Cheforganisator Peter Schäfer hat ein „Laufeldorado“ vor der Haustür, das man so nicht erwartet. „Hier gibt es ja Berge wie im Thüringer Wald. Damit habe ich nicht gerechnet“ , staunte Leo Hohmann, als er den Wehlaberg (144 Meter) zum Aussichtsturm hinauf stapfte. Dabei ist der Potsdamer ein alter Hase in der Laufszene, erfolgreich dekoriert bei Welt- und Europameisterschaften der Senioren obendrein. „Einen solchen Sportsmann in Krausnick zu haben, macht schon stolz“ , gesteht Schäfer. Und auch Hohmann war zufrieden. „Ein solch bergiger Lauf passt prima zur Vorbereitung auf die Saison“ , so der über 70-Jährige, der im Mai seinen 25. Rennsteiglauf bewältigen möchte.

Großer Spaß am Bergspreewaldlauf
Solche Ziele hat Carsten Saß noch nicht. Dennoch läuft der Beigeordnete des Landkreises Dahme-Spreewald regelmäßig, oft am Golßener Utzenberg. Am Sonntag entschied er sich spontan für eine Teilnahme in Krausnick. „Ich hatte schon einiges vom Lauf gehört und wollte ihn jetzt selbst einmal probieren. Gut möglich, dass ich im nächsten Jahr eine der längeren Strecken in Angriff nehme“ , kündigt Saß an. Diesmal lief er die sechs Kilometer und wurde in 33:14 Minuten Vierter. Dass er wie alle anderen Teilnehmer einen solchen Spaß am Bergspreewaldlauf hatte, ist auch dem Wettergott zu verdanken. Denn noch am Vortag machte der Regen viele Wege fast unpassierbar, vor allem an den Heideseen. „Ich hatte schon das Schlimmste befürchtet“ , erzählt Peter Schäfer erleichtert. Er beseitigte am Samstag die größten Wasserstellen auf den Wegen, der starke Wind half beim Abtrocknen.
„Die Bedingungen waren in Ordnung, der Untergrund fast optimal“ , meint Bernhard Schlegel. Der Mahlsdorfer aus dem Amt Golßener Land gewann den langen Lauf über 21 Kilometer. Ganz leicht fiel ihm der Sieg nicht. „Ich musste mächtig kämpfen. Frank Wiedemann war der erwartet starke Gegner. Zwischenzeitlich glaubte ich kaum noch, ihn abschütteln zu können“ , gestand Schlegel. Am Ende siegte er in 1:28,13 Stunden und mit mehr als einer Minute Vorsprung vor Wiedemann, einem Triathleten vom Triathlon-Spreewald Verein.

Viele Triathleten liefen mit
Ohnehin nutzten erneut zahlreiche Triathleten den Lauf durch das profilierte Gelände, um sich in Form zu bringen. So etwa Florian Schönfelder von der Wasserwacht Lübben, der wie der Lübbener Karsten Apel regelmäßig beim Triathlon in Briesensee dabei ist. Auch Ingo Rießland nutzte den Lauf am Sonntag zum Formaufbau. „Im April will ich beim Marathon in Burg starten. Das wellige Profil in den Krausnicker Bergen passt mir gut ins Training“ , so der Lübbener. Einen dritten Platz nahm Ilka Kummer mit nach Cottbus. Die Frau des früheren Krausnickers und heutigen Radsporttrainers Jürgen Kummer lief die 13 Kilometer. Das Kinderheim des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Lübben zählt zu den Stammgästen des Bergspreewaldlaufes. Diesmal nahmen sie zudem etliche Pokale mit nach Hause, auch den für die zahlenmäßig stärkste Mannschaft. So geschafft mancher Teilnehmer auch das Ziel ansteuerte, huschte spätestens da ein Lächeln über sein Gesicht.
Im Zielbereich machten Moderator Rocky Tandel und einige Cheerleader mächtig Stimmung. Auf der Strecke selbst hielten die beiden Krausnicker Uli Broemme und Konrad Wunderlich Getränke für die Läufer bereit. Zu denen zählte übrigens auch Lausch-Junior Marco, der die lange Strecke bewältigte. Im Landhotel seiner Eltern durften sich die Teilnehmer wieder umkleiden und waschen. „Wir sind sehr froh über diese Möglichkeit“ , dankte Peter Schäfer, der am Sonntag von seinen Freunden des Vereins Laufen und Radtouristik 92 (LRT 92) Lübben und Krausnicker Bürgern unterstützt wurde. Eines machte ihm allerdings zu schaffen: „Die Zahl der Nachmeldungen vor Ort ist mit 60 einfach zu hoch. Wenn dann noch 30 gemeldete Läufer gar nicht starten, bringt das den Ablauf ganz schön durcheinander“ , erklärte er. Am Ende strahlte auch Peter Schäfer ob des gelungenen Bergspreewaldlaufes, der gleichzeitig Auftakt zum Spreewald-Cup 2005 war.

Statistik Ergebnisse:
Zwei Kilometer, weiblich: 1. Sandra Borrack, Lübbenau; 2. Maria Schulz, Lübben; 3. Laura Wilhelm, Königs Wusterhausen.
Zwei Kilometer, männlich: 1. Markus Patzke; 2. Toni Pfeifer; 3. Patrick Röhl, alle ASB Kinderheim Lübben.
Sechs Kilometer, weiblich: 1. Karin Burrow, Berlin-Neukölln; 2. Antje Schulz, Lübben; 3. Christin Plünsch.
Sechs Kilometer, männlich: 1. Christoph Haase, LRT 92 Lübben; 2. Uwe Richter, ASB Kinderheim Lübben; 3. Marko Schneider Waldow.
13 Kilometer, weiblich: 1. Elke Lieske; 2. Sabine Reistel, beide Luckauer Läuferbund; 3. Ilka Kummer, Cottbus.
13 Kilometer, männlich: 1. Herbert Zwanzig, Briesensee; 2. Valerin Belkin, Vetschau; 3. Karsten Apel, Luckauer Läuferbund.
21 Kilometer, männlich: 1. Bernhard Schlegel, Mahlsdorf; 2. Frank Wiedemann, Triathlon Spreewald; 3. Jens Scheffler, Eberswalde.
21 Kilometer, weiblich: 1. Birgit Boldin, Berlin; 2. Katharina Cechol, Luckauer Läuferbund.
Sonderwertung über 60 Jahre, 13 Kilometer: 1. Herbert Zwanzig, Briesensee; 2. Leo Hohmann, Potsdam; 3. Jochen Riemer, Luckauer Läuferbund