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Umgestürzte Eiche verwüstet Privatgrundstück
Die Ruinen nach dem Sturm

Heidemarie und Horst Eichler stehen vor den Trümmern ihrer Gartenscheune. Auch die Inneneinrichtung wurde beschädigt.
Heidemarie und Horst Eichler stehen vor den Trümmern ihrer Gartenscheune. Auch die Inneneinrichtung wurde beschädigt. FOTO: Jenny Theiler / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Luckau/ Egsdorf. Eine umgestürzte Eiche hat ein Privatgrundstück in Egsdorf verwüstet. Jetzt wird aufgeräumt.

Als am 5. Oktober das Sturmtief Xavier den Spreewald erreicht, werden die frei stehenden Bäume in den Ortschaften auf einen harte Probe gestellt. Gegen 17 Uhr beunruhigt ein lautes Krachen die Eheleute Eichler in Egsdorf. Eine circa 30 Meter hohe Eiche kann den extremen Sturmböen nicht länger standhalten und stürzt auf das Mehrzweckgebäude im Garten. Verletzt wird niemand.

„Zum Glück waren wir gerade im Haus, als das passierte“, erinnert sich Heidemarie Eichler. Rund drei Wochen nach der Sturmattacke gleicht der Garten des Ehepaares einem Schlachtfeld. Massive Astarme haben sich durch das flache Gartengebäude gebohrt. Fensterglas ist gesplittert,  und die üppige Baumkrone hat die dünne Dachwellplatte durchbrochen. Die im Gebäude befindliche Werkstatt und der Partyraum sind kaum noch als solche zu erkennen. Der Schaden ist bereits beim kommunalen Schadensausgleich gemeldet.

Da sich die Eiche nicht auf dem Grundstück von Familie Eichler befindet, fallen die Aufräumarbeiten in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Luckau. „Nichts ist passiert, der Baum liegt immer noch im Garten“, ärgert sich Heidemarie Eichler im RUNDSCHAU-Gespräch und fühlt sich von der Stadt vergessen.Ordnungsamtsleiter Thomas Schäfer widerspricht: „Bei einem derartigen Schaden hat der Bauhof Luckau nur begrenzte Möglichkeiten, deswegen haben wir eine Drittfirma beauftragt, um die Eiche zu entfernen. Die Forstunternehmen sind momentan alle überlastet“, sagt er. In dieser Woche soll die Räumung beginnen.

Die Eichlers sind der Meinung, der Baum hätte womöglich schon früher weichen müssen, er sei hohl. Bauamtsleiter Michael Krüger erklärt dazu, bei der vergangenen Sichtung in diesem Jahr sei die Eiche als gesund eingestuft worden. Zudem stehe diese Baumart auf der roten Liste. Mit einem Kran soll das Sturmholz abtransportiert werden. Anschließend muss der Stamm für ungefähr zwei Jahre eingelagert werden. Grund dafür ist der unter Naturschutz stehende Eichenbock - ein Käfer, dessen Larven im Stamm angesiedelt sind.

Ähnliche Bilder der Verwüstung sind nach knapp drei Wochen noch immer keine Seltenheit. Die Aufräumarbeiten in Luckau und Umgebung sind noch immer nicht abgeschlossen. „Es geht zwar zügig voran, aber wir werden mindestens noch sechs Wochen brauchen“, erklärt der stellvertretende Bürgermeister von Luckau Thomas Rohr. Aufgrund der hohen Nachfrage kommen die Forstunternehmen mit dem Aufräumen nur langsam voran. Zudem müsse man auf Prioritäten achten, denn öffentliche Einrichtungen wie Kitas oder Schulen hätten in solchen Situationen immer Vorrang, sagt Thomas Schäfer.

Das Luckauer Stadtgebiet ist weitgehend wieder hergestellt. Mögliche Gefahrenquellen wie herabhängende Äste, entwurzelte Bäume und Baumstämme auf Verkehrsstraßen wurden aus der Innenstadt beseitigt. Auf dem Gartenschauhauptgelände, in Parkanlagen und Waldgebieten sei allerdings noch viel zu tun.

(the)