ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:49 Uhr

Der erster Fußweg in des Lagunendorf Lehde

Lehde. Über viele Jahrhunderte bildete das Dorf Lehde eine Insel im sumpfigen Spreewaldlabyrinth. Im Jahre 1929 wurde der erste befestigte Fußweg zwischen Lübbenau und Lehde angelegt. bdx1

Helmut Richter, heute mit 97 Jahren der älteste Einwohner von Lehde, hat als Jugendlicher die Fertigstellung des Sandweges miterlebt. Wollte man einst in das idyllische Lagunendorf Lehde gelangen, dann benötigte man einen Kahn. Wege mit den wichtigen Holzstegen waren nicht vorhanden. Später gab es eine Holzbrücke bei der Schneidemühle. Doch der Weg über die Wiesen war nicht immer komfortabel. Sogar die Lehdschen Gastwirte informierten ihre Gäste über die schlechte Wegstrecke. Bei Regen und Nässe war der Weg kaum passierbar.

Entlang des Fließes "Kaltschmidtna", ein Teil des Lehder Grabens, ging es über die Wiese in östlicher Richtung zum Dorfinneren. Ein Weg, etwa in Höhe des heutigen Gasthauses "Kaupen Nr. 6" bog in Richtung Norden ab. Der andere Weg endete etwa in Höhe des Gasthauses "Café Venedig".

"Bei Buchans Wiese führte ein Weg in Richtung der heutigen Dorfstraße", weiß Helmut Richter zu berichten. Da er dort seit seiner Kindheit wohnt, kennt er die Historie des Ortes aus dem Effeff.

"Der beste Schüler in der Ledschen Schule wurde vom Schulmeister Paul Krüger immer zum Einkaufen nach Lübbenau geschickt", sagt schmunzelnd der Dorfälteste.

So war es dann Helmut Richter selbst, der mit der Kiepe in das Lübbenauer Lebensmittelgeschäft von Strubels in der Dammstraße zum Einkaufen zog.

Als Landwirt und bei der Lübbenauer Kahnfährgenossenschaft als "Gondoliere" verdiente er später sein Geld für die vielköpfige Familie.

Der neue Fahrweg wurde entlang des Dolzke Fließes errichtet. Der Weg bestand damals nur aus Sand. An einigen Zirren und Gräben wurden auch Röhren im Fahrweg mit eingebaut, um das Wasser in das Dolzke-Fließ abzuleiten.

Die erste Brücke über das Lehder Fließ (Wesskow) bestand noch aus Holz. "Der alte Knoll aus unserem Dorf konnte aber mit seinem Pferdewagen die Brücke schon passieren", erinnert sich Helmut Richter noch ganz genau. Erst später, nach einigen Umbaumaßnahmen, kamen auch Lastkraftwagen in das 250-Seelendorf.

Im Laufe der Jahrzehnte wurden immer breitere und stabilere Brücken errichtet, um den seit 1974 zur Stadt Lübbenau gehörenden Ortsteil zu erreichen und mit wichtigen Gütern und Materialien zu versorgen. Die jetzige moderne und breite Stahlbetonbrücke stammt aus dem Jahre 2007.