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| 02:42 Uhr

Die Bevölkerung von Heideblick schrumpft und überaltert

Rund jeder dritte Einwohner der Gemeinde Heideblick gehört zur Generation 60plus.
Rund jeder dritte Einwohner der Gemeinde Heideblick gehört zur Generation 60plus. FOTO: dpa
Langengrassau. 3618 Männer, Frauen und Kinder wohnten Ende 2016 insgesamt in den 14 Ortsteilen von Heideblick. Die Bevölkerung schrumpft. In den vergangenen zwei Jahrzehnten seit 1996 hat die Gemeinde rund 1000 Einwohner verloren. Carmen Berg

Ein Blick in die Statistik der Meldebehörde zeigt: Der Einwohnerschwund hält weiter an. 57 Bürger weniger als zu Jahresbeginn wurden Ende 2016 gezählt. Bildlich gesehen ist ein Ort, fast so groß wie Schwarzenburg, von der Karte verschwunden. Den Negativtrend nicht wettmachen konnte eine leicht gestiegene Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern. 89 Bürger mit Migrationshintergrund lebten zum Jahresende in der Gemeinde, das waren fünf mehr als Anfang 2016. Der Großteil von ihnen ist im Ortsteil Walddrehna ansässig.

57 Sterbefälle waren zu verzeichnen und damit 19 mehr als 2015. Der Storch brachte 2016 25 Mal Nachwuchs in die Gemeinde, drei Mal häufiger als im Jahr zuvor. Es gab 138 Zuzüge nach Heideblick, aber 163 Menschen verließen die Heideblicker Dörfer.

Von den 14 Ortsteilen haben im vergangenen Jahr nur zwei Ortsteile Bürger hinzugewonnen. In Beesdau stieg die Zahl um acht auf 200, in Bornsdorf um zwei auf 258. In Gehren blieb mit 404 die Einwohnerschaft stabil. Das heißt: Elf Dörfer und damit die übergroße Mehrzahl verbuchte Rückgänge, die stärksten Waltersdorf um 13, Langengrassau um elf und Walddrehna um zehn Bewohner. Walddrehna bleibt mit 622 Einwohnern größter Ort, gefolgt von Langengrassau (531) und Gehren (404). Im kleinsten Ort Schwarzenburg sind 68 Menschen zu Hause.

Ein Hoffnungsschimmer: Fast alle Orte, auch kleinere, standen auf Adebars Flugroute. Jeweils fünf Babys bescherte der Storch Nur vier Dörfer, Gehren und Goßmar. Riedebeck, Weißack, Wehnsdorf und Schwarzenburg, hat er im vergangenen Jahr nicht gefunden.

Bislang aber gilt: Heideblick überaltert. Das zeigt der Blick in den so genannten Lebensbaum, die Statistik nach Geburtsjahrgängen. Demnach sind 1170 Heideblicker und damit fast jeder Dritte (32,3 Prozent) 60 Jahre und älter, 798 sind 30 Jahre und jünger, das ist weniger als jeder Vierte (rund 22 Prozent).

Wie drastisch der demografische Wandel die Gemeinde prägt, wird deutlich, schaut man noch weiter in die Vergangenheit zurück. Im Jahr der Bildung des Amtes Heideblick 1993 wohnten dort noch knapp 5000 Menschen (4924), im Jahr 1996 waren es 4845 und damit 1029 mehr als gegenwärtig.