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Denkmal mit starker Veränderungskompetenz

Schon allein die Maulwürfe sorgen mit ihren Hügeln für ständige Veränderung im rund 22 Hektar großen Baruther Park. Er ist in zwei Bereiche unterteilt.
Schon allein die Maulwürfe sorgen mit ihren Hügeln für ständige Veränderung im rund 22 Hektar großen Baruther Park. Er ist in zwei Bereiche unterteilt. FOTO: Landkreis Teltow/Fläming
Baruth. Der Baruther Park ist das Denkmal des Monats Januar 2017. Der Landkreis Teltow-Fläming kürt jeden Monat ein anderes Denkmal. In einem Kalender sind alle Ausgezeichneten vorgestellt. red/bt

Das Denkmal des Monats im Januar ist der Baruther Park. Im Unterschied zu steinernen Denkmalen ist ein Gartendenkmal ständigen Veränderungen unterworfen. So auch der etwa 22 Hektar große Baruther Park. Er bildet einen Teil des östlichen Stadtrands von Baruth und verläuft in nord-südlicher Richtung.

Der damalige Graf Heinrich-Friedrich Ludwig zu Solms-Baruth beauftragte kurz nach seiner zweiten Heirat 1835 den berühmten preußischen Landschaftsarchitekten Peter Josef Lenné mit der Anlage eines Landschaftsparks. Lenné verwendete dafür eine so genannte Brouillonkarte. Der Begriff Brouillon bedeutet nichts anderes als ein Entwurf. Diese 1838 von O. Reder gezeichnete "Brouillonkarte vom hochgräflichen Baruther Schlossgarten" erfasste das Schloss und seine nähere Umgebung. In diese Karte fügte Lenné die Gestaltungsvorschläge für die Umgestaltung des Parks ein. Das Grundkonzept des Landschaftsparks hat sich bis heute bewahrt. Durch den langen, nach Osten vorstoßenden Trakt des Schlosses ist der Park in zwei Bereiche geteilt. Unweit des Schlosses waren schon damals zwei Teiche mit gestalteten Uferzonen angelegt. Typische Gestaltungsmerkmale eines Landschaftsgartens wie etwa geschwungene Wege, die Anlage von wie natürlich wirkende Wasserflächen und weitläufige Wiesen sind nach wie vor zu erkennen. Daneben gehörten aber auch noch aus dem Barock stammende Elemente wie eine Reitbahn oder Blumenrabatte zum Solms'schen Park. Diese Elemente sind heute nicht mehr vorhanden.

Der Bau der Eisenbahnlinie von Berlin nach Dresden im Jahre 1875 war vermutlich der Anlass, den Park bis an die Bahngleise im Osten zu erweitern. Für den Fürsten wurde sogar ein eigener Bahnsteig errichtet, den eine Eichenallee mit dem Schloss verband. In den Zeiten, in denen sich die Familie zu Solms nicht in Baruth aufhielt, durfte die einheimische Bevölkerung den Park betreten und auch in der gräflichen Gärtnerei einkaufen.

Im Jahr 2004 lobte die Stadt Baruth im Zusammenspiel mit dem "Kulturland Brandenburg" für die Neugestaltung der nicht mehr vorhandenen Parkbrücken einen internationalen Wettbewerb aus. Dabei wurden die beiden ersten Preise realisiert. Das Detailfoto des Denkmals des Monats Januar zeigt die Sitzfläche der so genannten Sitzbrücke der Architekten Britta Aumüller und Tobias Hamm. Sie wurde bereits 2004 als erster Preis realisiert und ist ein gelungenes Beispiel für den qualitätsvollen Umgang mit einem lebenden, sich verändernden Denkmal.

Zum Thema:
Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es rund 1000 Baudenkmale sowie über 1400 bekannte Bodendenkmale. Einige von ihnen werden im Denkmalschutzkalender 2017 vorgestellt. Ergänzend dazu erläutert die Denkmalschutzbehörde Teltow-Fläming das jeweilige Denkmal des Monats etwas näher, um den Blick des Betrachters einmal mehr für bewahrenswerte Bauten der Region zu schärfen.