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| 17:00 Uhr

Schüleraustausch mit Frankreich
Salut, ça va und au revoir

Frieren auch ohne Jacke nicht so sehr: Schülerinnen und Schüler aus Saint-Laurent-en-Grandvaux, dem kältesten Ort Frankreichs, besuchen die Grundschule in Dahme.
Frieren auch ohne Jacke nicht so sehr: Schülerinnen und Schüler aus Saint-Laurent-en-Grandvaux, dem kältesten Ort Frankreichs, besuchen die Grundschule in Dahme. FOTO: LR / Liesa Hellmann
Dahme. Die Grundschule Dahme bekam am Mittwoch Besuch aus Frankreich. Von Liesa Hellmann

„Salut, ça va?“ „Oui, ça va. Et toi?“ Eigentlich steht Französisch noch nicht auf dem Stundenplan der sechsten Klassen der Grundschule in Dahme. Für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b sind diese Worte also ganz neu. Es ist der klassische Gesprächseinstieg, wenn man sich in Frankreich trifft: „Hallo, wie geht’s?“ „Mir geht es gut. Und dir?“ Die Grundschüler lernen die Begrüßungssätze am Mittwoch ganz schnell, denn sie bekommen Unterstützung von denen, die sie wohl am besten können: Austauschschülerinnen und -schüler aus Frankreich sind zu Gast an der Schule und bringen den Grundschülern einige Worte ihrer Sprache bei.

„Ich finde es wichtig, dass die Schüler auch andere Sprachen außer Englisch kennenlernen, bevor sie sich für eine weitere Fremdsprache an den weiterführenden Schulen anmelden“, sagt die Schulleiterin der Grundschule, Lydia Lehmann. Für sie sei es ein Gewinn, dass die französischen Mittelschüler auch einen Abstecher an ihre Schule machen. Denn der eigentliche Schüleraustausch findet zwischen dem Bohnstedt-Gymnasium Luckau und dem Collège „Louis Bouvier“ in Saint-Laurent-en-Grandvaux statt.

„Anfangs war es sehr schwer, eine Schule in Frankreich zu finden, die für eine feste, längerfristige Verbindung offen war“, berichtet Barbara Hommel, Französischlehrerin am Luckauer Gymnasium und Initiatorin des Projekts. Seit mittlerweile neun Jahren besuchen Luckauer Neunt- und Zehntklässler und Jugendliche des Collège „Louis Bouvier“ einander für zehn Tage im jährlichen Wechsel. „Besonders wichtig war mir, dass die Schüler in Gastfamilien untergebracht sind. Das sensibilisiert sie für den Alltag im anderen Land, und in einer Gastfamilie lernt man eine Sprache besser als allein im Zimmer“, sagt Hommel.

Hugo, 12, und Naomie, 13, lernen zwar erst seit eineinhalb Monaten respektive einem Jahr Deutsch. Da die Familien, in denen sie untergebracht sind, kein Französisch sprechen, sind sie gewissermaßen gezwungen, ihre Deutschkenntnisse anzuwenden. Auch wenn sie Deutsch schwieriger als Englisch findet, hat sich Naomie ganz bewusst dafür entschieden, Deutsch als Zweitsprache zu erlernen: „Ich mag Deutsch und will es auch für meinen zukünftigen Beruf lernen.“

Saint-Laurent-en-Grandvaux liegt im Jura an der Grenze zur Schweiz. Die Eltern von gut zwei Dritteln der Schülerinnen und Schüler arbeiteten in der Schweiz, sagt Aurélien Boullet, Deutschlehrer am Collège. Dies sei aber nur ein Grund dafür, dass sich an seiner Schule besonders viele Schüler für Deutsch als Fremdsprache entschieden. Während in Frankreich allgemein die Begeisterung für Deutsch zurückginge, könne das Collège „Louis Bouvier“ einen ganz gegensätzlichen Trend beobachten, berichtet Boullet. Er ist sich sicher, dass dies auch am Austauschprojekt liegt: „Die Schüler sind sehr begeistert von dem Programm und von den Gastfamilien. Zu Hause erzählen sie den jüngeren Schülern davon, von denen sich dann einige gerade wegen des Austauschs für Deutsch entscheiden.“

Das kann auch Französischlehrerin Barbara Hommel vom Bohn-
stedt-Gymnasium in Luckau für ihr Fach bestätigen. Einige Schüler der 6b werden im kommenden Schuljahr vielleicht in ihrer Klasse sitzen. Die Farben und die typische Begrüßungauf Französisch können sie dann schon.