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Drehbare "Sofas" auf dem Markt?

In Vorbereitung auf den Bürgerworkshop erläutert Stadtplaner Werner Hillmann (stehend) im Rathaus, wie bisherige Hinweise umgesetzt werden könnten.
In Vorbereitung auf den Bürgerworkshop erläutert Stadtplaner Werner Hillmann (stehend) im Rathaus, wie bisherige Hinweise umgesetzt werden könnten. FOTO: be
Luckau. Wie soll der Marktplatz nach der Sanierung aussehen? Die Diskussion darüber von Verwaltung und Planern mit den Bürgern geht in dieser Woche in die nächste Runde. Inzwischen ist eine Fragebogenaktion ausgewertet, bei der es darum ging, wo die Luckauer Prioritäten setzen. Carmen Berg

Wenngleich sich nur 22 Einsender beteiligten, bewege das Thema in der Stadt, das wisse er aus vielen Gesprächen, sagt Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) bei einer Zusammenkunft von Verwaltung und Planern unlängst im Rathaus.

Er geht auf die in der Stadt kursierende Angst ein, dass der Markt komplett umgekrempelt werde. "Der Platz bleibt in seinem historischen Charakter bestehen, soll aber so saniert werden, dass sich dort auch die Enkel-Generation noch wohlfühlt", sagt er. Zudem habe niemand die Absicht, um jeden Preis die alten Linden zu fällen. "Die Bäume werden untersucht mit dem Ziel, sie zu erhalten", stellt Gerald Lehmann klar und ergänzt: Nur wenn sie geschädigt seien, "müssen wir uns Gedanken machen, wie wir damit umgehen". Zum nächsten Bürgerworkshop am Donnerstag wird Stadtplaner Werner Hillmann vom Büro MKS für diesen Fall Vorschläge mitbringen, wie Bäume neu angeordnet werden könnten. Auch zu weiteren Anregungen der Luckauer aus der Fragebogenaktion und Gesprächen hat der Fachmann sich Gedanken gemacht, die er zur Diskussion stellen wird. Ein Thema dabei: die halbrunde Feldsteinbegrenzung, die manch einer offenbar nicht missen möchte. Nach Expertenmeinung sollte sie verschwinden, weil der Platz durch sie viel Fläche verliert. Anstelle der Mauer kann sich der Planer eine halbrunde Sitzbank vorstellen, bestehend aus einzelnen Elementen, deren Lehnen wahlweise nach beiden Seiten aufklappbar sind. An den Enden der Bank könnten Blumenkästen stehen, zudem seien weitere mobile Blumenkübel denkbar, sagt er.

Werner Hillmann will es den Luckauern schmackhaft machen, dem historischen Platz mit einigen kleinen modernen, auch witzigen Elementen einen zusätzlichen Pfiff zu geben. So darf man gespannt sein, was die Gartenstädter zu neuartigen Stadt-Ottomanen sagen, einer Art Holzsofas, die sich auf Stahlfüßen drehen und dort stehen könnten, wo die Leute gern in verschiedene Richtungen schauen.

Einen separaten Spielplatz, wie ihn sich manche Luckauer wünschten, hält Werner Hillmann wegen der Sicherheitskriterien für schwierig. Doch sollte Spielen auf dem Markt möglich sein, findet er und denkt an das Toben in einem Brunnen, der zugleich im Boden verschwinden kann, wenn die Fläche für anderes gebraucht wird.

Gehwege sollten nicht zugestellt, Geschäfte und Lokale besser erreichbar sein, regt der Experte weiter an. Möglich würde das durch ein breites Laufband im Gehweg vor den Häusern, an das sich gewerbliche Außen-Angebote in Richtung Platz anschließen würden.

Vom Tisch scheint der Bau einer öffentlichen Toilette auf dem Markt, die beim ersten Bürgerworkshop heißes Thema war. Ein solcher Bau sei zu dominant, sagt Bürgermeister Gerald Lehmann. "Wir machen uns jedoch Gedanken über eine eine Toilette in Markt-Nähe."

Auf Machbarkeit untersucht würden die Räume der alten Hausmeisterwohnung im Rathaus.

Zum Thema:
Nach dem ersten Bürgerworkshop Ende Juni sind viele Hinweise eingegangen, die das Planungsbüro gesichtet, gewertet und in die laufende Planung eingearbeitet hat. Ergebnisse sollen beim zweiten Workshop mit den Luckauern diskultiert werden. Dazu lädt die Verwaltung alle, die gern mitreden möchten, für Donnerstag, 7. September, um 19 Uhr in den Schlossbergsaal ein.