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Zeitumstellung
Der jährliche Kampf gegen die innere Uhr

Wer oft früh aufstehen muss darf am Sonntag endlich mal ausschlafen. Eine Stunde bekommen wir geschenkt.
Wer oft früh aufstehen muss darf am Sonntag endlich mal ausschlafen. Eine Stunde bekommen wir geschenkt. FOTO: drubig-photo/Fotolia
Luckau. Ab diesem Wochenende ist wieder Winterzeit. Die Zeitumstellung beeinflusst den Biorhythmus von Mensch und Tier.

Alle Jahre wieder wird uns Ende Oktober durch die Zeitumstellung eine ganze Stunde geschenkt. Was großzügig klingt, ist jedes Jahr eine stressige Angelegenheit für Menschen und auch Tiere. Ob es hierbei um den Wechsel von Sommer- auf Winterzeit, oder umgekehrt geht, spielt keine Rolle - der innere Rhythmus wird durch das Spiel mit der Zeit zweimal im Jahr gestört.

„Jeder Mensch hat seine eigene innere Uhr, auf die er sich verlässt“, erklärt Susanne Barnack vom Schlaflabor Luckau. Ein Erwachsener schläft zwischen sieben und neun Stunden. Wenn die tägliche Rountine auch nur um eine Stunde verschoben werde, mache sich das im Alltag durchaus bemerkbar. Vor allem ältere Menschen würden die Zeitumstellung nicht so leicht wegstecken, erklärt die Schlaflaborantin. „Wenn ein Senior täglich Punkt sieben Uhr aufsteht, dann wird er das auch nach der Zeitumstellung tun, obwohl er eigentlich noch eine Stunde länger schlafen könnte“, meint Susanne Barnack. Erfahrungsgemäß würden die meisten Senioren zwei bis drei Wochen brauchen, um die Winterzeit zu verinnerlichen.

Auch Kinder haben einen empfindlicheren Biorhythmus, würden die Umstellung auf die Winterzeit aber besser verkraften. „Schulkinder neigen sowieso dazu, länger zu schlafen, deswegen hat die Zeitumstellung keinen nennenswerten Einfluss auf Konzentration oder Belastbarkeit in der Schule“, meint Susanne Barnack.

Während Menschen begreifen, dass das Frühstück um eine Stunde verschoben wird, haben Tiere in der Landwirtschaft dafür nur wenig Verständnis. „Bei Kühen gibt es feste Melk- und Futterzeiten, die täglich um die selbe Zeit eingehalten werden müssen“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende vom Bauernverband Südbrandenburg Frank Neczkiewicz. Um die Tiere an die Zeitumstellung zu gewöhnen, werden die Futterzeiten schon Wochen vorher um jeweils eine Viertelstunde verschoben, damit der Unterschied nicht so stark auffällt. „Abgesehen davon ist es den Tieren egal, wann es hell und dunkel wird“, scherzt Frank Neczkiewicz.