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| 16:49 Uhr

650 Jahre Goßmar
Drei tolle Jubiläums-Festtage

Das 650-jährige Bestehen beging der Heideblicker Ortsteil Goßmar am Wochenende mit einem vielfältigen Programm, darunter ein Festumzug.
Das 650-jährige Bestehen beging der Heideblicker Ortsteil Goßmar am Wochenende mit einem vielfältigen Programm, darunter ein Festumzug. FOTO: Birgit Keilbach
Goßmar. Goßmar feiert 650-jähriges Bestehen mit großem Umzug.

Ein großes Jubiläumsfest haben die Einwohner des Heideblicker Ortsteils Goßmar am Wochenende auf die Beine gestellt. Anlass war die urkundliche Ersterwähnung des Dorfes vor 650 Jahren. Mit einem abwechslungsreichen Programm, geöffneten Höfen, buntem Markttreiben, Kirchenführungen und einer Ausstellung im Gemeinschaftshaus boten die Goßmarer den Besuchern vielfältige Einblicke in die mehr als sechs Jahrhunderte dauernde Dorfgeschichte.

650 Jahre Goßmar FOTO: Birgit Keilbach

Viele historische Dokumente und Fotos hatten die Einwohner für ihre Ausstellung zusammengetragen und präsentierten diese thematisch aufbereitet. So war zu erfahren, dass im Dezember 1852 im Dorf ein Großbrand wütete, dem 15 Gehöfte zum Opfer fielen. Eine Gegenüberstellung von Ansichten aus Vergangenheit und Gegenwart veranschaulichte, was sich seitdem verändert hat und rief bei vielen Betrachtern eigene Erinnerungen wach.

Ein besonderes Detail mit zeitgeschichtlichem Wert war der Bericht eines Goßmarer Bauern und seines Sohnes über die Flucht der Familie nach Westberlin und deren Gründe: die zu hohen Abgabenforderungen und eine Verhaftungswelle im Februar 1953. Auch die dörflichen Traditionen im Wandel der Zeit zeigte die Ausstellung, darunter das Zampern, Stollenreiten, Reitturniere, Tanzveranstaltungen, Fußball und Radrennen, die durchs Dorf führten.

Am frühen Samstagnachmittag säumten Hunderte Schaulustige die Strecke des großen Festumzugs. Er war einer der Höhepunkte des Festwochenendes. Dieser zeigte die Historie des bis heute von der Landwirtschaft geprägten Dorfes auf. Drei landwirtschaftliche Familienbetriebe und die Agrargenossenschaft bieten Arbeitsplätze mit Zukunft. Das zeigten die Azubis der Genossenschaft auf einem extra gestalteten Wagen.

Auch die zahlreichen im Ort ansässigen Handwerksbetriebe, das rege Vereinsleben und die vielfältigen Beziehungen zu den Nachbarorten veranschaulichte der aus 30 Bildern bestehende Zug. Jedes Bild wurde von Bernd Adler ausführlich moderiert. Die urkundliche Ersterwähnung – den Verkauf der Goßmarer Wassermühle – setzte der Luckauer Heimatverein mit einem Festwagen, gezogen vom Luckauer Stier, passend in Szene. Als Stadtschreiber skizzierte Alt-Bürgermeister Harry Müller kurz die Geschichte und dankte für die jahrhundertelange „treue Zinszahlung der Goßmarer Bauern an die Luckauer“.

Viele weitere Details aus der Geschichte des Dorfes verdeutlichten die liebevoll gestalteten und geschmückten Festwagen. Beispielsweise, dass die Gärtnerei in Goßmar in der DDR-Zeit die größte überdachte Fläche für Blumenzucht und Gemüseanbau hatte. Auch die lange Tradition des Reitsports und des Motocross im Ort wurden in Erinnerung gerufen. Heute fährt der neunjährige Nico Strauch als hoffnungsvoller Nachwuchs beim MSC Luckau auf dem Sportkrad. Mit Tanzeinlagen machten die Linedancer und die „Goßmarer Miezen“ während des Umzuges Lust auf ihre Programme am Nachmittag und Abend.

Weitere Fotos unter www.lr-online/bilder