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Dennoch erlebt Ulrich Haschenz eine schöne Tour

Tourteilnehmer lassen sich am Orsteingang fotografieren.
Tourteilnehmer lassen sich am Orsteingang fotografieren. FOTO: Haschenz
Vor dem Start der ,,Russland-Tour 2017" am 7. Juli hatte ich die Möglichkeit, bei Rad-Touren-Fahrten Kilometer zu fahren, um eine gute Grundlage zu erreichen. Ulrich Haschenz, RSV Einheit Lübben

Am 7. Juli brachte mich dann meine Enkeltochte Jmit dem Auto zum Brandenburger Tor nach Berlin. Nach Erhalt der Visaanträge konnten wir um 10 Uhr starten.Wir, das ist eine internationale Mannschaft mit Vladimir und Sascha aus Moskau, die zum Start in Berlin mit dem Zug angereist waren. Unser Tourteam bestand aus neun Radfahrern und drei Betreuer mit zwei Begleitfahrzeugen.

15 Etappen, im Durchschnitt 145 Kilometer, lagen vor uns, inklusiv einem Ruhetag in Vilnius. Berlin, Malbork, Kaliningrad, Kaunas, Vilnius, Wizebsks, Moskau sollten Etappenziele sein.

Die erste Etappe führte uns durch die Märkische Schweiz in die polnische Stadt Gorzow (Landsberg an der Warthe). Im Parkhotel "Romantic" konnten wir unsvon der regnerischen Auftaktettappegut erholen.

Leider blieb kaum Zeit, sich Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Es ist täglich der gleiche Rhythmus: Früh gegen 6 Uhr aufstehen, Morgentoilette, Frühstück,Gepäck verladen, Fahrrad überprüfen und gegen 9 Uhr Start. Sehenswürdigkeit sind nur bei bei kurzen Etappenpausen zu fotografieren. In der Regel wurden zwischen 16 bis 18 Uhr die Etappenziele beinah sturz- und pannenfrei erreicht. Nach Elblag (Elbing) führte uns die vierte Etappe, die polnische Wojewodschaft Ermland-Masuren nahe der Ostseeküste im früheren Ostpreußen. An der kurischen Nehrung entlang ging es ins ehemalige Königsberg, heute Kaliningrad.

Dort reisten wir reibungslos in die Exklave Russlands ein. Die weiteren Etappen führten uns von Königsberg durch das ehemalige Ostpreußen nach Tilsit, direkt an der litauischen Grenze. Am Zusammenfluss zwischen Memel und Neris erreichten wir die zweitgrößte Stadt Litauens, Kaunas, nach 158 Kilometern. Nach acht Tagen war in Vilnius ein Ruhetag Ruhetag in Sicht. Mit "Natur pur bis Vilnius" wurden wir belohnt. Ein Verkehrschaos auf der sechsspurigen Magistrale überwanden wir und erreichten unser Hotel in der Altstadt. Während des Ruhetages konnten wir neue Kräfte sammeln. Ich entschied mich für eine Stadtrundfahrt mit dem offenen Bus. Die Altstadt mit stuckverzierten Häusern, Terrassencafes, schmalen Gasse mit Kopfsteinpflaster hat die Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Das Das Englisch ist perfekt, vor allem bei jungen Leuten. An die sowjetische Vergangenheit erinnert nur noch ein Freizeitpark.

Die neunte Etappe führte nach Weißrussland zum Komplex Naturpark Chayka. Die Passkontrolle bei der Einreise verlief problemlos. Durch die weite Landschaft Weißrusslands und hügeligen, teilweise bis zu 30 Kilometer lang geradeaus führenden Autostraßen erreichten wir die Universitäts-und Künstlerstadt Wizebsk nahe der Grenzen zu Russland und Lettland. Erstaunt waren wir über unsere Übernachtung in einem privaten Mehrfamilienhaus. Nach unsererAnkunft wurden wir vom regionalen Fernsehteam empfangen. Das Team filmte uns bei unserer Abreise bis an die Stadtgrenzen von Wizebsk.

Es war die zwölfte Etappe: Sie hatte das Ziel, Smolensk in Russland nach 134 Kilometern zu erreichen. Zügig fuhren wir die ausstehenden 64 Kilometer bis zur russischen Grenzem. Wir hatten den Gedanken im Kopf, es sind nur noch 500 Kilometer bis nach Moskau auf den Roten Platz. An der russischen Grenze war unsere Enttäuschung riesengroß; Die Einreise unseres Teams wurde trotz gültigem Visums verweigert. Telefonate, unter anderem mit der Deutschen Botschaft in Moskau blieben nach fünf Stunden Wartezeit an der Grenze erfolglos.

Es wurde ein Plan B aufgestellt. Unser Team radelte zurück in das 86 Kilometer entfernte Orschan zur Übernachtung. Im Quartier wurde die neue Situation der gescheiterten Moskau-Tour besprochen. Wir legten fest, dass wir die Rücktour mit dem Auto nach Lettland in das etwa 300 Kilometer entfernte Daugavpils fahren werden. Die Russland-Tour wollten wir noch nicht beenden und haben beschlossen, mit dem Rad in das 126 Kilometer entfernte Moletai in Litauen zu fahren. Leider haben wir hier kein Quartier bekommen. Wir entschlossen uns daraufhin kurzfristig wieder ins Auto zu steigen. Unser Ziel war jetzt wieder Vilnius, wo bereits die achte Etappe ihr Ende fand. Am 22. Juli sind wir non Stopp mit dem Auto von Vilnius ohne Probleme nach Deutschland gefahren.

Fazit: Es war für alle Teilnehmer eine sportlich Herausforderun. Ich hätte mich gefreut, wenn eine größere G ruppe beim Start am Brandenburger Tor in Berlin erschienen wäre. Durch teilweise wunderbare Landschaften und herrliche Städte, durch die wir fuhren, wurde ich entschädigt.

Besonder schmerzhaft für mich war, dass wir unser Ziel, in Moskau auf dem Roten Platz anzukommen, nicht erreicht haben. Wegen der vom VISA-Büro nicht genannten neuen Grenzbestimmungen an der belorussisch-russischen Grenze konnten wir die Reise am 19. Juli Wizebsk nicht planmäßig fortsetzen und auch auf Umwegen nicht in Moskau beenden. lch möchte mich bei Christel und Peter Scheunemann vom Organisationskomitee beim RKB Solidarität Berlin-Brandenburg für die Organisation der Tour 2017 herzlich bedanken.