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| 02:37 Uhr

Die Sterne lügen nicht

Ein neues Jahr steht vor der Tür. Was es für die Menschen der Region bringen mag, steht noch in den Sternen. Wie stets an dieser Stelle hat die RUNDSCHAU ihren Haus- und Hofastrologen Heribert Morali gebeten, einen Blick in die Zukunft zu werfen.

In seiner Glaskugel sieht der Astrologe eine in Licht getauchte Stadt. Er macht auf seiner visionären Reise als erstes in Luckau Station. Millionenprojekte, die kein Normalsterblicher für möglich gehalten hätte, gehen dort ihrer Vollendung entgegen. Die Klosterkirche, das Schwimmbad. Plötzlich stutzt Morali. Auch auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei wird gebaut. Wie der einst angekündigte Supermarkt aber sieht das Gebilde nicht aus. Eher schon wie eine altägyptische Säulenhalle. Der Astrologe zoomt das Bild näher heran. Eine Statue an der Eingangspforte trägt die Züge des scheidenden Bürgermeisters Harry Müller. Morali macht sich schlau und erfährt aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen: Müllers Oberbaumeister Fritz Frenzel soll der Initiator dieses prachtvollen Luckauer Abschiedsgeschenks sein. Wie Frenzel das Bauministerium überredet hat, die Kosten zu 100 Prozent zu übernehmen, sieht Heribert Morali natürlich auch in seiner Kugel. Aber er weiß, wann man besser schweigt.

Beim Blick auf das Luckauer Umland fällt dem Experten auf, dass es im neuen Jahr um ein gutes Stück wachsen wird. Genau genommen um die Größe der Gemeinde Heideblick. Dort bekommen es die Gemeindeväter irgendwann satt, sich wegen Stöckelschuhen auf dem Walddrehnaer Turnhallenparkett und anderer Probleme herumzustreiten. Sie beantragen den Anschluss an die Gartenstadt. Laut Morali stehen die Sterne nach einigen Eingewöhnungsproblemen für diese neue Großfamilie günstig.

In Golßen hingegen gibt es keine Heiratsgedanken. Die Wirtschaft boomt. Die Arbeitslosenquote liegt unter fünf Prozent. Die expandierenden Golßener Firmen lassen bei den Stadtvätern die Idee keimen, schon die Kinder mit dem Wirtschaftsleben vertraut zu machen. Sie bieten den Unternehmen an, sich im neuen Haus des Kindes mit eigenen Spiel-Werkstätten zu präsentieren. Um Platz dafür zu haben, verzichtet die Verwaltung sogar auf den Umzug der Zützener Kita-Kinder in das neue Golßener Gebäude. Das Freuden-Feuerwerk der Zützener ist bis Luckau zu hören.

Ein Wunder für DahmeFür Dahme hat Heribert Morali für 2009 ebenfalls Erfreuliches zu verkünden. Der Schwimmbad-Ausbau wird zur Saison fertig. Ebenso wie der neue Radweg bis Kemlitz. In die Klosterkirche zieht eine europaweit einmalige Ausstellung mittelalterlicher Holzskulpturen ein, die im Dahmer Museumsfundus entdeckt worden waren.

Diese Schau lockt nicht nur Kunstliebhaber aus aller Welt. Sie bringt, wie Heribert Morali in der Kugel erkennt, für die Stadt die Wende beim lang ersehnten und immer wieder verschobenen Ausbau der Bundesstraße 102. Denn im Superwahljahr wollen sich auch Politiker aller Couleur mit Kunstsinn schmücken. Selbst Kanzlerin Angela Merkel scheut nicht den Weg in die tiefe Provinz. Zwei Tage, nachdem sie bei der Anreise über die holprige Hauptstraße gegen das Dach ihrer Limousine geflogen war und sich eine Beule holte, rücken die Bagger an.

Amerika in LuckauBevor er seine Kugel für ein Jahr wieder in den Schrank stellt, schaut Heribert Morali noch einmal auf Luckau. Die Neugier treibt ihn zu erfahren, wer am Jahresende neuer Bürgermeister wird. Die Liste der Bewerber wächst. Zu den Kandidaten der Alt-Region kommen weitere aus dem Anschlussgebiet von Heideblick. Sie liefern sich heiße Schlachten. Durch Luckau weht ein Hauch Amerika. Und wie dort wird am Ende einer gewinnen, den niemand auf der Rechnung hatte: mit Obama-Lächeln, brauner Farbe, dickem Fell, nur leider mit den den Ohren von Prinz Charles.

So wird es sein im Jahr 2009. Wenn die Sterne nicht lügen.