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| 01:07 Uhr

Dorftreffpunkt muss dringend saniert werden – Gelder fehlen jedoch

Gießmannsdorf.. Der 38-jährige Thomas Weichert übt seit der Kommunalwahl im vergangenen Jahr das Amt des Ortsbürgermeisters in Gießmannsdorf aus. Obwohl bereits Anfang der 90er Jahre als Gemeindevertreter tätig, musste sich der Metallbauer und Vater von zwei Kindern erst einmal in die kommunalpolitische Materie einarbeiten. Von Uta Schmidt

„Meine Frau, die in der Stadtverwaltung arbeitet, hilft mir aber dabei und sorgt für kurze Wege“ , so der gebürtige Gießmannsdorfer.
Da das Dorf im Dezember 1997 nach Luckau eingemeindet wurde, gehört es gewissermaßen zu den ältesten Ortsteilen. Immer wieder sei Weichert in der Vergangenheit gefragt worden, wofür denn die „Kopfprämie“ , die bei der Fusion mit der Stadt ausgereicht wurde, letztlich ausgegeben wurde.
Weichert machte sich kundig und stellte fest, dass das Eingliederungsgeld, das Ende der 90er Jahre das Dreierdorf Gießmannsdorf, Wierigsdorf und Rüdingsdorf zu gleichen Teilen erhielt, zwar in den Ort floss, die Einwohner aber nicht vorher über die Dringlichkeit gefragt worden seien. „Vor drei Jahren erhielt zum Beispiel die Straße einen Schwarzdeckenüberzug, aber wir hätten das Geld viel lieber für die Sanierung der Bushaltestelle ausgegeben. Das alte, teilweise zerstörte Gebäude stellt inzwischen eine Verletzungsgefahr vor allem für die Kinder dar“ , so Weichert. Schließlich befinde sich in unmittelbarer Nähe auch der Kindergarten.
Ebenso erfolgte die Teichsanierung, der Einbau der Beregnungsanlage auf dem Sportplatz sowie die teilweise Erneuerung des Dorfangers, unter anderem mit der Vorfinanzierung des Schmutzwasserkanals aus jenem Finanztopf.
Die Gießmannsdorfer beschäftigt allerdings ein anderes großes Problem: Die beiden Bungalowgebäude auf dem Sportplatz, die von der Sportgemeinschaft und den Jugendlichen des Ortes als Jugendklub genutzt werden, sind dringend sanierungs- oder ersetzungsbedürftig. „Bei der Errichtung 1998 bekamen wir nur eine befristete Baugenehmigung bis Ende 2007. Wir müssen uns also jetzt schon Gedanken machen, wie es damit weitergehen soll. Die rund 90 Mitglieder starke SG Gießmannsdorf benötigt unbedingt ein Sport- und Vereinsgebäude“ , so der Ortsbürgermeister. „Der Sportplatz ist aber auch generell die Begegnungsstätte für den ganzen Ort.“ Hier finden außer dem Sportgeschehen auch die Ausscheide der Feuerwehren statt. Das Dorf veranstaltet dort das jährliche Osterfeuer. Doch es gibt weder ordentliche Sanitäranlagen noch eine Küche.
Der im Fußballkreis Spreewald angesehene und erfolgreiche Fußballverein ist mit drei Mannschaften voll in den Spielbetrieb integriert. Viele Mannschaften kommen nach Gießmannsdorf. „Wir können dann nicht einmal Duschen anbieten. Das führt immer wieder zu Kritik“ , meint Weichert. Gleiches ließe sich auch über den Jugendklub sagen. Etwa 25 Jugendliche nutzen täglich das Gebäude und feiern hier auch Geburtstage. Eine Veränderung müsse dringend erfolgen. Das Sportgebäude hätte man in diesem Jahr bereits mittels einer Kombination über den „Goldenen Plan Ost“ fördert können. Bei einem Verhältnis von drei Euro Eigenmitteln wären sieben Euro Fördermittel geflossen, aber der Eigenanteil konnte nicht aufgebracht werden. Eine vertane Chance, so sind sich Bürgermeister und der Vorsitzende der SG Gießmannsdorf, Michael Lehmann, einig. „Wir kämpfen jedes Jahr um den Neubau, wollen auch 2005 wieder den Antrag für den ,Goldenen Plan Ost' einreichen.“
50 000 Euro Eigenanteil und Eigenleistung seien nötig. Gesucht wird ein Sponsor, der die SG Gießmannsdorf bei diesem Vorhaben unterstützt. „Wir wünschen uns bei diesem Vorhaben aber auch noch mehr Unterstützung von der Stadt“ , so Weichert mit Blick auf andere Begegnungsstätten in den Luckauer Ortsteilen. „Wir brauchen eine solche Stätte für die Jugendarbeit und die Dorfgemeinschaft“ , sagt Weichert. Bei der letzen Bürgermeister-Tagung sei mitgeteilt worden, dass nun auch das Festzelt reparaturbedürftig ist und der Einsatz künftig in Frage steht. „Wenn auch diese Möglichkeit für uns wegfällt, dann ist es um die Durchführung von Dorffesten noch schlechter bestellt“ , so Weichert.