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| 01:10 Uhr

Der Spreewald in Luckau

Kerstin Herrmann und Brigitte Zadow (v.l.) haben für die Gäste zur Markteröffnung Kostproben aus dem Spreewald parat.
Kerstin Herrmann und Brigitte Zadow (v.l.) haben für die Gäste zur Markteröffnung Kostproben aus dem Spreewald parat. FOTO: Foto-Zahn
Seit gestern hat Luckau einen Spreewaldmarkt. In der Bahnhofstraße 12 a sind Fleisch- und Wurstwaren im Angebot, die unter dem Spreewald-Logo in der Kümmritzer Landfleischerei hergestellt werden. Darüber hinaus finden sich in den Regalen Spezialitäten von der Gurke bis zum Senf. Gefördert wird der Markt im Programm Leader-Plus der Europäischen Union. Von Carmen Berg

Am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin gibt es seit etwa einem Jahr Spreewald-Typisches zu kaufen. Mit Tagesumsätzen von 1300 Euro stehe der Markt dort, der von der Landfleischerei Tornow beliefert wird, wirtschaftlich auf guten Füßen, sagt Dieter Irlbacher, Regionalmanager der Leader-Arbeitsgemeinschaft (LAG) „Spreewald“ . Nach weiteren Märkten in Berlin und Dresden sei der Luckauer der erste unmittelbar in der Spreewald-Region. Zuwachs soll es in nächster Zeit in Vetschau, Dürrenhofe und Straupitz geben. „Auch in Berlin hoffen wir, bis zum Jahresende noch zwei, drei Läden mehr zu betreiben“ , sagt Irlbacher.
Angebote unter einem Dach zu bündeln und kleinen Herstellern eine Niesche zu bieten, das sei ein Grundanliegen des Konzeptes, berichtet Dr. Dietmar Liedtke. Er ist einer der Väter dieser Idee. Frische Fleisch- und Wurstwaren aus einem Betrieb der Region würden ergänzt durch haltbare Erzeugnisse aus anderen Spreewald-Unternehmen, erklärt der freie Mitarbeiter im Fachgebiet Agrarmarketing der Humboldt-Universität Berlin. So stehen im Luckauer Markt auch Leinöl aus der Sagritzer Kanow-Mühle, Kürbiskonfitüre und Senf aus Lübbenau und Hochprozentiges aus der Sellendorfer Brennerei in den Regalen. Das Marketing wird mit 14 000 Euro aus dem EU-Topf unterstützt, wie Karl-Heinz Krüger vom Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Luckau erklärt.
„Der Markt ist unsere Chance“ , sagt dessen Chef Franz Reichert. Zwar habe die Kümmritzer Landfleischerei einen Hofladen vor Ort. „Aber Kümmritz liegt weit ab vom Schuss“ , benennt er einen Knackpunkt. In Luckau hätte sich die günstige Gelegenheit ergeben, ein vorhandenes Ladengeschäft zu übernehmen.
Hinter dem Tresen stehen mit Brigitte Zadow und Kerstin Herrmann zwei Verkäuferinnen, die nach Arbeitslosigkeit nun wieder einen Job haben. Beide waren früher bei Handelsketten beschäftigt, berichten sie. „Es war schwer, in der Nähe etwas Neues zu finden“ , sagt Brigitte Zadow. Sie hatte sich vergeblich in Nachbarstädten beworben. „Dann habe ich im Internet vom geplanten Spreewaldmarkt erfahren, und es hat geklappt“ , erzählt sie.
Jetzt bringen die beiden Frauen Kreationen wie die Gurkenleberwurst oder die Meerrettichsalami aus Kümmritz an den Kunden. Bei den Produkten, die unter dem Spreewald-Logo hergestellt werden, müssen mindestens 51 Prozent der Ausgangsstoffe aus dem Spreewald stammen, erklärt Dieter Irlbacher. Bei einem Markt unter diesem Dach seien es 80 Prozent der Waren. In Luckau, so Dieter Irlbacher, würden es kaum Scharen von Touristen sein, die den Markt für sich entdecken. „Wir setzen auf die Lust der Einheimischen an Spreewälder Spezialitäten“ , sagt er.