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"Der Tod Jesu" in der Gerhardt-Kirche

So wie das Weihnachtsoratorium 2011 verspricht auch das Passionsoratorium Musikgenuss der Extraklasse in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben zu werden.
So wie das Weihnachtsoratorium 2011 verspricht auch das Passionsoratorium Musikgenuss der Extraklasse in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben zu werden. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Lübben kann sich auf einen kulturellen Leckerbissen freuen. Am 5. April ab 17 Uhr wird das Oratorium "Der Tod Jesu" in der Paul-Gerhardt-Kirche in der Kreisstadt aufgeführt. Das Werk stammt von Carl Heinrich Graun (1703-1759). Für die Besucher wird das Passionsoratorium eine Premiere in Lübben sein, wie Johannes Leonardy, Kantor der Paul-Gerhardt-Gemeinde sagt. Andreas Staindl / asd1 asd1

Johannes Leonardy hat das Oratorium von Graun ganz bewusst ausgewählt: "Über die Musik sollen die Leute Bezug zur Passionszeit bekommen." Jener Zeit, die nach Aschermittwoch beginnt und in der die Kirche seit rund 2000 Jahren des Leidens und Sterbens Jesu Christi gedenkt. "Der Tod Jesu" erschließt sich dem Publikum durch seine eingängige, gefühlvolle Musik", sagt der Kantor. "Das Oratorium stellt ein großartiges Werk dar, das heute leider viel zu selten zu hören ist."

Rund 100 Akteure wirken in der Paul-Gerhardt-Kirche mit. Ähnlich wie während des Weihnachtsoratoriums von Bach im Dezember 2011 wird der Altarraum im Gotteshaus mit Sängerinnen und Sängern sowie mit Orchestermusikern gefüllt sein.

Der Ökumenische Kirchenchor in Lübben singt gemeinsam mit dem Kantatenchor in Finsterwalde. Zudem musiziert das Schmöckwitzer Kammerorchester. Den Sologesang übernehmen die Sopranistin Birgit Bockler, der Tenor Wolfram Lattke und der Basssänger Stephan Heinemann.

Johannes Leonardy leitet das Oratorium. Als er die Mitglieder des Kirchenchors in Lübben mit der Idee konfrontiert hatte, seien diese zuerst skeptisch gewesen. Denn die Texte seien entsprechend der damaligen Zeit recht schwierig. "Von den Sängerinnen und Sängern wird teilweise Stimmenakrobatik verlangt", erklärt der Kantor. "Doch es gelingt ihnen. Sie singen inzwischen auch schwierige Passagen sehr gut."

Seit einem dreiviertel Jahr werde die Aufführung des Werks vorbereitet, seit drei Monaten konsequent geprobt. "Viele Mitwirkende üben auch außerhalb unserer gemeinsamen Chorproben", erzählt Johannes Leonardy. Und, dass Komponisten seit dem späten Mittelalter immer wieder Berichte über die Gefangennahme, das Verhör, die Verurteilung und die Kreuzigung des Jesus von Nazareth vertont hatten.

Grauns "Der Tod Jesu" wurde am 26. März 1755 im Berliner Dom uraufgeführt. Sein Werk gehörte zu den bekanntesten und beliebtesten kirchenmusikalischen Kompositionen. Das Passionsoratorium wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts jährlich in vielen Städten Deutschlands aufgeführt. Seinen Erfolg verdankt es vor allem seiner "überaus empfindsamen Musik", wie Johannes Leonardy sagt.

In den Rezitativen - den erzählenden Sologesängen - werde dem Zuhörer das Geschehen der Kreuzigung auf dem Berg Golgotha bildhaft und eindrücklich geschildert. Kunstvolle, fast im Stil einer Mozartoper komponiert Soloarien für Sopran, Tenor und Bass würden das Gehörte effektvoll reflektieren. In den Chören habe Graun anspruchsvolle Fugen auf Texte des Alten Testaments zudem anrührende, das Passionsgeschehen mitfühlende Chorgesänge geschaffen. Die schlichten Kirchenliedsätze zwischen den Chören, Rezitativen und Arien würden die Zuhörer mit in das Oratorium hineinnehmen.

Zum Thema:
Eintrittskarten für das Oratorium können im Vorverkauf im Gemeindebüro in der Paul-Gerhardt-Straße 2 und im Schuhhaus "Furore" am Markt in Lübben sowie am Veranstaltungstag an der Abendkasse erworben werden. Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist der Eintritt frei. asd1