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Denkwerkstatt: Luckau 2030

Der neue Hort „Freundetreff“ ist ein Hingucker, aber schon zu klein. Auch der Bedarf an Kita- und Hortplätzen ist ein Thema fürs Insek.
Der neue Hort „Freundetreff“ ist ein Hingucker, aber schon zu klein. Auch der Bedarf an Kita- und Hortplätzen ist ein Thema fürs Insek. FOTO: Carmen Berg
Luckau. Für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept sind die Ideen und Wünsche der Luckauer gefragt. Auftakt mit Bürgerforum.

„Unser Luckau 2030“- den Titel gibt es schon: Mit Ideen und Plänen für die Zukunft der Stadt soll er innerhalb eines Jahres untermauert werden. Luckau will ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (Insek) auf den Weg bringen. Katrin Heinz vom Büro EBP Deutschland hat am Dienstgabend vor Kommunalpolitikern im Rathaussaal erläutert, was hinter dem Begriff steckt. Ihr Büro hat Integrierte Stadtentwicklungskonzepte bereits für diverse Städte, darunter Lübben und Luckenwalde, zu Papier gebracht. Ziel sei es, all das zu bündeln, was für die nächsten Jahre gewollt ist, und dann Prioritäten zu setzen, erklärt sie.

Zum einen braucht die Stadt das Dokument, wenn sie weiter von Fördertöpfen für die Stadtentwicklung profitieren will. Genau so wichtig aber sei, dass Politik, Verwaltung und Bürger gemeinsam eine Vereinbarung für die Zukunft treffen, unabhängig von Legislaturen, so Katrin Heinz.

Für die Diskussion sei gerade der richtige Zeitpunkt. Der Landesentwicklungsplanung zufolge soll Luckau 2019 Mittelzentrum werden. „Es wird spannend, sich darüber Gedanken zu machen, was das für konkret heißt“, sagt sie und nennt als Beispiel Bevölkerungsprognosen. „Man kann nicht wirklich ausrechnen, wie sich die Einwohnerzahlen entwickeln“, gibt Katrin Heinz zu. Wohl aber müssten sich die Luckauer positionieren, ob sie Wachstum wollen und wenn ja, wie viel davon. Bürgermeister Gerald Lehmann sagt gegenüber der RUNDSCHAU, aus seiner persönlichen Sicht sei es ein realistisches Ziel, die 10 000er-Marke, die im Vorjahr nach einem Tal wieder erreicht wurde, konstant zu stabilisieren.

Alle Bereiche, die das Leben in Luckau ausmachen, werden für das Konzept auf ihre Zukunftstauglichkeit abgeklopft – vom Wohnraumangebot über Verkehrsanbindungen bis zur Frage, ob die Kita-Plätze reichen und womöglich perspektivisch eine weitere Schule nötig wird. Betrachtet würden auch die Wechselwirkungen von Kernstadt und ländlichen Ortsteilen, so Gerald Lehmann.

Zur Vorgehensweise erklärt Katrin Heinz, zunächst werde in den einzelnen Bereichen der Ist-Stand analysiert, Stärken und Schwächen werden herausgearbeitet und auf dieser Grundlage die künftigen Ziele formuliert, inklusive der Wege, wie sie erreicht werden können.

„In der ersten Phase müssen alle Gedanken auf den Tisch, es ist auch mal Spinnen erlaubt“, ergänzt Gerald Lehmann. Nicht nur Verwaltung und Politik sollen den Prozess begleiten. „Wir müssen die Menschen mitnehmen“, sagt Katrin Heinz. Zum Start wird es ein Bürgerforum geben, ein weiteres stehe an, wenn es um die Festsetzung von Prioritäten geht, blickt die Fachfrau voraus.

Gerald Lehmann betont, jeder sei aufgefordert, an der Denkwerkstatt teilzunehmen. Ihm brennt auf den Nägeln, besonders die Jugend einzubeziehen. „Wir werden an Schulen und an anderer Stelle, wo junge Leute zusammenkommen, dafür missionieren gehen“, kündigt er an.

Mit der Auftragsvergabe für das Insek durch die Stadtverordneten Ende April fällt der Startschuss. In einem Jahr, möglichst vor der Kommunalwahl, soll das Dokument fertig sein.