurzes „Hallo“, dort ein längerer Plausch.

Ein reiferer Herr mit Jeans und T-Shirt begrüßt einen etwa gleichaltrigen Besucher, der sich ähnlich gekleidet hat: „Schön, dich zu sehen. Wie geht’s?“ Beide freuen sich offensichtlich, wieder dabei zu sein. Rock im Wald führt zusammen, was zusammengehört. „Es ist schön zu sehen, dass die Leute immer wieder kommen“, sagt die Vorsitzende des Fördervereins Heideblick-Kultur im Wald, der die Waldbühne mit Leben erfüllt. „Das zeigt, dass sie sich bei uns wohlfühlen. Rock im Wald ist längst zu einem Familientreffen geworden. Jeder kennt jeden. Alle freuen sich, gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen.“

Festival mit ganz besonderem Flair

Zeit dafür war auch diesmal genug. Wer wollte, konnte an drei Tagen hintereinander den Musikern auf der Waldbühne lauschen. Rock im Wald ist ein dreitägiges Festival mit mehreren Bands. Blues und Rockmusik stehen im Mittelpunkt.

Los ging es am Freitagabend. „Tino Standhaft&Band“ sowie „Shawue“ eröffneten die Veranstaltung musikalisch. „Publikum war da“, sagt Marlies Raunigk, „doch am Samstag war es deutlich voller.“ Die Steinsitzflächen auf der ansteigenden Zuschauertribüne waren gut gefüllt. Auch direkt vor der Bühne wurde es mit zunehmender Dunkelheit immer voller. Die Besucher kennen die Lieder, tanzen zur Musik. So ein Open-Air-Konzert hat seine ganz eigene Stimmung. Alles ist ungezwungener, freier. „Ich mag die Veranstaltungen hier“, sagt die Vereinschefin, „Rock im Wald ganz besonders“.

Das sehen die Musiker offenbar ähnlich. „Es ist kein Problem, sie für einen Auftritt hier in Gehren zu begeistern“, sagt Marlies Raunigk. Unterstützung erhält sie etwa durch Lutz Neumann von Shawue und Torsten Starke. Beide sind seit Jahren gut vernetzt in der Musikszene, haben Kontakte zu zahlreichen Musikern. „Ich bin sehr dankbar, dass sie mich unterstützen“, sagt die Vereinschefin.

Diesmal waren die Bands „Shop­honks“, „Apfeltraum“, „Kirsche&Co.“, „Engerling“ sowie „Andreas Diehlmann Band feat. Tobi-Tobias Hillig“ am Samstag dabei. Am Sonntag dann wurde zum Frühschoppen mit „Shawue“ eingeladen.

Campingathmo und Lebensgefühl

Zahlreiche Besucher haben das volle Programm mitgenommen. Sie sind mit dem Zelt und allem, was man so für einen dreitägigen Aufenthalt in der Natur braucht, angereist.

Camping-Atmosphäre halt. Rock im Wald ist mehr als Musik. Es ist ein Lebensgefühl, das man nicht einfach wegwirft oder austauscht, nur weil sich die Zeiten geändert haben. Dass die alte Jeans-Jacke nicht mehr passt, über dem Bauch vielleicht sogar etwas spannt – geschenkt. Auch, dass das Haar lichter geworden ist, man sich nicht mehr so elegant bewegt auf der Tanzfläche wie früher, weil es hier und da zieht und knackt, sich der Körper meldet – kein Problem. Die Besucher sind mit Rock im Wald in die Jahre gekommen, haben das Feiern aber nicht verlernt.

Begonnen hatte die Veranstaltung noch unter einem anderen Namen, damals zudem in der Gaststätte in Gehren, wie Marlies Raunigk erzählt. Inzwischen hat sich die Waldbühne als idealer Veranstaltungsort etabliert.

„Wenn es nach mir geht“, sagt die Chefin, „könnte es noch viele Jahre so weitergehen. Ich habe große Lust darauf. Erste Absprachen mit Musikern hat es schon gegeben. Wir setzen auch künftig auf Bands, die schon seit Jahren dabei sind. Es kommen aber immer auch neue dazu. Die Besucher dürfen sich auf die eine oder andere Überraschung im nächsten Jahr freuen.“