Dopplungen von Straßennamen nach der Gemeindeneugliederung sollen beseitigt werden, wie es Brandenburgs Innenministerium fordert (die RUNDSCHAU berichtete).

Erst spät aufgewacht
Schon im Vorjahr waren die Dörfer aufgefordert, eigene Vorschläge zu machen, auch Pitschen-Pickel. Vor Monaten hatte sich der Gemeinderat Heideblick darauf geeinigt, die Lindenstraße in Pitschen-Pickel zu erhalten, dafür die gleichnamige Straße in Walddrehna umzubenennen, weil dort weniger Bürger betroffen seien.
Inzwischen aber hat es in Pitschen-Pickel eine Einwohnerversammlung zum Thema gegeben. „Erst bei dieser Zusammenkunft ist den Bürgern klar geworden, dass ihr Ortsname in der künftigen Anschrift auf dem Spiel steht“ , sagt Ortsbürgermeister Bernd Rothig. Dem Ortsbeirat liegt jetzt eine Liste mit 84 Unterschriften vor. „Wunsch ist es, den Namen Pitschen-Pickel unbedingt zu erhalten“ , erklärt der Ortschef. Auch er selbst möchte das. „Unser Ortsname ist ein Kuriosum und darf nicht einfach verschwinden.“ Doch genau das befürchtet Bernd Rothig: „Nach neuesten Informationen darf die amtliche Anschrift nur noch 46 Zeichen plus Hausnummer haben. Schon heute verwenden viele Behörden nur noch Straße und den Gemeindenamen Heideblick. Pitschen-Pickel kommt gar nicht mehr vor.“
Ortsbeiratsmitglied Bianca Lehmann hat diese Erfahrung selbst gemacht: „Ämter und Behörden haben längst Tatsachen geschaffen.“
Ihr Mitstreiter im Ortsgremium, Siegfried Rentz, sagt: „Wir brauchen eine klare Anschrift innerhalb unserer Gemeinde, schon wegen der Rettungsdienste. Wenn die erst lange suchen müssen, kann das im Ernstfall Leben kosten.“
Dass die Gemeindeverwaltung Heideblick derzeit die Ortsteile in der Anschrift mit aufführt, sei lobenswert. „Eine Garantie auf längere Sicht ist das jedoch nicht, schon gar nicht bindend für andere Behörden“ , sagt der Ortsbürgermeister.

Vorschlag des Ortsbeirates
Deshalb schlägt der Ortsbeirat der Gemeindevertretung einstimmig vor, Pitschen-Pickel anstelle des Straßennamens in den künftigen Adressen aufzuführen. Gibt es auch dort grünes Licht, wovon Bernd Rothig ausgeht, lautet die neue Anschrift: Name, Pitschen-Pickel (als Straße) plus Hausnummer und Heideblick (als Gemeinde). Als Folge würden die Häuser im Dorf komplett neu durchnummeriert, beginnend aus Richtung Uckro, rechte Seite (Familie Sperr) mit Nummer eins. „Jedes Grundstück wäre betroffen. Das sollte uns der Erhalt unseres Namens aber wert sein“ , so Rohtig.